Tiere als Kriegsopfer

Veröffentlichungen bei einestages Spiegelonline - Fundbüro

Tiere als Kriegsopfer

Im Krieg gefallene und verwundete verunglückte Menschen erhalten viel Beachtung und öffentliche Aufmerksamkeit - Tieren dagegen wird dies nur selten zuteil. Doch unsere Mitgeschöpfe verspüren auch Angst und müssen viel Leid ertragen, das uns meistens nicht bewusst ist. Was mussten Tiere in Kriegszeiten gelitten haben: Bombenhagel, Raketen- oder Granatenbeschuss, Feuersbrünste, Trümmerfallen. Wer erlebte oder erinnert sich an Ereignisse, bei denen im Krieg Tiere in Mitleidenschaft gezogen wurden?

Von Ereignissen aus der Kriegs- und Nachkriegszeit, bei denen Tiere leiden mussten, existieren kaum Bilder. Vielleicht können aber Zeitzeugen ihre die Erinnerungen an die tierischen Opfer hier erzählen.

Eingereicht von: Ernst Woll

Ernst Woll am 21. März 2012, 12:03
An die generelle Anordnung, während des Fliegeralarms Schutzräume aufzusuchen, hielten wir uns 1943/44 in den Dörfern in Thüringen nicht. Man hörte und sah die überfliegenden feindlichen Bomber, aber die Angst hielt sich in Grenzen. Der Schrecken war deshalb an diesem Sommertag im Jahre 1944 besonders groß, als die Luft erzitterte, in der Umgebung unserer Kleinstadt die Erde zu beben schien und es unheimlich krachte. Ich befand mich gerade in unserem Hof, der etwa 2 Kilometer von der Bombeneinschlagstelle entfernt war und noch heute, nach 68 Jahren, erinnere ich mich an die damalige unheimliche Situation. In Sekundenschnelle war der Spuk vorbei und ich fand mich zitternd im Hausflur unter der Treppe wieder, wo in einer Ecke auch unsere Katze Putzi ängstlich hockte. Wahrscheinlich waren wir beide in Blitzeseile dorthinein geflüchtet. Zum ersten Mal in meinem Leben empfand ich 13jähriger, dass Mensch und Tier gleiche Ängste verspüren und gleichermaßen auf Gefahren reagieren.
Kinder sind von Haus aus neugierig und nach der Entwarnung des Fliegeralarms trieb es mich gemeinsam mit Schulfreunden zu der Stelle, wo die Bomben eingeschlagen waren. Die Bilder, die ich dort sah, konnte ich nie in meinem Gedächtnis löschen. Zwei Wohnhäuser gab es nicht mehr und die alte mehrere hundert Jahre alte Dorflinde, ein Naturdenkmal, war verschwunden. Mir war Tierliebe in die Wiege gelegt; seit ich laufen und mich verständlich machen konnte, suchte ich Nähe und Umgang mit unseren Mitgeschöpfen; was ich im Bombentrichter und Umgebung sah, erschütterte mich deshalb gewaltig: "Eine tote Katze mit aufgeschlitzten Bauch, eine verwundete, der ein Bein fehlte; unbeschreiblich die weiteren toten und verletzten Tiere, um die sich zunächst gar niemand kümmerte oder vielleicht auch kümmern konnte.“ Auch ich war machtlos und mein Hilfsbemühen wahrlich ein Tropfen auf den heißen Stein.
Wenige Tage nach dieser Bombardierung fand eine Trauerfeier mit großem propagandistischem Gehabe für die 9 gestorbenen Dorfbewohner statt. Ich nahm als Jungvolkführer daran teil. Dabei und auch sonst hörte und las ich in weiteren Medienberichten nichts über Opfer, Leid und Schmerzen der Haustiere, sie waren damals und sind auch noch heute oft keiner Erwähnung wert.

