Rund um das Haustier

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Rund ums Haustier

Besonders seit dem Wirtschaftswunder in den fünfziger Jahren in der Bundesrepublik und nach der Wende ab 1990 in der DDR zogen Hunde und Katzen mit steigender Tendenz in die Häuser und Wohnungen der Menschen mit ein. Laut Statistik sollen in etwa 50 Prozent der deutschen Haushalte Tiere gehalten werden.

Wer weiß von interessanten Erlebnissen mit Hunden, Katzen oder anderen Heimtieren zu berichten? Welche prominenten Tiergeschichten haben Sie beeindruckt? Haben Sie vielleicht Situationen mit ihrem Vierbeiner in Bildern festgehalten?

9. Beitrag

Im Allgemeinen war zu meiner Kindheit – sogar bis in die 1970er Jahre hinein - das Verhältnis zu den Haustieren auf dem Lande anders als in der Stadt. Nutztiere, die Lebensmittel lieferten, erfuhren größere Wertschätzung als alle anderen Tiere. Die Dorfkinder beschäftigten sich aber in ihrer Freizeit auch mit Hunden, Katzen und Kleintieren mit denen sie in Hof und Flur manches anstellten. Ihre Meinung zum Tierschutz war allerdings von dem biblischen Grundsatz bestimmt: „Das Tier sei dem Menschen untertan.“ Die heute oft besonders in der Stadt zu beobachtende „Vermenschlichung“ der Haustiere kannte man auf dem Dorfe nicht. Die Haustiere mussten sich von Dorfkindern manchmal auch Quälereien gefallen lassen, wobei die Erwachsenen nur selten einschritten. Allerdings wäre es falsch zu behaupten auf dem Lande hätte es damals keine Tierliebe gegeben. Hierzu eine wahre Geschichte:   Ein Bauer betrog eine seiner Hennen, er legte Enteneier zum Brüten in ihr Nest. Die Henne, die man auf dem Gehöft Margot nannte, wunderte sich über die komischen Laute, die ihre Kleinen nach dem Schlüpfen von sich gaben. Ob mit diesen Namen eine Beziehung zur Vorsitzenden der Pionierorganisation und späteren Volksbildungsministerin in der DDR hergestellt werden sollte, kann nicht bewiesen werden. Auf alle Fälle betrachtete Margot ihre geschlüpften Küken sehr erstaunt, weil sie so runde, gar nicht hühnerähnliche Schnäbel hatten. Als sie im Übrigen mit ihren Schutzbefohlenen am Dorfteich entlang spazierte, sprangen diese plötzlich ins Wasser, wohin sie nicht folgen konnte. Mit lautem Gegacker, das aber die Entlein nicht verstanden, befahl sie den Ausreißern, zurück zu kommen. Ratlos lief sie hin und her, als plötzlich der Haushund, der sich selbst befreit hatte, näher kam. Um dessen Aufmerksamkeit auf sich und von ihrem Nachwuchs ab zu lenken, rannte sie kurz entschlossen dem Vierbeiner entgegen. Der Hund, der ansonst im Gehöft angebunden war, hasste Hühner, die in ihm außerdem einen Jagdtrieb weckten. Er stürzte sich auf die sich wehrende Henne, die er nur am Bein erwischte. Er konnte keinen tödlichen Biss landen. Auf der Straße in unmittelbarer Nähe fuhr der 16jährige Sohn des Bauern auf seinem Fahrrad entlang. Er sah das Kampfgeschehen zwischen dem ungleichen Paar, sprang vom Rad und rannte querfeldein zur Kampfstätte. Mit geübtem Griff zog er den Hund von seinem Opfer weg. Es klingt fast unwahrscheinlich, aber es ist wahr, ein Bauernsohn, ein Kind vom Lande, bringt die verletzte Henne schnell zum Tierarzt. Sie wurde geheilt, das Leben dieses Muttertieres, das sich so tapfer für ihre Kleinen eingesetzt hatte, konnte erhalten werden! Sie konnte weiterhin ihre Küken, selbst wenn es so genannte Kuckuckskinder waren, schützen und aufziehen.

