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Gedichte Auswahl

Wenn du musst, dann musst du

 

Öffentliche Toiletten

können uns vorm Notfall retten;

kurzer Weg zu diesem Ort

weht schnell unsere Ängste fort.

Treffen wir dort mit Schrecken

auf schmutzige Toilettenbecken

kann schnell auch aus Versehen

alles peinlich in die Hose gehen.

 

Als vor vielen, vielen Jahren

die Kommunen reich noch waren

sorgten sie auch mit viel Geld

für Angenehmes in dieser Welt.

Genügend gute Einrichtungen

für der Notdurft Verrichtungen

konnte man finden allerorts,

sie hießen teilweise noch Aborts.

 

Nun begann eine neue Zeit,

man spart jetzt weit und breit

und in einigen großen Städten

beginnt das Sparen bei Toiletten.

Man sagt einfach den Touristen

wenn sie dringend einmal müssten,

sollten sie sich absolut nicht zieren

und in die Gaststätten hinein spazieren.

 

Zynisch könnten wir nun auch fragen:

Müssen wir uns wieder in Büsche schlagen,

wenn Darm oder Blase uns quälen

und wir die Sekunden bis zum Örtchen zählen,

das man nicht mehr zu finden wusste?

Denn es war weg, weil man sparen musste.

Oh weh, wie sehen die Parks dann aus,

machen wir wieder Toiletten daraus!

 

 

 

 

 

 

In der Vergangenheit gab es in Deutschland vorbildliche öffentliche Toiletten. Zynisch wird darauf hingewiesen: Geldmangel in den Kommunen könnte das verändern.

 

 

Gedanken zum Leben

 

Zu einem zufriedenen Leben gehören Trauer und Glück. Jedes Wesen besitzt nur ein Leben, das unwiederbringlich ist, geachtet und geschützt werden muss.

 

 

Denke ich an meine Vergangenheit zurück,

erinnere ich mich an  Pech und auch viel Glück.

In der Gegenwart stecke ich mir, wie Viele,

reale und auch wünschenswerte Ziele.

Ich will für die Zukunft gerüstet sein,

versuchen auszuweichen aller Pein.

 

Bewusstes, gründliches Analysieren

unterscheidet uns von den Tieren.

Trauern, sich auch freuen und erbauen

dabei hoffnungsvoll nach vorne schauen;

bist du dazu immer bedingungslos bereit,

gewinnst du eine echte Zufriedenheit.

 

Was ich bisher als das Wichtigste fand?

Gesundheit, Harmonie im Familienverband!

Das ist für viele Menschen auf der Welt

bedeutsamer und wertvoller als  Geld.

Unersetzbar ist aber immer das Leben,

es wird jedem Wesen nur einmal gegeben.

 

Diese Kostbarkeit zu achten, zu schützen,

wird dir und allen Menschen nützen.

 

Gabe nicht nur ein Geschenk

 

Gabe bedeutet nicht nur Geschenk, besonders verbunden mit anderen Worten werden unterschiedlichste Bedeutungen ausgedrückt.

 

Manche geizigen Leute

empfangen Gaben ohne Freude,

weil sie immer daran denken:

Jetzt muss ich auch etwas schenken!

 

Mit einem anderen Wort verbunden

habe ich „Gabe“ auch oft gefunden;

dabei häufig neue Begriffe entstehen,

wie wir dies bei Preisgabe sehen.

 

Beim Ausdruck Kundgaben

wir zuweilen Zweifel haben,

ob dieses schwülstige Reden

auch verstanden wird von jeden.

 

Anerkennung zu schenken

ist den Begabten, die  schnell denken,

dazu gehören gute Auffassungsgaben,

die besonders die Jüngeren noch haben.

 

Wenn die Älteren jedoch glauben

Junge könnten ihnen Vorrang rauben,

dann wirkt aber eine Gabe in dieser Welt

indem sich Erfahrung zu Wissen gesellt.

 

Jedem ist in seinem Leben

eine individuelle Gabe gegeben.

Ruhm aber nur diejenigen gewinnen,

die sich sehr stark darauf besinnen.

 

Nicht in der Wissenschaft allein

muss diese Gabe vorrangig sein,

auch reale, praktische Fertigkeiten

bleiben notwendig in alle Zeiten.

 

Einen feinen Humor zu haben

gehört zu den besonderen Gaben,

kommt schnelles Begreifen dazu

ist man guter Kabarettist im Nu.

 

Für Künstler im Beruf

ist „Zugabe“ ein beliebter Ruf,

denn es geht immer um

ein begeistertes Publikum.

 

 

 

 

Die Opfergabe war immer schon

verbreitet in mancher Religion.

Die Menschen sind  hier oft unverfroren,

wehrlose Tiere werden hierzu auserkoren.

 

Positiv wird aufgenommen

eine Aufgabe zu bekommen.

Aufgabe im Sinne aufzugeben

resultiert aus vertanenem Leben.

 

Aufgabe wegen einer Depression

führte in unzähligen Fällen schon

einen Menschen, der darunter litt

ohne professionelle Hilfe in den Suizid.

 

Eine Handlung, jeder kennt´s

ist die Gabe eines Medikaments.

Eine Vorgabe ist hierfür unerlässlich,

Nebenwirkungen sind sonst grässlich.

 

Hingabe hat nicht nur ein Gesicht,

sie wird beschrieben im Liebesgedicht;

unfreiwillige Hingabe von Gut und Geld

lässt uns dagegen hadern mit dieser Welt.

 

Unpassende Schimpfworte

 

Offensichtlich wurde schon bekannt:
„Sau" hatte ein Mann seine Frau genannt.
Sie kann sich aber bei diesem Frechen,
postwendend mit passenden Worten rächen:
„Das bedeutet, ich könnte Ferkel gebären,
diese Schweine dann deine Kinder wären."

Wenn sich also Menschen zanken
gerät vieles aus den Schranken;
schon oft Tiereigenschaften und -namen
ganz falsche Bedeutungen bekamen,
denn es bleibt beleidigend und gemein
nennt man jemand dreckiges Schwein.

Ich kann durchaus darauf wetten,
hätten Menschen keine Toiletten,
sähe es oft in ihrem schönen Haus
schlimmer als im Schweinestall aus.
Bei allen Tieren stelle ich immer wieder fest,
sie sind reinlich, wenn man sie selbst gewähren läßt.

Gang bedeutet nicht nur gehen

 

Das Wort Gang bedeutet nicht nur gehen, es findet sich in vielen Wortverbindungen und drückt auch unterschiedliche Bedeutungen aus.

 

 

Ein Gang

schnell, kurz oder lang,

wir werden es aber sehen

ist nicht allein das Gehen.

 

Jeder kommt drauf:

Nimmt etwas seinen Lauf,

dann nimmt es kurz oder lang

stets seinen gewohnten Gang.

 

Der Gang von Maschinen

muss Bewegungen dienen,

ergänzend wird jedoch auch klar

ob er regel- und gleichmäßig war.

 

Oft bewundern wir

auf einem Turnier

die Gangarten vom Pferd,

die man ihm mühevoll lehrt.

 

Bei einem Getriebe,

das ich schonen will und liebe

werde ich mich Vorsichtig verhalten

beim ungestümen Gangschalten.