 
 
 
Ralf Bülow am 21. März 2012, 13:08
Am 10. Dezember 1916 versenkte der deutsche Hilfskreuzer SMS Möve im Atlantik den englischen Frachter SS Georgic, auf dem sich u.a. 1200 Pferde als Zuladung befanden. Hier wird der Vorfall beschrieben:
http://smsmoewe.com/ships/smsms25.htm
http://www.titanic-whitestarships.com/Georgic%20I.htm
Es ist kaum bekannt, dass es einen historischen Film vom Untergang der SS Georgic gibt:
http://www.criticalpast.com/video/65675026653_SMS-Moewe_fire-torpedo_hits-a-transport-ship_rolls-over-in-water
Es ist zum Glück ein Stummfilm (der im Internet mit Musik untermalt wurde). Man kann sich vorstellen, was sich damals unter Deck abspielte -die 1200 Pferde lebten ja alle noch. Der Kommandant der SMS Möve wusste das, er beschloss aber, den Frachter dennoch zu versenken.
Volker Altmann am 21. März 2012, 13:38
Sehr geehrter Herr Woll,

hier ein Lesetipp zu diesem Thema.

http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2010-2-197
 
Ernst Woll am 22. März 2012, 13:32
An Herrn Bülow und Herrn Altmann vielen Dank für die konkreten Hinweise. Mich bewegten während meiner Kindheit Anfang der 1940er Jahre die erschütternden Geschichten über das Leiden der Pferde im Kriegsgeschehen; Beschreibungen nach denen diese Tiere über weite Strecken hinweg von selbst wieder nach Hause fanden, beeindruckten mich besonders stark. Noch heute, nach 69 Jahren, sehe ich jedoch die Bilder der Pferdemusterung in unserer Kleinstadt vor mir, als wäre es gerade gewesen. Freilich erinnere ich mich, dass ich damals als 11/12jähriger Junge das Auftreten und die Arbeit der Stabsveterinäre bewunderte. Die Tiere wurden gründlich untersucht und nur gesunde für die Wehrmacht ausgewählt. Mir schien es nach der allgemeinen Auffassung in jener Zeit auch wichtig, dass unsere Soldaten die besten Pferde bekamen. Andererseits prägte sich mir ein, dass eine ältere Nachbarsfrau bitterlich weinte, als 2 ihrer Pferde für fronttauglich erklärt wurden. Ähnlich wie die Männer, mussten sie im Krieg an die Front. Die zurück gebliebenen Tiere hatten an der so genannten Heimatfront Dienst zu tun. Auch unsere Verwandten im Nachbardorf, die eine größere Bauernwirtschaft besaßen, mussten ein Pferd zum Bahnhof bringen, wo die Verladung im Güterwaggon zum Abtransport ins Armeelager erfolgte. Die Geschichte dieses 5jährigen Wallachs wurde oft in unserer Familie erzählt. Er ließ sich kaum bändigen, biss sogar einen Soldaten in den Arm und randalierte im Güterwagen derart, dass er andere Tiere verletzte, er war nicht zu beruhigen. Trotzdem wurde das unbändige Pferd mitgenommen. Ungefähr eine Woche nach diesem Abtransport stand eines Morgens der Wallach abgehetzt vorm Hoftor seines Heimatgehöftes. Was sollte nun mit diesem „Deserteur“ geschehen? Er konnte nicht berichten, wie er entkommen war. Desertierte Soldaten wurden hart bestraft – aber was konnte man mit einem Pferd tun? Unser Verwandter musste den Vorgang melden, denn das Tier zu verstecken wäre zu gefährlich gewesen. Er durfte es auch nicht behalten – es wurde von einem Rossschlächter abgeholt – also auch Todesstrafe für ein desertiertes Pferd?