8. Beitrag vom 18.06.2012

Es ist mir ein besonderes Bedürfnis die Leistungen der Blindenführhunde darzustellen, die häufig ungenügend benannt und gewürdigt werden. In zahlreichen Fällen helfen sie blinden oder stark sehbehinderten Menschen sich in vertrauter oder fremder Umgebung orientieren zu können. Bewundernswert ist der Mut und selbstlose Einsatz dieser Haushunde, die Schwerbehinderte schon mehrmals vor Übergriffen rücksichtsloser Personen und Gefahren schützten. Die Bevölkerung sollte in gleicher Weise Courage zeigen und diese Tiere zum Vorbild nehmen. Dazu die Geschichte des Blindenführhundes Alf, die vor etlichen Jahren passierte. Er kam zu einer 30jährigen allein stehenden Frau, die vor einigen Jahren einen Unfall hatte, der zur Erblindung führte. Als sie das erste Mal in die Hundeschule kam war es dieses Tier, das sich spontan sofort an ihre Seite begab und Sympathie bekundete. Bei Menschen würde man sagen: „Liebe auf dem ersten Blick“. So absonderlich und schauerlich das auch klingt, es soll nicht beleidigen, aber hier konnte dieser Blick nicht erfolgen; es muss also noch andere Verbindungsströme geben, die übereinstimmende Gefühle zwischen Lebewesen erzeugen. Fortan verschaffte Alf der Frau die Möglichkeit, sich weitgehend selbständig und gefahrenfrei außerhalb ihrer Wohnung zu bewegen. Musste sie sich in der Vergangenheit die Einkäufe von anderen erledigen lassen, so freute sie sich, dass sie jetzt die Dinge des täglichen Bedarfs gemeinsam mit dem Tier einkaufen konnte. In einer größeren gut besuchten Kaufhalle geschah hierbei ein ernster Zwischenfall. Ihre Einkaufstasche, in der sich auch die Geldbörse befand, hing am Einkaufswagen, den sie im Gang stehen ließ. Sie ging mit Alf zum ca. 1m entfernten Regal. Dort nahm sie sich sogar die bekannten Sachen selbst heraus, wenn diese immer an der gleichen Stelle geblieben waren. Der aufmerksame Hund hatte es sofort bemerkt, wahrscheinlich noch bevor die Hand des jungen Mannes direkt an der Tasche war, hier soll etwas weggenommen werden! Für ihn eine sehr brenzlige Situation, vom Geschirr und Griff seiner Herrin konnte er sich nicht befreien, den Dieb durfte er aber auch nicht entwischen lassen. So schnell kann kein Mensch reagieren, er verschaffte sich hierfür gerade genug Bewegungsfreiheit, er erwischte mit dem Gebiss die Jacke des Kerls und ließ nicht mehr los. Umstehende sahen die Szene, leisteten aber keine Hilfe. Einige schätzten das Geschehen falsch ein, sie meinten das Tier wollte zubeißen. Der Langfinger war so verdattert, dass er die ergriffene Tasche in der Hand behielt; er versuchte damit um sich schlagend den Hund abzuwehren und jammerte. Kurzum: Ein einziger beherzter älterer Mann erkannte das Geschehen richtig und brachte genügend Mut auf, den Dieb festzuhalten, woraufhin auch Alf auf Befehl seiner Gebieterin diesen wieder los ließ. Erst dann erhielt er plötzlich viel Lob von den Umstehenden.