 

In Süddeutschland

wird der Hausflur Gang genannt

und Räume, die schmal und lang

nennt man im Hause auch Gang.

 

Im wirtschaftlichen Bergbau

verfolgt man immer sehr genau

den Gangverlauf im Gestein,

Mineralien könnten eingelagert sein.

 

Wird etwas serviert,

der Gang das Bewegliche verliert,

es ist allen sehr wohl allen bekannt

ein Teil des Menüs wird so genannt.

 

 

 

 

Schnell zur Reparatur

muss eine kaputte Uhr,

die, wenn ihr Gang gestört

richtig zu zählen aufhört.

 

Eine kriminelle Bande

bezeichnet man auch hierzulande,

was für die deutsche Sprache eng,

mit den englischen Wort Gang.

 

Wiederkehrend jährlich

ist Eisgang auf Flüssen gefährlich.

Es wird aber dabei selten bemerkt,

dass dies der Klimawandel verstärkt.

 

Hoher Wellengang auf dem Meer

beunruhigt die Fischer oft sehr,

wenn ihre Schiffe geraten in Not

sind sie vom Untergang bedroht.

 

Worte die mit Gang enden,

oft auch den Wortsinn wenden

oder, wenn sie nicht wären,

gäbe es Probleme beim Erklären.

 

Urnengang und Wahlgang

Ein-, Ausgang und Freigang

Müßiggang und Niedergang

Spazier- und Gedankengang.

 

Diese Aufzählung lässt mich bekennen,

ich konnt´ nicht alle Beispiele nennen,

wo man überall den „Gang“ entdeckt,

der in zahlreichen Verbindungen steckt.

Ein alter Fahrradfahrer

 

Nach dem Krieg war das Fahrrad ein wichtiges Fahrzeug, das damals zur Fortbewegung viel Muskelkraft forderte; heute mit viel Raffinessen ausgestattet ist.

 

Vor mehr als 60 Jahren

war das Fahrradfahren

für große und kleine Leute

viel beschwerlicher als heute.

 

Eine funktionierende Klingel

gehörte für kleine Schlingel

zu den wichtigsten Dingen

sollte eine gute Fahrt gelingen.

 

Unbedingt brauchte man aber auch

einen dichten Fahrradschlauch;

dieser zeigte sich oft voller Tücken,

denn man musste ihn häufig flicken.

 

Einen Berg zu bezwingen

konnte oft nur schwer gelingen;

ohne Gänge nur mit Muskelkraft

hat man Gewaltiges dann geschafft.

 

Ich weiß es auch noch ganz genau,

viele Fahrräder waren Eigenbau.

Bis zusammengetragen alle Teile

dauerte es oft eine ganze Weile.

 

Viel Geschick war zu entwickeln,

um zu fahren mit diesen Vehikeln,

deren Lenker, Räder und Rahmen

sehr oft von der Müllkippe kamen.

 

Kummer hat uns damals gemacht

die sowjetische Besatzungsmacht,

denn oft plötzlich und ohne Zweck

nahmen Soldaten uns die Räder weg.

 

Sie fielen damit um sehr häufig,

Radfahren war ihnen nicht geläufig,

denn um zu lernen das Balancieren

darf die Geduld man nicht verlieren.

 

Als man dann verdiente mehr Geld

eroberte schnell das Auto die Welt,

es schmeckte darum nicht mehr jeden

immer nur in die Pedalen zu treten.

 

 

 

Dabei wurden aber Viele korpulent,

heute deshalb mancher täglich rennt;

andere das Fahrrad neu entdecken,

um zu bewältigen  lange Strecken.

 

Um herunter mit den Pfunden

dreht man viele Fahrradrunden,

mit Rädern, die modern und teuer

und Geschwindigkeit, die oft ungeheuer.

 

Hätten wir einst Räder besessen

mit den derzeitigen Raffinessen,

dann hätte uns aber der Rücktritt gefehlt,

der für mich zu dem Wichtigsten zählt.

 

Das sollten aber auch Politiker wissen,

bei denen wir oft einen Rücktritt vermissen.

Sie sind im ganzen Land

auch als „Radfahrer“ bekannt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Glück, Missgeschick 4.Gedicht

 

 

 

Wenn im Staat in der Verwaltung für die Karriere die Parteizugehörigkeit zählt, dann kann das auch zu einer Diktatur führen, die es überall zu verhindern gilt.

 

 

 

Wir fanden es in der DDR nicht heiter,

 

wenn auf der Karriereleiter

 

besonders die oberen Sprossen

 

nur vorbehalten waren für Genossen.

 

 

 

Auch in der Bundesrepublik

 

Wird es zum Missgeschick,

 

wenn eine Wahl vorbei

 

und man ist in der falschen Partei.

 

 

 

Staatsdiener sind davon betroffen,

 

weil sie meistens darauf hoffen,

 

dass sie fest im Sattel seien

 

als Mitglieder regierender Parteien.

 

 

 

In der DDR war nach der Wende

 

manche Karriere jäh zu Ende;

 

das galt aber keinesfalls

 

für den so genannten Wendehals.

 

 

 

Solche sind mir über den Weg gelaufen,

 

wollten Medaillen, Abzeichen verkaufen.

 

Als Opfer bezeichneten sie sich plump,

 

sie waren aber ein Gesinnungslump.

 

 

 

Wenn allein die Partei alles lenkt,

 

fühlt man sich oft sehr eingeengt,

 

wozu das sehr schnell führt,

 

haben wir in der DDR gespürt.

 

 

 

Ich finde es deshalb besonders schlecht

 

Wenn es heißt: „Die Partei hat immer recht.“

 

Das gilt in diktatorischen Staaten.

 

Tun wir alles um da nicht hinein zu geraten.

 

 

 

 

 

 

 

 Wenn allein die Partei alles lenkt,

fühlt man sich oft sehr eingeengt,

 

wozu das sehr schnell führt,

haben wir in der DDR gespürt.

 

                          

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein Malheur mit Rizinusöl

 

In einer Apotheke trinkt ein mit Darmproblemen geplagter Mann  sofort  eine Flasche Rizinusöl aus. Die Wirkung kommt, bevor er zu Hause ist.

 

An der Theke

in der Apotheke

steht ein Mann und klagt,

dass sein Stuhlgang oft versagt.

 

Der Apotheker weiß Rat,

Rizinusöl hat er parat,

es ist das Mittel der Wahl

zu befreien von der Qual.

 

Eine Flasche der Arznei

bringt er schnell herbei,

ehe er es aber verhindern kann

wird sie ausgetrunken von dem Mann.

 

Der Fachmann ist entsetzt und sagt:

„Sie haben Schreckliches gewagt,

versuchen Sie schnell heimzukommen,

der Effekt wird dann bald kommen.“

 

Die Zeit reicht jedoch nicht aus,

er schafft es nicht nach Haus

und das Malheur war riesengroß,

ungestüm ging alles in die Hos´!