3. Beitrag

Nach Unterlagen im Bundesarchiv – Barch (RHD 4/11/2, S.18) -   „wurden für den Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 750.000 Pferde bereitgestellt. Insgesamt wurden auf deutscher Seite im Zweiten Weltkrieg 2.800.000 Pferde eingesetzt. Insgesamt beliefen sich die Totalverluste an Pferden seit dem 22. Juni 1941 auf 1.558.508. Einer Aufstellung des Generalstabes des Heeres zu den Pferdeverlusten im Feldheer (einschl. der Luftwaffen-Feldeinheiten) für den Zeitraum vom 22. Juni 1941 bis zum 31. Dezember 1944 zufolge, lag der Monatsdurchschnitt an Totalausfällen bei Pferden in der Regel bei etwa 30.000, davon über 90% beim Ostheer.“ Diese Fakten erinnerten mich an einige Erlebnisse in der Kriegs- und Nachkriegszeit. Im April 1945 eroberten die Amis unsere Kleinstadt und zogen für 2 Monate als Besatzungsmacht bei uns ein. Wir Kinder bestaunten die motorisierte Kriegstechnik, Pferde sahen wir hier nicht. Dagegen hatten wir in den deutschen Wochenschauen vielfach gesehen, wie Pferde an der Front eingesetzt wurden und vom Kriegsgeschehen nicht verschont blieben. Das erlebte auch ich am letzten Kriegstag beim Beschuss meines Heimatortes durch die Amerikaner. Es war für mich ein erschütterndes Bild, dass die Geschützeinheit, die unseren Ort verteidigt hatte, völlig vernichtet worden war und einige tote Militärpferde zwischen den Trümmern lagen. Im Juni 1945 kamen dann die Sowjets als Besatzungsmacht zu uns nach Thüringen. Bei ihrem Einzug sahen wir fast keine Motorfahrzeuge sondern sehr viele Pferdegespanne. Freilich, das wussten wir, gab es auch in dieser Armee moderne motorisierte Kriegstechnik, aber scheinbar hatten die Pferde an der Ostfront bei beiden Kriegsgegnern eine große Rolle gespielt. So blieb mir die Erzählung eines deutschen Stabsveterinärs im Gedächtnis, der sagte: „Wir hatten die meisten toten Pferde durch mit Wundstarrkrampf infizierte Wunden und staunten, dass dies bei den Russen nicht der Fall war. Durch Gefangenenaussagen erfuhren wir, dass sie eine wirksame aber schmerzhafte Wundbehandlung anwandten. Sofort nach einer Verletzung haben sie mit einem glühenden Eisenstab die Wunde bis in die tiefsten Schichten regelrecht ausgebrannt. Das alles ohne Betäubung. Selbst mir, der schon viele Tiere mit Schmerzen sehen musste, schauerte bei dieser Methode – sie war brutal, verhinderte aber viele Totalverluste an Pferden.“

4. Beitrag 28.3.12

Schlimmes erlebten Menschen und Tiere in den letzten Kriegsmonaten an der Ostfront, als die Zivilbevölkerung vor der sowjetischen Armee gen Westen flüchteten. Bei einem Treck aus Schlesien, der es bis zu uns nach Thüringen geschafft hatte, war eine Katze dabei! Die Flüchtlinge erzählten, was ihnen damals mit den Katzen bis hierher alles widerfuhr:

„Die Hektik und das Hin und Her, als wir packten und bevor wir loszogen, berührten Menschen und Tiere gleichermaßen. Eine Katze hatte Junge, die sie ständig an andere Orte brachte, sie legte sie sogar in eine Kiste auf die Federbetten, die zum Mitnehmen verstaut werden sollten. Wir hatten den Eindruck, die Tiere spürten unseren Weggang. Wir sagten ihnen, dass sie von den Russen, die bald kommen, nichts zu befürchten hätten, das wären bestimmt Menschen, die Tiere eher schonen würden als uns Deutsche. Das wollten sie einfach nicht verstehen und sie begleiteten unseren Tross bei der Abfahrt bis an unsere Flurgrenzen, so weit reichte wahrscheinlich auch sonst ihr Revier. Drei Katzen ließen sich einfach nicht zurückweisen.