7. Beitrag

Warum besteht zwischen Hunden und Katzen eine Feindschaft? Wissenschaftler begründen dies mit einer Jahrtausende alten Konkurrenz der Wildtiere Wolf und Wildkatze, den Vorfahren unserer Haushunde und -katzen. Sie machten in der Wildnis in der Regel auf die gleichen Beutetiere Jagd. Allerdings gibt es zahlreiche Beispiele bei denen es Menschen gelang, dass Hunde und Katzen friedlich miteinander auskommen und zusammenleben; dazu gehört immer ausreichende Nahrung und viel Geduld in der Erziehung der Tiere zur Überwindung von gegenseitigem Neid und Hass. Ähnliche Probleme werden im menschlichen Zusammenleben sichtbar; vielleicht auch ein Beweis unserer Abstammung von den Tieren. In Erinnerung blieb mir aber eine Geschichte aus unserem Schullesebuch in den 1930er Jahren, die ich nur nach meinem Gedächtnis nacherzählen kann, weil kein Exemplar dieser Schrift mehr aufzufinden war. Die Feindschaft zwischen Hund und Katze fand hier eine einfache Erklärung: Der König der Tiere, der Löwe, hatte zu einer Versammlung aller Tiere geladen. Alle waren pünktlich gekommen, nur die Katze verspätete sich. Als sie in die Runde kam machte sie einen Buckel und der Hund rief: „Jetzt kommt das dumme Kamel!“ Das nahm die Katze derart übel, dass sie fortan immer wütend wurde, wenn ein Hund in ihre Nähe kam. Ich fragte damals als 7jähriger zu dieser Geschichte meine Oma: „Warum sind Kamele dumm?“ Sie antwortete: „Es gibt keine dummen Tiere, wie es auch keine dummen Menschen gibt! Jedes geborene Geschöpf besitzt auf irgendeinem Gebiet Fähigkeiten, die nur von uns entweder als wertvoll oder weniger beachtlich eingestuft werden. Lässt man diese Unterschiede beiseite, verschwindet die Dummheit. Weil wir sprechen können denken wir auch, gegenüber den Tieren etwas Besseres zu sein. Aber ich weiß, auch Tiere verständigen sich auf ihre Art.“

Richtig verstanden habe ich diese kluge Aussage jedoch erst als Erwachsener. Und das sei noch bemerkt: Der Lesestoff in den Schulbüchern war damals durchdrungen von der „Naziideologie“, aber es gab auch durchaus schöne „unpolitische“ Geschichten so wie die vorstehende.

6. Beitrag

In der DDR durften die Jäger zu hause keine Waffen aufbewahren, sie mussten sie zu jedem „Jagdgang“ in einem Waffendepot abholen. Nur ganz wenigen besonders Privilegierten war ein privater Jagdwaffenbesitz erlaubt. Dagegen war aber allen gestattet persönlich einen Jagdhund zu halten. Ein Bauer, passionierter Jäger, hatte damit allerdings kein Glück und mir wurde aus den 1970er Jahren eine Geschichte von Bello, einen Haus- und Jagdhund bekannt. Er machte seinem Namen Ehre, er bellte unentwegt. „Warum?“ Ganz einfach: „Der Hund hatte seine Freiheit verloren!“ Würden wir z. B. nicht auch immer schreien, wenn wir den ganzen Tag ein Halsband tragen müssten, das an einer 1,5 m langen Kette befestigt ist? Ja, gewiss! Aber unter uns Menschen gibt es wohl kaum „Hühnerbeißer“, denn dafür wurde Bello bestraft. Diese Unart, die er seit einem Alter von 6 Monaten hatte, konnte ihn einfach nicht abgewöhnt werden. Auf dem Bauernhof, wo er aufwuchs, liefen stets zahlreiche Hühner umher und jedes Huhn, das er erwischen konnte, biss er tot und ließ es liegen. Deshalb musste dieser reinrassige   „Deutsche Jagdhund“ an die kurze Kette. Dabei waren seine Eltern so hervorragende gut erzogene Jagdhunde, die sich nie an Beute vergriffen. An den Genen konnte es also nicht liegen! Vielleicht hat Bello aber auch beim Erziehen die menschliche Sprache nicht verstanden. Hunderte Male wurde ihm gesagt: „Lass die Hühner in Ruh.“ Es soll ja sogar kleine Kinder geben, die die Sprache der Eltern zwar begreifen und trotzdem nicht gehorchen. Letztlich gelingt es aber meistens mit beispielhaften Verhalten auch Widerspenstige zu erziehen. Wahrscheinlich gibt es hier sogar Parallelen zu den Ursachen für den Erziehungsmisserfolg des Hundes. Er verlor schon im Alter von 8 Wochen durch einen Autounfall seine Mutter. Die Menschen, die ihn erzogen, behandelten ihn liebevoll, aber sie beherrschten die Tiersprache nicht. In der Erziehung fehlte aber besonders die „hundeeigene Vorbildwirkung“. Auch wenn Menschen Rudelführer werden können, so lernen Hunde von Hunden noch immer am Besten. Zu allem Verdruss kam vom Tierschutz eine Anzeige wegen Verstoßes gegen die Hundehaltungsverordnung. Der Jäger schenkte schließlich diesen wertvollen Jagdhund einen Städter, der ihn künftig als Wohnungshund hielt. Die größte Freude für Bello war es aber, wenn er an Wochenenden mit zum umzäunten Wochenendgrundstück seiner neuen Familie durfte. Dort konnte er im Garten herumtollen und sich einigermaßen artgerecht bewegen. Allerdings gab es dort kein Geflügel in der Nähe. Aber trotzdem klang hier sein Bellen ganz anders, gewiss sogar freudiger als auf dem Bauernhof, wo er angekettet war