 

Mancher meint: „Viel hilft viel.“

Verfehlt damit jedoch sein Ziel:

Gefährlich sind dabei für Laien

schnell stark wirkende Arzneien.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Der verflixte Dialekt

 

Bei Gesprächen zwischen Hochdeutsch- und Dialektsprechenden kann es vielfach Missverständnisse geben. Ein kritischer Fall wird im Gedicht beschrieben.

 

 

Ein Ostthüringer vor Gericht:

Er versteht den Richter nicht:

Der sagt ihm unverhohlen,

er habe Hosen gestohlen.

Das gibt er ja auch zu

aber was soll das ganze Getu´?

 

Die Frage kann er nicht verstehen,

er soll sagen wie Hosen aussehen?

Er ist aber ein gutmütiger Mann

und erklärt freimütig alsdann:

„Zwei hatten ein ganz weißes Fell

und drei waren am Rücken hell.“

 

„So sehen doch keine Hosen aus,

fehlt Ihnen Respekt vor diesem Haus?“

Schimpft der Richter ganz empört:

„Solchen Unsinn habe ich noch nie gehört!“

Eingeschüchtert antwortet der Delinquent,

dass er aber viele solche Hosen kennt.

 

Nach einem langem Hin und Her

wundert sich durchaus keiner mehr:

Im Dialekt Hasen Hosen heißen

und der Angeklagte konnte beweisen:

Die gemausten Hosen waren Hasen,

die man nicht anzieht, denn sie grasen.

 

Zum Schluss hat sich herausgestellt,

dass – wie so vieles auf der Welt –

die Anzeige ein Missverständnis war,

denn alles wurde nunmehr klar:

Im Dialekt heißen Hasen  - „Hosen“

„Husen“ nennt man die richtigen Hosen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abnehmendes Kurzzeitgedächtnis

 

Im Alter lässt das Kurzzeitgedächtnis nach; dabei können Konflikte im Familienleben entstehen. Viel Zeit wird im Alter mit Suchen verbracht.

 

Als wir einst vor mehreren Jahren

oftmals zu Besuch bei Oma waren

war ihre Begrüßung damit verbunden:

„Bei mir ist wieder was verschwunden.“

 

Wir dachten: „Mein Gott Walter,

mit über 90  hat sie auch ein hohes Alter“,

da kann man durchaus vergesslich sein,

erfolgreich halfen wir aus ihrer Pein.

 

Mit Mitte 80 sind nun häufig wir verzagt,

wenn unser Kurzzeitgedächtnis auch versagt.

Wir belassen zwar alles am bekannten Platz;

doch steht oft die Frage: „Wo ist dies und das?“

 

Man darf indessen in seinen alten Tagen

auch nur noch die Wahrheit sagen,

denn man weiß nach kurzer Zeit oft nicht,

wem hab ich Wahres oder Lügen aufgetischt?

 

Gar oft ich heimlich, leise fluche,

wenn ich wieder einmal etwas suche,

denn heute raubt mir die meiste Zeit

meine sich verstärkende Vergesslichkeit.

 

Wir sind seit über 60 Jahren schon vermählt,

haben seither gern all die Stunden gezählt,

in denen wir in Harmonie und sehr  bedacht

immer gemeinsam alles zuwege gebracht.

 

Jetzt ist aber eine Zeit gestartet,

in der jeder oftmals darauf wartet,

dass die Frage ertönt ganz spontan:

„Wo hast du dies oder jenes hingetan?“

 

Mit der Geduld ist es dann vorbei,

es beginnt eine hektische Sucherei,

bei der jeder jedem die Schuld nun gibt,

er hätte schusselig wieder etwas versiebt.

 

Oft erst nach mehreren Stunden

wird das Vermisste dann gefunden

und in der kleinen „Familienwelt“

ist häuslicher Friede wieder hergestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zukunft ohne Tierversuche

 

Tierisches Leben ist nicht minder wertvoll als menschliches; alle Bestrebungen sollten auf Reduzierung oder Wegfall von Tierversuchen gerichtet werden.

 

Bei den Versuchen mit Tieren

wir zuweilen die Moral negieren.

Als einzige Wesen können nur wir denken,

müssen deshalb alles verantwortlich lenken.

 

Allen Geschöpfen wird ihr Leben

auf dieser Welt nur einmal gegeben.

Für Einige ist dabei die Frage nicht geklärt:

„Hat für sie tierisches Leben geringeren Wert?“

 

„Mitgeschöpfe“ soll es stets heißen,

wenn wir Tierschutz hoch preisen:

Man sagt: „Einige wollten davon nichts wissen,

quälten Versuchstiere ohne schlechtes Gewissen!“

 

Dieses Extrem trifft zum Glück nur selten zu,

Tierschützer ließen bisher keine Ruh:

Forderten mit Erfolg alles darauf zu lenken,

Versuche auf Existentielles zu beschränken.

 

Gemeinsam zu fördern ist die Wissenschaft,

die Alternativen zu Tierversuchen schafft,

im Namen aller Tierfreunde tut dies kund

auch der  bekannte Deutsche Tierschutzbund.

 

Dabei wird es uns für die Zukunft nützen,

nicht nur menschliches Leben zu schützen,

denn es kann und wird durchaus gelingen

alles auch ohne Tierversuche voran zu bringen.

 

 

 

 

 

 

Traum von Siegen in der Jugend

 

Im Alter träumt man oft von der Jugend, der Vergangenheit. Schönes kommt dabei in Erinnerung, aber man spürt auch die schwindende Kraft im Alter.

 

Ich renne, renne, renne,

bangend ich erkenne:

Es scheint mir nicht zu gelingen

die Laufstrecke zu bezwingen.

 

Seit 70 Jahren vom Ergeiz entbrannt

bin ich seither überaus oft  gerannt

nach hohen unendlich vielen

oft  nicht erreichten Zielen.

 

Mir sitzt jetzt die Zeit im Nacken;

kann ich es dennoch packen,

wenn auch die Kräfte schwinden,

Anstrengungen zu überwinden?

 

Bilder sehe ich deutlich und klar,

denke daran, wie es früher war,

als ich mich oft darin sonnte,

wenn ich ein Sieger sein konnte.

 

Ich spüre: Ich werde gehetzt,

bin plötzlich ganz entsetzt,

andere überholen mich schnell

und es wird vor meinen Augen hell.

 

Schweißgebadet wache ich auf,

der anstrengende Marathonlauf,

weiß ich nun, aber glaube es kaum,

war nur ein bedrückender Traum!

 

 

 

 

Glück, Missgeschick 1.Gedicht

 

Mit über 80 Jahren erlebte ich  Glück und Missgeschick. In einer Gedichtsreihe will ich davon berichten. 1. Beim Fahrradfahren konnte ich nicht bremsen.

 

Mit über 80 Jahren

hat man im Leben viel erfahren,

dabei manches Glück

aber auch oft Missgeschick.

 

 

In mehreren Gedichten

will ich nun davon berichten

was schon alles so passierte

wenn man im Alltag nicht parierte.

 

Im Alter von fünf Jahren

lernte ich schon Fahrrad fahren

als erste Regel galt:

Dass ich einwandfrei Balance halt´.

 

Alleine wollt ich radeln,

ließ mich nicht gerne tadeln:

Bremsen sei das Wichtige,

aber für mich Geschwindigkeit das Richtige!