Die Wehrmachtsverbände die sich auf den befestigten Straßen parallel zu unserer Wegstrecke - nur in entgegen gesetzter Richtung - zur Front zu bewegten, zogen wahrscheinlich immer wieder russische Tiefflieger an. Bei solchen Angriffen suchten wir Schutz unter Bäumen oder warfen uns in Gräben auf die Erde – nur unsere Gespanne fanden fast keine Deckung. Auch unsere 3 mitgekommenen Katzen waren dann immer sehr aufgescheucht und rannten teilweise ziellos in verschiedene Richtungen. So geschah es bereits am zweiten Tag, dass eines der Tiere auf einen deutschen Panzer zulief, es unter dessen Ketten kam und zermalmt wurde. Dieses Vorkommnis hat uns sehr erschüttert, war es doch außerdem der Kater, der schon bei unserem Packen immer versucht hatte, unbedingt mitgenommen zu werden.

Auch eine weitere Katze kam auf tragische Weise ums Leben. Während eines Tieffliegerangriffs befanden wir uns auf einem Gelände ohne jeglichen natürlichen Schutz, keine Bäume, keine Sträucher. Wir krochen unter den Pferdewagen; um uns herum schlugen Geschosse ein. Ob mit oder ohne Absicht der Piloten, wussten wir nicht, aber direkt auf unsere Fahrzeuge schossen sie nicht. Warum unsere Katze plötzlich aus unserer Deckung lief konnte nicht nachvollzogen werden. Jedenfalls raste sie von uns weg und wurde dabei von einem Geschoss getroffen. Für diese tote Katze schaufelten wir ein Erdloch und begruben sie. Darum kommen wir hier mit unserer letzten „Flüchtlingskatze“ an.“

5. Beitrag Minensuchhunde 29.03.12

Mein Onkel, 1946 40 Jahre alt, war in jenem Jahr aus amerikanischer Gefangenschaft nach hause nach Thüringen gekommen und erzählte zunächst nichts über seine Kriegserlebnisse. Ich, damals ein neugieriger Jugendlicher, hätte gern aus seinem Munde etwas über seine außergewöhnlichen Erlebnisse, über die in der Familie immer nur in Andeutungen gesprochen wurde, gehört. Wahrscheinlich brauchte er Zeit, um all das Schreckliche zu verarbeiten. Nach etwa 10 Jahren hörte ich dann seinen Bericht, wie er in eine Strafkompanie kam und dort viele Hunde sterben sah. 1943 war er Obergefreiter und Kraftfahrer in einer Militärtransporteinheit in Albanien. Eines Nachts fuhr er in einer Kolonne mit 4 LKW als vorderstes Fahrzeug zu einem Munitionsdepot; er merkte, dass dies bereits von Partisanen besetzt war und kehrte um. Er wusste, dass sie, die 4 Fahrer und 4 Beifahrer, nicht in der Lage gewesen wären das Lager zurück zu erobern. Am Stützpunk angekommen, wurde er sofort verhaftet und wegen Feigheit vor dem Feind angeklagt. Er wäre zum Tode verurteilt worden, wenn er nicht hätte beweisen können, dass er unmittelbar vor der Abfahrt zum Einsatz die Nachricht vom Tod seines Vaters erhalten hatte. Das wurde als mildernder Umstand gewertet. So kam er in eine Strafkompanie zum Minenräumen. Als Unterstützung erhielten sie hier ausgebildete Minensuchhunde, die vor ihnen auf das vermutlich verminte Gebiet geschickt wurden. Mein Onkel erzählte, dass die Hunde in vielen Fällen Minen aufspürten, die plötzlich detonierten, wenn sie sich selbst vorsichtig genähert hatten. Er betonte immer wieder, dass er das Bild einfach nicht vergessen kann, wie dann die Tierkörper in die Luft flogen und zerfetzt wurden; die Hunde starben und retteten ihm und vielen Kameraden das Leben.