5. Beitrag

Zeitgeschichte bezieht sich bekanntlich nicht auf eine dauerhaft abgegrenzte Epoche – es werden Themen aus der neueren Geschichte, der Zeit, aus der noch Zeitzeugen leben, behandelt. So müssen wir heute, die über 80jährigen, uns beeilen, um noch unsere Erlebnisse aus den 1930er Jahren bis Mitte der 1940er Jahre darzustellen. Denn gegenwärtig wird die Neuzeit schon als der Zeitraum nach dem 2. Weltkrieg definiert. Was geschah wurde in meiner Kindheit und Jugend wesentlich seltener aufgeschrieben. Außerdem wurden durch Kriegs- und Nachkriegsereignisse viele Dokumente gewollt und ungewollt vernichtet. Heute sind die Möglichkeiten das Geschehen schriftlich und auf Datenträgern festzuhalten derart groß, dass es immer schwerer wird, Wesentliches von Unwesentlichem zu trennen. Für die jetzige und folgende Historikergenerationen eine Mammutaufgabe beim Sortieren. Ich frage mich häufig: „Was aus meinem Erleben ist wichtig genug, um aufgeschrieben und dokumentiert zu werden? Ich berichte deshalb über Vieles, vielleicht auch manchmal weniger Allgemeingültiges und überlasse es gern meinen Nachfahren, zu sortieren. Das ist eine lange Einleitung, weil ich über ein Randthema, die Schlachtung von Hunden, berichten will. Haushunde hatten während meiner Kindheit, besonders auf dem Lande, nicht die Beliebtheit wie heute, ich kannte keinen Haushalt in dem diese Tiere so vermenschlicht wurden, wie man es heute öfters antrifft. Vielleicht resultierte auch daraus, dass es damals viele Menschen gar nicht berührte, wenn Hunde gesetzlich zu den Schlachttieren (in der DDR bis 1972, in der BRD bis 1986 – allerdings wurden ab der 50er Jahr keine mehr geschlachtet-) zählten. In meiner Kindheit wohnte in unserer Nachbarschaft ein etwa 60jähriger Junggeselle, der als Hundeschlächter stadtbekannt war. In jener Zeit behaupteten auch Wunderheiler, mit Hundefleisch könne man die Tuberkulose heilen. Es war aber nicht die Heilwirkung dieses Fleisches, sondern eher das billigere Nahrungsmittel, das in größeren Mengen gegessen werden konnte und damit die Widerstandskraft verbesserte. Der Hundeschlächter hatte also einen guten Absatz. Aber dann passierte ihm ein Missgeschick. Eines Nachts irrte eine große Dogge durch die Straßen. Eine gute Beute für den Fänger. Nur hatte er aus Versehen den Hund des Bürgermeisters erwischt, einen Neuling in der Umgebung. Der Stadtobere beauftragte den Ortspolizisten mit der Suche nach dem vermissten Rassehund. Sehr schnell wurde der Hundeschlächter als Missetäter ermittelt, verhaftet und es kam zur Gerichtsverhandlung. Das Schlachten war keine Straftat, denn Hunde gehörten zu den Schlachttieren. Sein Eingriff in fremdes Eigentum, Tiere waren also eine Sache, wurde jedoch streng bestraft.