 

Auf den steilen Dorfstraßen

konnte ich schnell hinunterrasen,

ich tat es ohne Bange,

doch die Freude währte nicht lange.

 

Ich fuhr los, sehr rasant,

Rücktritttreten war mir noch unbekannt

und ich landete zwar weich

im kalten Wasser, in einem Teich.

 

Mein Vater hatte einen Rat

von Allgemeingültigkeit dazu parat:

Maschinen sind nur anzuschalten,

wenn man auch weiß, wie sie anzuhalten.

 

 

 

 

 

Glück, Missgeschick 2.Gedicht

 

Vermeintliches Glück beim Pilzsammeln kann auch Missgeschick  sein; ähnlich aussehende essbare und giftige Pilze führen oft zu folgenschweren Verwechslungen.

 

Pilze sammeln ist bis heute

für viele Leute eine Freude;

der Aufenthalt in Wald und Flur

stärkt die Verbundenheit mit der Natur;

das Glücksgefühl aber sehr schnell schwindet,

wenn man nur giftige Pilze findet.

 

Sammleraugen jedoch immer strahlen

kann der Sucher mit vielen Pilzen prahlen.

Der Fachmann weiß aber auch was wird,

wenn der Laie sich beim Sammeln irrt,

damit ist nicht nur der Appetit zu verderben

sondern es kann  auch jemand daran sterben.

 

Im Wald ich einst an eine Stelle kam

wo mir der Anblick fast den Atem nahm

ich fand Steinpilze in großen Massen:

Warum hatten andere diese stehen lassen?

Ich wähnte mich im Sammlerglück

und ließ wohl keinen Pilz zurück.

 

Zu hause: Alle packen fleißig zu,

und das Pilzgericht ist fertig im Nu.

Mutter hat im Mund den ersten Bissen,

da wird ihr Gesicht versteinert, verbissen,

sie tobt und spuckt alles auf den Tisch:

„Das ist ja giftig, bitter, dass esse ich nich!“

 

Die Pilze, die ich so reichlich fand

werden auch Bitterröhrlinge genannt,

ihr Gift wird durch Kochen inaktiviert,

bitterer Geschmack sich aber nicht verliert.

Steinpilzen gleichen sie in ihrer Form

Verwechslungen sind deshalb ganz enorm.

 

 

 

 

Glück, Missgeschick 3. Gedicht

 

Schon als Kind muss man lernen, dass es immer besser ist gründlich nachzudenken, um selbst bei einem Spiel kein Missgeschick zu erleben.

 

Bei einem Kinderspiel,

das mir zunächst gefiel,

beorderte man mich

unter einen Tisch.

 

Nun wurde gesagt:

„Was jetzt folgt ist gewagt!

Um zu überleben

kannst du auch noch aufgeben.“

 

Überstehen könnt´  ich aber nich´

3 derbe Schläge auf den Tisch.

Ich zeigte jedoch Mut

und fand die Probe gut.

 

Nach zwei Schlägen

tut sich nichts mehr regen.

Das war der Trick beim Spiel:

Dass nun der 3. Schlag ausfiel.

 

Als sich alle lachend wanden

hatte ich sehr schnell verstanden:

Will man kein Lehrgeld bezahlen,

ist Nachdenken besser als prahlen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Schmusende, kratzende Katzen

 

Katzen gehören zu den beliebtesten Heimtieren. Ihr unnahbares aber auch anschmiegsames Wesen findet das Wohlwollen vieler Menschen.

 

Frage an die Natur:

Woran liegt es nur?

„Warum alle Katzen

schmusen, kratzen,

nach eigenen Trieben

töten und auch lieben,

ihr Wesen wandeln,

eigenwillig handeln.

 

Somit hat die Zoologie richtig gewählt,

dass sie Katzen zu den Raubtieren zählt;

Auserwählte davon sind uns gut bekannt,

sie werden zahme Hauskatzen genannt.

Wir spüren aber auch bei diesen Tieren,

Raubtierhaftes können sie nicht verlieren,

sie zeigen uns deutlich im Spiegelbilde:

Auch wir Menschen waren einst Wilde,

wir lebten von der Jagd, von der Beute

und das bevorzugen Katzen noch heute.

 

Beobachtetes Katzenleben

kann uns Antwort geben

warum Katzen, trotz allem

uns äußerst gut gefallen,

uns ihre Eigenwilligkeiten

sogar oft Freude bereiten,

weil sie uns auch offenbaren

sie sind die Unnahbaren.

Honigbienen in Gefahr

 

Weltweit wird „Bienensterben“ beobachtet. Aussterben der Bienen hätte Folgen für  fehlende Bestäubung und Verlust des Honigs als Heil- und Nahrungsmittel.

 

Alle Bienen müssten stechen,

sich auf diese Weise rächen

bei der Menschheit, die unbedacht

ihnen mit Giften den Garaus macht.

 

Nichts zählte der Bienen Leben,

als man in gewinnsüchtigem Streben

bei der Unkrautbekämpfung vergaß:

Diese Mittel sind ein giftiger Fraß.

 

Der  Wissenschaftler Warnung ist wahr:

Die Zukunft der Menschen ist in Gefahr,

wenn man nicht auf diese Stoffe verzichtet

und mit Chemie weiter Bienen vernichtet.

 

Heute weiß nahezu jedermann,

dass fast keine Frucht reifen kann,

würde sie nicht bestäubt von Bienen,

die Achtung für ihren Fleiß verdienen.

 

Als Honigproduzenten zählen sie

zu Nutztieren, genau so wie das liebe Vieh,

und wir wissen aus vielfältiger Erklärung

die Produkte gehören zur vollwertigen Ernährung.

 

Viele Erzeugnisse der Honigbienen

auch als bekannte Heilmittel dienen:

Wo und wie sie sich dabei bewähren

darüber wäre umfassender aufzuklären.

Dopingskandale auch im Westen

 

Als nach der Wende Dopingskandale in der ehemaligen DDR aufgedeckt wurden, forderte man im Westen Bestrafungen – gilt das jetzt auch für Schuldige im Westen?

 

Seit Jahren ist es gelungen

anzufachen die Begeisterungen

für Höchstleistungen im Sport.

Aber ist das nunmehr alles fort?

Wenn man allerorten davon hört

wie Doping Idealismen zerstört?

 

Nach der Wende gab´s Debatten

weil viele Ostsportler gedopt hatten

und fast jeder vom Westen fand:

Typisch DDR, ein unfreies Land!

Nun ist es aber auch im Westen

aus mit den schönen „weißen Westen“.

 

Es ist nichts so fein gesponnen,

alles kommt ans Licht der Sonnen.

Ein alter Spruch, der aber schärft den Blick

auf die ehemalige Bundesrepublik,

dort wohl manchem Sportfunktionär

das Dopingvertuschen viel lieber wär´.

 

Belastend wenn wir außerdem erfahren,

dass auch Politiker beteiligt waren,

wenn es staatlicherseits immer darum ging

zu unterstützen das überaus riskante Doping.

Die vielen ehrlichen Sportler fragen:

„Müssen wir diese Heucheleien ertragen?“

 

Warum zeigt man kein ehrliches Gesicht?