6. Beitrag

Es war am letzten Kriegstag – mein Heimatort in Thüringen wurde von amerikanischen Panzern beschossen, weil eine deutsche Geschützeinheit eine Verteidigungsstellung eingerichtet hatte und versuchte die Amis aufzuhalten. Gegen Mitternacht hörte der Beschuss auf, wir wagten uns aus dem Keller, sahen einen Granateneinschlag in unseren Garten und einen großen Feuerschein Richtung Marktplatz. Ich rannte mit meinem Vater dorthin, wo sich schon viele Menschen eingefunden hatten. Auf deren Gesichtern zeigte sch pures Entsetzen – mehrere Bauernhöfe und die Schule brannten lichterloh. Gebälk krachte, Funken von brennendem Heu und Stroh gaben ein Feuerwerk am Nachthimmel, beißender Rauch und Qualm machten das Atmen schwer, aber das Schlimmste war das Brüllen der angeketteten Rinder, das Quieken der Schweine, Pferde schlugen mit ihren Hufen gegen die Stallwände und es stank fürchterlich nach verbranntem Fleisch. Die Schweine konnten sich noch am ehesten retten, als die Türen von ihren Koben nachgaben rannten sie laut schreiend ins Freie. Mutige Männer versuchten auch, das Großvieh zu retten, aber nur wenige Tiere kamen schwerverletzt mit dem Leben davon. Ich sah glühende Kugeln gen Himmel fliegen und jemand neben mir sagte: "Das ist das Federvieh". Dieses Erlebnis blieb mir unauslöschlich.

7. Beitrag 30.3.12

Das Leben auf dem Bauernhof in einer Kleinstadt in Thüringen, auf dem die Katze Putzi daheim war, ging auch zu Kriegsbeginn unverändert weiter. Es gab genügend Futter und wenn sie Lust hatte, konnte sie Mäuse fangen. In der Scheune, in der sich Putzi nachts sehr gern aufhielt - hier wagten sich dann auch immer einige Mäuse hervor - brüteten auch einige Hühner Küken aus. Sie bewunderte diese Tiere, die durch fast nichts zu stören waren und die Eier, auf denen sie saßen, kaum verließen. Dann begann eine Zeit, in der fast jede Nacht mehrmals Sirenen heulten, ein solches Instrument befand sich ganz in der Nähe auf einem Dach und machte unheimlichen Lärm. Die Tiere wussten dies nicht einzuordnen aber für die Menschen war es die Ankündigung von Fliegeralarm mit den unterschiedlichen Tonintervallen: Voralarm, Alarm, Vorentwarnung, Entwarnung. Dieser Krach störte sogar die sonst beim Brüten unerschütterlichen Hennen, die oft dabei auch ihr Nest verließen und unruhig hin und her flatterten. Weil die Tiere manchmal zu lange vom Nest fernblieben wurden keine Kücken ausgebrütet. Im weitesten Sinne waren auch sie Kriegsopfer. Selbst die Katze verkroch sich ängstlich, fand aber keine Stelle, an der sie sich vor dem Getöse schützen konnte. Das Schlimmste dabei war außerdem, dass mit dem ersten Sirenenton auch alle Hunde in der Kleinstadt anfingen zu heulen, weil ihnen diese Töne große Schmerzen bereiteten. Der Sirenenlärm, das Hundeheulen und die beginnende gewaltige Hektik der Menschen verursachten auch bei der Katze ein richtiges Missbehagen, ja, auch sie hatte große Ohren- und Körperschmerzen, die sie aber nicht äußern konnte. In den letzten Kriegsjahren gab es dann nicht nur nachts, sondern zusätzlich am Tag Fliegeralarm. Es fielen dann auch Bomben wobei Haustiere verletzt und getötet wurden. Vielleicht ist es weit hergeholt aber durch das Kriegsgeschehen bekamen nicht nur Menschen psychische Schäden sondern auch die Tiere wurden oft verhaltensgestört. Ich war z. B. im Frühjahr 1945 beim Pflügen auf einem Acker von einem Tiefflieger beschossen worden. Pferd und ich blieben unverletzt, aber das Tier blieb lange Zeit derart verstört, wenn es z. B. Motorenlärm hörte, versuchte es immer auszubrechen.