4. Beitrag

Die Bezeichnungen Hundezüchter, Hundetrainer, Hundeführer, Hundeschule oder Tier- bzw. Hundeheim und Kampfhund, habe ich während meiner Kindheit in den 1930er Jahren nicht gehört. Heute weiß bereits fast jedes Kind hierüber Bescheid. Während des Krieges las ich in Frontberichterstattungen einiges über Kriegshunde, die bei der Minenräumung, der Überbringung von Meldungen und ähnlichem zum Einsatz und vielfach zu Tode kamen. Erst in den 1940er Jahren in der Oberschule in der (SBZ) hörte ich im Unterricht über die Geschichte des Altertums in welcher Weise man damals Kriegs- und Kampfhunde einsetzte. Züchter, Trainer, Hundeführer muss es also bereits in der Antike gegeben haben. Als Tierfreund war ich schon als Jugendlicher über den Missbrauch der Hunde für Zwecke, die nicht dem Wesen und der Art dieser Tierart entsprechen, empört. Die Domestikation der Hunde soll nach neuesten Forschungen bereits vor etwa 135 000 Jahren erfolgt sein. Die gezähmten Wölfe nutzte man vor allem für die Jagd. Im folgendem wurden sie für die Bewachung von Besitztum eingesetzt, eine Aufgabe, die ich während meiner Kindheit auf dem Lande als die für die Hunde vordringlichste Bestimmung ansah. Später erkannte ich, dass egoistische Bestrebungen einiger Hundezüchter ausuferten und das typische Wolfsurbild in Missgestalten bis hin zu Qualzuchten wandelten. Vom Grunde her blieb dem domestizierten Hund erhalten, dass er wie seine Ahnen, die Wölfe, ohne Not keine Menschen angreift. Kampfhunde werden also nicht geboren sondern erzogen. Unverantwortlichen Hundezüchtern gelang es auch, starke, kräftige Tiere mit starkem Gebiss zu züchten, die heute als Urbild des Kampfhundes im Verruf sind.

Zu Kampfhunden wurde im „Jahrbuch des zeitgenössischen Gedichts“ („Frankfurter Bibliothek 2012“) von mir folgendes Gedicht veröffentlicht:

Der Kampfhund zeigt fletschend sein Gebiss,

ihm wurde zu kämpfen und zu beißen gelehrt,

jetzt zeigt sich Wolfsart erneut, offen, gewiss,

gezähmter Haushund wurde völlig umgekehrt.

 

Menschen demonstrieren gern ihre Macht;

Kampfhunde sollen ihren Besitz bewachen;

hierfür hat man Hunde zu Bestien gemacht,

verträgliche Mitgeschöpfe werden Sachen.

 

Wer immer denkt, es liegt an den Rassen

dem sei gelungene Domestikation erklärt,

unser Verstand kann es durchaus erfassen,

wie man mit bester Tierzähmung verfährt.

 

Großes Gezeter, Vorwürfe und lautes Geschrei,

wenn der Kampfhund, wie gelernt, zugebissen,

es ist aber zu spät, alles ist schon lange vorbei,

notwendig wär vorher menschliches Gewissen.

 

Kampfhundattacke: Folge: Das Opfer ist tot.

Bestraft wird der Hund, rücksichtslos, brutal,

Zustünd´s dem Halter, der die Ursache bot,

das, was dieser dem Tier lehrte, war illegal

3. Beitrag

Über den richtigen Umgang mit unseren Haushunden gibt es heute sehr viel Literatur in der viel Richtiges aber auch ebensoviel Unsinniges beschrieben wird. Meine Erfahrung, aus dem Schwanzwedeln der Hunde ihr Verhalten abzuleiten, ist nicht wissenschaftlich bewiesen hat sich aber in der Praxis bestätigt. Als Kinder haben wir gern und häufig das Schnadahüpfl gesungen:

„Es wackelt der Hund

mit dem Schwanz hin und her,

der Schwanz kann das nicht,

der Hund ist zu schwer.“

Die Melodie dazu ist mir noch heute nach über 70 Jahren im Ohr. Als ich als Kind in den 1930er Jahren meinen Onkel, der sich mit Hunden gut auskannte, diesen Spottgesang vortrug, lachte er, fand aber damit gleich einen Ansatzpunkt, mir das Schwanzwedeln der Hunde zu erklären: „Viele glauben, wenn diese Tiere heftig mit ihrer Rute wedeln, dann wären sie friedlich und würden einem nichts tun. Das stimmt aber nur zur Hälfte. Man weiß, dass ein stärkeres Wedeln immer eine Erregung anzeigt. Stärkeres Ausschlagen des Schwanzes nach rechts deutet dabei auf Freude und friedliches Verhalten hin. Dagegen zeigen heftigere Bewegungen des Schwanzes nach links Angriffslust und Feindlichkeit.“ Dieser Hinweis wurde mir aber einmal zum Verhängnis. Ich wusste zwar was rechts und links ist, berücksichtigte aber nicht, dass ich vor dem Hund stand. Ich ordnete die Seitenverhältnisse von meinem Blick aus ein, wobei aber die Körperseiten des Tieres gemeint sind. Ich hätte also in diesem Falle von mir aus links rechts und rechts links zuordnen müssen. Für mich und viele Menschen immer ein komplizierter Denkprozess. Ich sah, der Schwanz des vor mir stehenden Hundes schlägt stark nach rechts aus, und ich glaubte, ich könne mich ihm ohne Schaden nähern. Das Tier machte aber richtigerweise die stärkeren Bewegungen nach links, es griff mich an und biss mich in den Arm. Dieses Erlebnis hat mir außerdem gezeigt, dass es nicht nur auf das Schwanzwedeln ankommt. Man braucht viel Erfahrung, um die wirklichen Gefühle eines Hundes richtig fachkundig zu deuten.“

  1. Beitrag

Früher waren auf dem Lande die Katzen nur ganz selten „Wohnungstiere“, sie hatten Mäuse zu fangen. Als Mäusefänger berühmt wurden auch schon im 18. Jahrhundert die Katzen in der Eremitage in St. Petersburg, die in den Kellern dieses Gebäudes gehalten wurden. Ihre Existenzberechtigung wurde ihnen sogar durch einen Zarenerlass bestätigt, denn sie sollten die Nager fangen, damit diese keine Schäden an den Kunstwerken anrichten konnten.   Wahrscheinlich verlernen in der Neuzeit aber die Katzen in der Stadt das Mäusefangen, weil sie reichlich Futter bekommen. Zumindest konnte ich das aus einem Erlebnis ableiten, das unsere Familie in den 1970er Jahren in einer Stadtwohnung hatte. In dem Dreifamilienhaus erfolgten im Dachgeschoss Umbauarbeiten, wodurch Mäuse, die sich offensichtlich dort eingenistet hatten, aus den Schlupfwinkeln vertrieben wurden. In unserer Wohnung in der ersten Etage tauchten plötzlich mehrere dieser kleinen Nager auf; sie rannten über Tisch und Schränke! Die aufgescheuchten Tiere suchten Futter und einen neuen ungestörten Unterschlupf. Selbst als Tierarzt hatte ich Mühe, wirksame Mittel gegen diese Plage zu finden. Extreme Tierschützer meinen sogar auch diese Mäuse dürften nicht getötet werden – wissen aber auch keine wirksamen Mittel, um Lebensmittelvorräte zu schützen - . Der Einsatz von Giften verbot sich, weil u. a. die Gefahr der Kontamination der Lebensmittel bestand. Die üblichen Mäusefallen umgingen die Tiere und wir hatten damit keine Erfolge. Die Mutter stellte zwischen die Regale in der Speisekammer hohe Plaste- Eimer auf und einige Mäuse landeten in den Gefäßen, aus denen sie wegen der glatten Wände nicht mehr heraus kamen. Nun galt es, die Tiere zu beseitigen. Das Angebot an Nachbars Katze misslang, weil dieses Stadttier vor den gefangenen Mäusen ausbüxte! Mir blieb nichts anderes übrig, als sie mit überdosierter Äthernarkose einzuschläfern. Nach Ende der Bauarbeiten war auch die Mäuseplage vorbei oder lag es daran, dass wir dann im Haus eine Katze hatten? Die wir aber auch nie eine Maus fangen sahen; wahrscheinlich reicht schon die Anwesenheit einer Katze, um die Mäuse fern zu halten.