Bringt die Verantwortlichen vor Gericht,

nennt Funktionen und alle Namen offen,

um auf das Ende des Skandals zu hoffen.

Leider sind wir es immer wieder gewohnt,

dass man Einflussreiche allseits schont.

 

Gern will man Verhältnisse vorschieben,

die uns vom „Kaltem Krieg“ geblieben.

Doch wer den Sport andauernd politisiert

leicht des Volkes Zustimmung verliert.

Ins Parlament sollte man nur diejenigen wählen,

die ehrlich handeln und keine Träume erzählen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Kirschenklau

 

Kinder klauen in fremden Gärten gern Kirschen. Einen Baumbesitzer gelingt es nicht den Kirschenklau, auch mit einem Trick, vom Baum zu locken.

 

 

In des Baumes Spitze

sitzt der kleine Fritze,

die Kirschen schmecken,

er ist nicht abzuschrecken

von des Besitzers Kommen,

weiter nascht er unbenommen.

 

Der Mann dünkt sich schlau

ankündigt dem Kirschenklau:

„Etwas Schönes sag ich dir,

wenn du herunterkommst zu mir!“

Die Antwort kommt verbissen:

„Ich muss aber nicht alles wissen!“

Geheimnis mit dem Geheimnis

 

In der modernen Welt veröffentlicht man ungewollt viel Persönliches. Es gibt kein Patentrezept wie man sich allumfassend schützen kann.

 

 

Wenn die Welt noch in Ordnung wäre

hätte ich eine unbehelligte Privatsphäre.

Doch wissen wir heute keinesfalls,

welche Ausspäher haben wir am Hals?

 

Im Internet ist mein Name präsent,

bestimmt die Werbung darauf brennt:

Was verbirgt sich hinter dieser Person,

was hat die schon bestellt bei „Amazon“?

 

Dabei bin ich aber immer bemüht,

dass im Netz man nur Harmloses sieht,

woraus sich kein Gesamtprofil ergibt,

das bei Verkaufstrategen so sehr beliebt.

 

Viele Sicherungen wende ich an,

damit Niemand das knacken kann,

was mein Geheimnis bleiben soll.

Geheimcodes find ich dabei toll.

 

Doch nun weiß ich fast nicht weiter,

Schutzmaßnahmen finde ich nicht heiter,

denn nachlassendes Gedächtnis, oh Schreck:

Geheimzahl und Passwort sind oft weg!

 

Worüber vielleicht so mancher lacht,

ich hab mir nun Eselsbrücken ausgedacht,

die sich besser in mein Gehirn einfügen,

denn sie beinhalten unzählige Lügen.

 

Hier werde ich mich heute nicht offenbaren,

kein Leser soll meine Geheimnisse erfahren.

Mit 82 muss ich jedoch auch daran denken:

„Wem kann ich am Sterbebett Vertrauen schenken?“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Erst Diagnose, dann Arznei

 

In einem Gedicht wird dargestellt, dass auch bei Tierkrankheiten Selbstbehandlung an Grenzen stößt. Erst gesicherte Diagnose, dann Behandlung.

 

Mein Hund hat Bauchweh, er quält sich;

bestürzt, verzweifelt frage ich mich:

Was soll ich tun in meiner Not?

Selbsthilfe ist wohl das erste Gebot!

 

Von Bekannten habe ich einst gehört,

wenn des Menschen Verdauung gestört

sei Rizinusöl eine bewährte Arznei

und die hole ich sehr schnell herbei.

 

Mensch und Tier sich in Vielem gleichen,

deshalb muss Medizin gleiches erreichen,

wenn der Darm sich nicht mehr entleert

ist also dieses Mittel keinesfalls verkehrt.

 

In Futter versteckt werden Ölkapseln leicht

den Patienten in hoher Dosis gereicht,

doch, das gibt es nicht, das kann nicht sein:

Durchschlagender Erfolg stellt sich nicht ein!

 

Im Darm des Hundes ist festgeklemmt,

ein Plaste - Ball, der den Durchgang hemmt.

Erst beim Röntgen wird deshalb entdeckt,

was hinter dem Leiden des Tieres steckt.

 

Darum gilt auch bei Tierkrankheiten:

„Konsultiere den Fachmann beizeiten.

Erkenne Grenzen rechtzeitig, einwandfrei,

damit der Tierarzt ein Retter sei!“

 

Ein Affe mahnt

 

Einem Tier, einem Affen, wird unterstellt, dass er Gedanken zum Verhältnis Tier – Mensch zum Ausdruck bringen kann. Es sind Mahnungen.

 

Ein Zoo - Affe hinter Gittern spricht:

„Es gefällt mir immer wieder nicht,

die Menschen wollen was zum Lachen

und dafür sollen wir viel Faxen machen!“

 

Seine Gedanken gehen aber weiter

und die sind bestimmt nicht heiter.

„Wer hat euch eigentlich erlaubt,

dass ihr uns die Freiheit raubt?

 

Angeblich hat euer Gott bestimmt,

dass wir Tiere untertan euch sind.

Es ist jedoch Niemandem bekannt,

dass er hätte auch Einsperren genannt.

 

Ich kann sogar bedingt verstehen:

Zum Jagen wolltet ihr nicht mehr gehen,

ihr dachtet euch etwas Besseres aus

und brachtet Nutztiere in euer Haus.

 

Aber bedenkt, was diese Tiere wollen:

Immer Achtung solltet ihr ihnen zollen,

müsst sie artgerecht pflegen und halten,

die Gesetze der Natur sind dabei einzuhalten.

 

Viele Mitgeschöpfe, weil das gefällt

man jedoch oft zum Vergnügen hält,

das sind die Tiere im Zoo und Zirkus

und die, die man nur hält zum Luxus.

 

Dagegen kämpfen wir Tiere nicht an,

nur unerträglich wird es immer dann,

wenn Menschen in uns nur eine Sache sehen

und die Forderungen über das Normale gehen.“

Was steckt hinter der Magie

 

Als Kind bewundert man Zauberer, will aber immer gern hinter die Kulissen schauen. Bei Provesionellen gelang mir das aber nie.

 

Von des Zauberers Experimenten

lassen wir uns häufig blenden;

wollen aber immer gern wissen,

was geschieht hinter den Kulissen?

 

Dabei behauptete ein Zaubersmann,

dass er alles wieder finden kann

was andere heimlich verstecken

und wäre es in den entlegensten Ecken.

 

Als Kind bewunderte ich seine Schau

und beobachtet ihn aber immer sehr genau.

Ich wollte erfahren was er heimlich machte,

er vorerst Illusionen zum Einsturz brachte.

 

Er selbst offenbarte den Zuschauern,

die wie ich auf große Sensationen lauern,

im Publikum befindet sich jemand

mit dessen Hilfe er immer alles fand.

 

Weil nun alle in diese Richtung denken

kann er damit geschickt davon ablenken,

was mit den versteckten Sachen geschah,

die man nun an der Decke schweben sah.

 

Diesen großartigen Zaubertrick,

ausgeführt mit grandiosem Geschick,

habe ich nie enträtseln können,

muss der Magie ihr Geheimnis gönnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Einiges zur Mobilität

 

Mobil bedeutet nach Duden beweglich, rege, wohlauf. In Wortverbindungen ergeben sich unterschiedliche Deutungen (Mobilität, Mobilfunk, mobil machen u. a.).

 

Das kleine Wort mobil

gebraucht man gern und viel

für beweglich und agil,

emsig sucht man ein Ziel.

 

Wird allerdings mobil gemacht

weil man einen Feind ausmacht,

hat das Wort einen anderen Klang

und Pessimisten wird es bang.

 

Zuerst gibt es vor jedem Krieg

Hurrageschrei für einen Sieg.

Mobilmachung finden dann viele gut,

man entfacht damit des Volkes Wut.

 

Mobil macht angeblich auch die Bahn,

fehlt es aber den Managern an Elan,

müssen Reisende auf verspätete Züge warten,

sie können nicht froh in den Urlaub starten.

 

Auch bei dem modernen Mobilfunk

gibt es derzeit berechtigt Stunk.

Unbescholtenen wird Vertrauen zerstört,

sie werden von Geheimdiensten abgehört.

 

Es gehört heut außerdem zum guten Stil

anzugeben mit einem schnellen Automobil,

dabei ist es indessen höchste Zeit

zu bremsen der Autos Schnelligkeit.

 

Ebenfalls zur Verbesserung der Mobilität

gibt es auch für Gehbehinderte ein Gerät,

es ist der gern genutzte Gehwagen,

man kann auch Rollator dazu sagen.

 

Ist jemand sehr krank gewesen

und nach langer Zeit genesen

ist er im Volksmund wieder gut drauf

und auch mobil, das bedeutet wohlauf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wo Tiere uns überlegen sind

 

Bekannt ist der ausgeprägte Geruchs- und Spürsinn der Hunde. Diese Eigenschaften werden mannigfaltig genutzt, können aber auch Kindern das Spiel verderben.

 

 

Tieren sind oft Fähigkeiten zu Eigen

vor denen wir uns respektvoll verneigen.

Bekannt sind viele wahre Episoden

in denen sich kluge Hunde überboten,

für vermisste Menschen und Sachen

das Auffinden möglich zu machen.

 

Versteckte zu finden ist das Ziel

bei einem beliebten Kinderspiel,

wenn dabei Hunde mit von der Partie

gelingt es aber den Kindern fast nie

sich in ihren Verstecken zu tarnen,

weil die Tiere gern die anderen warnen.

 

Sehr viele eindeutige Beispiele belegen,

beim Geruchsinn sind uns Hunde überlegen.

So ist neuerdings in aller Munde

eine Diagnosehilfe durch Hunde,

die durch ihr Verhalten signalisieren

wenn sie Krankhaftes an Patienten spüren.

 

Bei Katastrophen, vorrangig von Erdbeben,

können wir es immer wieder erleben,

oft nehmen wir noch gar nichts wahr,

da merken die Tiere schon die Gefahr.

Dies für eine Frühwarnung nützen

kann vor größerem Unglück schützen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Freund und Feind hört mit

 

Die ehemaligen Methoden der Spionage brauchten zum Belauschen vorrangig Menschen. Selbst angebliche Freunde nutzen aber heutige Möglichkeiten auszuspionieren.

 

 

Im 2. Weltkrieg

sprach man viel vom Sieg

und von Feinden,

die es nicht gut meinten.

 

„Feind hört mit“

Auf Schritt und Tritt

sah man damals diese hohle

zur Vorsicht mahnende Parole.

 

Mir es aber heute scheint:

Es gibt wieder einen Feind,

weil es uns überaus stört:

Wir werden wieder abgehört!

 

Wie weit reicht eigentlich Freundschaft,

wenn man nun Rechtfertigungen schafft

total und heimlich zu belauschen,

ohne ehrlich auch alles auszutauschen?

 

Entstehen heute wieder Kriegsgegner,

die ungehemmt und verwegener,

um den Terrorismus zu besiegen,

jetzt selbst Verbündete belügen?

 

 

 

 

 

 

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Amseln auf dem Balkon

 

Manche Wildvögel verlieren die Scheu vor Menschen. Von einem Amselpaar, das deshalb auf einem Balkon brütete, wird in einem Gedicht berichtet.

 

Ein Tierverhalten ist jetzt neu:

Wildvögel verlieren oft die Scheu,

denn schon seit manchem Jahr

erlaubt es uns ein Amselpaar

auf dem Balkone zuzuschauen

wie sie exakt ihr Nest erbauen.

 

Die Eier legt hinein die „Amselin“

und hat dann nur noch dafür Sinn,

dass sie ihr Gelege in dem Nest

nicht unvorsichtig auskühlen lässt.

„Anselm“ ist dabei darauf bedacht,

dass sie auch alles richtig macht!

 

Meist cirka 13 Tage dauert´s dann

bis man erste Schnäbel sehen kann.

Bestaunen kann man nun

der Vogeleltern fleißig Tun,

pro Tier und Tag 16 Gramm Futter

bringen herbei Vater und Mutter.

 

14 Tage nach dem Schlüpfen

die Kleinen aus dem Neste hüpfen,

aber erst nach ungefähr 3 Tagen

sie sich fliegend weiter wagen,

bis zur richtigen Selbstständigkeit

vergeh´n noch weit´re 20 Tage Zeit.

 

Ein Kleines verlor in diesem Jahr

den Anschluss an die Geschwisterschar,

es blieb auf dem Balkon zurück,

hatte dabei aber großes Glück,

weil die Eltern das Rufen vernahmen

und auch weiter zum Füttern kamen.

 

Der Nachzügler wurde aufgezogen

und ist gefestigt in die Freiheit geflogen.

Gleich, ob hilfloses Tier oder Kind,

erfreulich, wenn wir aufgeschlossen sind

für Schutz und Rettung von Leben,

das uns bekanntlich nur einmal gegeben.

Schwindel mit Zeugnisnoten

 

Eltern behaupten gern, immer gute Schüler gewesen zu sein. Wenn aber die Kinder zufällig die versteckten Zeugnisse entdecken, schwindet das fingierte Vorbild.

 

Mit `nem großen Mund

tut so mancher kund,

dass er stets und immerdar

ein sehr guter Schüler war.

 

Die Zeugnisse mit den Noten

liegen aber versteckt auf dem Boden,

weil sie absolut nicht taugen

für sehr kritische Kinderaugen.

 

Denn Vater und Mutter behaupten,

so dass auch die Kinder glaubten:

Sie hatten nicht einmal Dreien,

sondern stets nur Einsen und Zweien.

 

An eines Schuljahresende

kam dann eine große Wende,

eine schlimme Schreckensbotschaft:

Sohn hat die Versetzung nicht geschafft!

 

Der Bestrafte jedoch zieht sich zurück

und erlebt ein befreiendes Glück:

Als er die Zeugnisse der Eltern findet,

jäh das erlogene Vorbild schwindet.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Taschentuch, Anstandssymbol

 

Kinder wehren sich gern gegen die Einhaltung von Anstandsregeln. Sie ziehen lieber den Nasenschleim hoch als dass sie ein Taschentuch benutzen.

 

Meine Oma wollte es erzwingen

mir gutes Benehmen beizubringen.