Stubenkatze mit Nachwuchs

Früher waren besonders auf dem Lande die Hauskatzen im weitesten Sinne Nutztiere, sie hatten die Mäuse zu fangen bzw. in Schach zu halten. Sie hielten sich außerhalb der Wohnungen auf brachten dort ihre Jungen zur Welt und zogen sie auf. Heute geschieht das häufig in den Wohnstuben und die Katzenmütter scheinen sich dort in unmittelbarer Menschennähe wohl zu fühlen.

2. Beitrag

Ein Hauskatzenpaar kann im ersten Jahr schon 12, nach 6 Jahren fast 13000 und nach 10 Jahren 10 Millionen Nachkommen haben. Während meiner Kindheit in den 1930er Jahren war das vor allem auf dem Lande ein Problem. Für die Katzen gab es fast keine natürlichen Feinde, durch geringen Autoverkehr wurden auch nur wenige überfahren. Die Menschen ließen sich aber damals schon eine recht grausame Methode einfallen, um diesen Katzennachwuchs einigermaßen zu reduzieren. Als Kind durfte ich nicht zusehen, hatte aber heimlich beobachtet, wie die kleinen neugeborenen Kätzchen von Erwachsenen getötet wurden. Die überzähligen Katzenbabys wurden durch derbe Schläge auf den Kopf betäubt und anschließend zur Sicherheit, dass sie auch wirklich starben, in einem Sack (beschwert mit Steinen) in einem Teich oder einer Jauchegrube versenkt. Im übertragenen Sinne verbündete ich mich deshalb mit den Katzenmüttern und sorgte dafür, dass ihre Kleinen nicht entdeckt wurden. Ich gewann für mein Tun sogar einige Spielgefährten. Wir suchten und fanden in der Scheune, im Schuppen und sogar auf dem Hausboden Verstecke, in die die Erwachsenen nicht vordringen konnten. Dorthin brachten wir die Katzenbabys. Ich kann mich nicht mehr genau erinnern, aber ich meine, dass wir 3 Jahre lang diese „Katzenrettungsaktion“ betrieben. Nach dieser Zeit gab es in unserer Gegend so viele Katzen, dass uns das Ganze unheimlich wurde. Auf dem Hof unseres Nachbarn tummelten sich z. B. manchmal mehr als 20 Tiere. Dieser Bauer war immer sehr griesgrämig und er verbot die Fütterung aller Katzen, die sich jedoch anderweitig Futter suchten. In unserer Scheune, wo ich eine Futterstelle eingerichtet hatte, versammelten sich   aus der gesamten Umgebung eine unübersehbare Anzahl Tiere. Ich merkte aber, dass einige Anwohner nunmehr zur Selbsthilfe griffen. Mit grausamen Methoden töteten sie weiter. Wenn sie z. B. die Neugeborenen nicht gefunden hatten, mussten manchmal auch ältere Katzen ihr Leben lassen. Das alles zu verhindern reichten meine kindlichen Kräfte nicht mehr aus. Ich war ungefähr 16 Jahre alt, als ich mir bei einem bekannten Tierarzt Rat holte, wie das Töten der kleinen neugeborenen Katzen weniger grausam erfolgen könnte. Fortan wandte ich bei uns zu Hause und bei Nachbarn folgendes Verfahren an, das noch heute manchmal praktiziert wird: Die Tiere wurden in einen luftdicht verschließbaren Kasten oder Karton verbracht und unmittelbar vorm Zumachen ein stark mit Äther oder Chloroform getränkter Wattebausch hinzugetan. Bei dieser Überdosis an Betäubungsmittel schliefen die Kätzchen schmerzlos ein und wachten nicht wieder auf. Erfreulicher Weise wird aber in der Neuzeit durch die Kastration der Hauskatzen und -Kater versucht, ihre starke Vermehrung zu bremsen.