Sie sagte: „Willst du kein Flegel sein,

dann halt die Anstandsregeln ein!“

 

„Hast du ein saubres Taschentuch?“

Diese Frage war für mich ein Fluch,

die ich als kleiner Junge hörte

und die mich immer wieder störte.

 

„Ja“, rief ich, es stimmte selten,

denn in gänzlich anderen Welten

war ich meist mit den Gedanken,

die sich nicht um Anstand rankten.

 

Ich beneidete jene Spielgefährten,

die sich nicht um solches scherten.

Ihnen war das Schnupftuch fremd,

zum Naseputzen nutzten sie das Hemd.

 

Mein Freund hat selten oder nicht

mit n´en Tuch die Nase abgewischt;

sondern meistens indiskret

laut hochgezogen das Sekret.

 

Eine Dame fragte ihn sehr nett,

ob er denn kein Schnupftuch hätt´?

Er sagt: „Sie haben sehr viel Glück!“

Gibt es ihr, erbittet es jedoch zurück.

 

Und die Moral von diesen Reimen:

Sollte dir die Nase schleimen,

musst du stets zum richt´gen Putzen

dein eignes Taschentuch benutzen!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was Hundeblicke sagen können

 

Es wird dargestellt, dass Hundeblicke bedeutungsvoll sein können und wie ein Dackel durch seine Fressgier Schmerz und Pein erlitt.

 

Ein Dackel, unser Hund

tat mit seinen Blicken kund

mit ausdrucksvollem Gesicht

was ihm gefiel oder auch nicht.

 

Durch kräftiges Bellen

tat er zusätzlich noch erhellen:

Die Wohnung und alles hier

ist und bleibt mein Revier.

 

Aggressiv war sein Blick

hielt man ihn davon zurück,

immer nach Fressen zu gieren

und alle Einsicht zu verlieren.

 

Dicke Menschen oder Hunde

scheitern größtenteils im Grunde,

dass sie sich an vollen Trögen

nur selten zu mäßigen vermögen.

 

Auf dem Tisch den runden

hat der Dackel einst gefunden

Speisefett, eine Schüssel voll

und das fand er ruckzuck toll.

 

In kurzer Zeit tat´s ihm gelingen

alles in sich hinein zu schlingen,

bald war´s dann um ihn geschehen

qualvolle Blicke konnte man sehen.

 

Man fand den kranken Dackel

und ohne Zögern und Gewackel

mussten Pillen in sein Maul hinein,

um den Magen von der Last zu befreien.

 

Und die Moral von der Geschicht`,

Mensch und Hunden nützt es nicht

wenn genussvolle, üppige Mahlzeiten

hinterher Schmerz und Pein bereiten.

 

 

 

 

Eifersüchtiger Hund

 

Hunde sind eifersüchtig, wenn in einer Familie, in der sie Mittelpunkt waren, ein neues Tier, Mensch oder Baby auftaucht, die ihnen den Rang streitig machen.

 

Die große Ähnlichkeit

von Eifersucht und Neid

gab uns gar oft kund

ein Dackel, unser Hund.

 

Als er noch war allein,

kann es nicht anders sein,

da gab es kein Gezier:

Im Zentrum stand dies Tier.

 

Die neue Schildkröte

brachte den Hund in Nöte,

selbst Salat, den sie bekommen

hat er ihr oftmals weggenommen.

 

Möglich von Neid geplagt

hat er der Schildkröte gesagt:

„Der erste Platz auch hier,

gehört immer wieder mir.

 

Ich lass es auch nicht zu,

dass du mit trotzigem Getu´

oft deinen Kopf verbirgst

und trotzdem Gunst erwirkst.

 

Deshalb bin ich immer bereit

und es kommt gewiss die Zeit

in der ich hier auf dieser Erde

allein die erste Geige spielen werde.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Humor

Kinder waschen sich nicht gern

 

Fast alle Kinder wollen sich schmutzig machen dürfen; sie sträuben sich vor gründlicher Körperwäsche. Als Erwachsener findet man dann Gefallen am Waschen.

 

Als Kind, damit bin ich nicht alleine,

gefiel mir das Leben der Schweine.

Warum, ich will es jetzt ehrlich sagen,

mit Waschen hatten die sich nicht zu plagen.

 

Durch tiefe schlammige Pfützen

durften Schweine ungestraft flitzen,

das waren für Tiere freie Welten

und ihre Mütter hörte man nie schelten.

 

„Du bist schmutzig“, oh wie schaurig,

diese Worte machten mich stets traurig;

sie verkündeten, es gibt keine Gnade,

die gründliche Körperwäsche nahte.

 

Mit meinem kindlichen Verstehen

fiel es mir schwer immer einzusehen,

dass saubres Wasser auf dieser Welt

stets wichtig ist und wertvoller als Geld.

 

Drum, jetzt als erwachsener Mann

ich es gar nicht mehr verstehen kann,

warum will man als Kind sich meist drücken?

Duschen und baden bereitet doch Entzücken!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hund verschlingt Zahnprothese

 

Die wahre Geschichte, nach der ein gieriger Hund die Zahnprothese einer älteren Frau verschlang, wird humorvoll in einem Gedicht erzählt.

 

Gut sitzende Zahnprothesen,

eine scharfe Brille zum Lesen

sind im Alter unentbehrlich,

ihr Verlust oft recht gefährlich.

 

Wenn das Gedächtnis schwindet

und man meist nichts mehr findet,

ist´s für Betroffene dann fatal

und das Suchen wird zur Qual.

 

Die Prothese fiel nach unten

und niemand hat sie gefunden.

Man wollte das Suchen beenden,

da tat sich unerwartet alles wenden.

 

Der Hund, bekannt für seine Gier,

war auch beim Suchen hier;

der Verdacht lag sofort nah,

dass er als Erster die Prothese sah.

 

Plötzlich war damit gewiss,

dass von der Frau das Gebiss,

das entfernt aus ihrem Mund,

verschlungen ward vom Hund.

 

In des Tieres Ausscheidungen

war nach Tagen es gelungen

zu finden das Teil, das Wichtige,

es kam wieder an die Stelle, die Richtige.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Darmwinde können peinlich sein

 

Es kann peinlich werden, wenn die im Darm entstandenen Winde sehr schmerzen und man sie an unpassender Stelle entweichen lässt.

 

Wenn plötzlich im Darm Winde entsteh´n,

kann man nicht immer zur Toilette gehen;

wenn sie mit „Duft und Krach“ entweichen.

lassen sie dich in Menschennähe erbleichen.

 

Mit einem besonders schlauen Trick

blickt man dann um sich mit Geschick

und sagt zum Nachbarn ungeniert:

„Das ist mir auch schon oft passiert!“

 

Winde im Bauch oft Schmerzen bereiten,

denn zurück gehalten lassen sie dich leiden,

drum sucht man dann die Einsamkeit

um sich zu befreien von diesem Leid.

 

Doch wähnt man sich auch oft allein,

beginnt sich zu entlasten von der Pein;

dann häufig unbeachtet, still und leise

stören unliebsame Fremde unsere Kreise.

 

Allein im Zugabteil ´ne junge Frau

glaubt, sie macht´s besonders schlau,

wenn sie aus dem Fenster blickt

und ihre Winde in das Abteil schickt.

 

„Eine Wohltat“ sagt sie jedes Mal

wenn entweicht ein Wind der Qual.

Da wirft sie einen Blick zurück

und entdeckt ihr Missgeschick.

 

Ein junger Mann ist leis´ hinzu gekommen.

„Seit wann haben Sie hier Platz genommen?“

fragt die Dame und schämt sich sehr.

„Seit der ersten Wohltat“, antwortet er.

 

 

 

 

 

 

 

 

Streit und Nachgiebigkeit

 

Es gibt streitsüchtige aber auch nachgiebige Menschen, ob es hierbei Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt ist wissenschaftlich noch ungeklärt.

 

 

In einem deftigen Streit

ist selten jemand bereit

in seinem egoistischen Streben

rechtzeitig klein bei zu geben.

 

Wenn Eheleute häufig streiten

geht´s meist nur um Nichtigkeiten,

es geht bei Mann, Frau, Alt und Jung

häufig dann um Gleichberechtigung.

 

Beide Geschlechter bilden sich ein,

dass sie zuerst nachgiebig seien;

jedoch die Wissenschaftler sagen:

„Hierzu gibt´s noch ungeklärte Fragen.“

 

Mal ist´s die Frau, mal auch der Mann,

der manchmal großzügig sagen kann:

„Du hast Recht, ich gesteh´s dir zu

und ich hab zumindest meine Ruh.“

 

Doch denk ich an eine Geschichte,

die zeigt in deutlichem Lichte,

wenn Eheleute sich nicht vertragen,

kann Bedacht in Zorn umschlagen.

 

Mann sagte “Messer“, Frau aber „Schere“,

als ob das von Bedeutung wäre,

aber bei diesem großen Ehestreit

war keiner zum Nachgeben bereit.

 

Am Teiche beim Spazieren gehen

musste das Unglück dann geschehen;

dem Mann versagten plötzlich die Nerven

er entschloss sich, sie in´s Wasser zu werfen.

 

Beim Untergeh´n hört man sie schreien:

„Ich kann dir im Tode nicht verzeihen,

ich weiß es immer wieder besser,

es war eine Schere und kein Messer!“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gedanken eines Bakteriums

 

Gedanken über die Bedeutung von Bakterien werden dargestellt. Diese Kleinstlebewesen können schädlich sein, sind aber sogleich lebensnotwendig.

 

 

„Warum, warum, warum?“

fragt ein Bakterium,

„würden wir auf Erden

immer alles verderben?

Dabei schlägt schon der Darm

bei unserem Fehlen Alarm.

 

Höher entwickeltes Leben

würd´s ohne uns nicht geben.

Auch wir waren schon

seit Beginn der Evolution

Meister im Mutieren

ohne die Existenz zu verlieren.

 

Freilich liegen die Nerven blank,

machen wir Menschen krank,

aber man sollte auch bedenken

wie wir alles steuern und lenken

in biotechnischen Verfahren,

die schon oft lebensrettend waren.

 

Es würde ohne unser Bestehen

in der Natur vieles nicht gehen;

wie sollt´s sonst ohne uns gelingen

Nahrung in Pflanzen zu bringen?

Ohne unsere schnelle Vermehrung

Gibt´s im Abfall keine Klärung.

 

Nahrung mit uns zu versetzen

erfolgt nach erprobten Gesetzen.

Joghurt würd´s ohne unser Leben

auf dieser Welt nicht geben.

Und weiter gibt es viele Sachen,

die wir erst schmackhaft machen.“

Allgemeingut Wasser

 

 

In den Privatisierungsplänen der EU für die Wasserversorgung verbirgt sich die Gefahr, dass die Bevölkerung kein bezahlbares Wasser mehr erhält.

 

 

In „Der Wasserträger“, das Opernlied

sagt uns, was ohne Wasser geschieht:

„Ohne Wasser merkt euch das,

wär´ die Welt ein leeres Fass;“

denn Wasser auf unserem Planeten

gehört nach der Schöpfung jeden.

Pflanzen, Tiere und wir könnten nicht leben,

würde es das unentbehrliche Nass nicht geben.

 

Darum, ihr Leute kennt ihrs schon

das Vorhaben der europäischen Union?

Wasserversorgung will man privatisieren,

Wasser würde besonderen Status verlieren,

es könnte Spekulationsobjekt werden

mit Allgemeingut wäre es aus auf Erden.

Künstlich könnte man Wasser verknappen

und die Nutzer immer stärker berappen.

 

Nicht vorstellbar, wo das mal endet,

wenn der Volkszorn es nicht wendet!

Jeder Mensch, wie bisher unbenommen,

muss an bezahlbares Wasser kommen,

trinken, sich zu waschen imstande sein

mit Wasser, das gesund, sauber und rein.

Unsinnige Konkurrenzpläne zu verhindern

sind wir auch schuldig unseren Kindern.

Diese Schweinereien

 

Es müsste angestrebt werden, Tiernamen nicht mehr als Schimpfworte zu verwenden. Die einer Schweinerei zugewiesene Bedeutung trifft nicht auf Schweine zu.

 

Du „dreckiges Schwein“,

soll ein Schimpfwort sein,

das Menschen oft wagen

sehr unüberlegt zu sagen,

es trifft ebenso wenig zu

wie das Wort „dumme Kuh“.

Auf seine Art, das wissen wir

ist klug und sauber jedes Tier.

 

Du „frisst wie ein Schwein“

soll eine Eigenschaft sein,

womit jeder belastet ist,

der unzivilisiert isst.

Man sieht am Tisch Plätze

da tragen Menschen Lätze;

im Betragen dann Leute bei weitem

sich kaum von Tieren unterscheiden.

 

„Anonyme Schweinerein“

sollen etwas Schlimmes sein.

Warum ist für `ne Schlechte Tat

immer wieder ein Tiername parat?

Wobei doch, wie jedes Kind,

unsere Tiere unbelastet sind.

Man kann deshalb damit auch zeigen,

dass wir zur Überheblichkeit neigen.

Gesund ernähren, ohne Hunger

 

 

Es gibt viele Ratschläge zur gesunden Ernährung. Das wichtigste bleibt aber, nicht hungern zu müssen und sinnvoll mit Nahrungsmitteln umzugehen.

 

 

Alle wollen sich gesund ernähren

wissen selten, wie man das kann.

Man vermag sich kaum zu wehren

gegen den guten Rat von jedermann.

 

Purer Vegetarismus, Veganismus

seien gesund und sehr zu empfehlen,

doch will das auch unser Organismus

wenn dann natürliche Nährstoffe fehlen?

 

Bioprodukte gepriesen, sehr geschätzt,

seien von allen Schadstoffen frei;

häufig man aber die Regeln verletzt

und mit dem Natürlichen ist´s vorbei.

 

Gesund sich ernähren, heißt vor allem

nicht Hunger und Durst zu leiden,

nicht in Übertreibungen zu verfallen

und maßvoll zu essen in allen Zeiten.

 

Hunger besiegen ist denkbar auf Erden;

wir Menschen müssen es nur wollen;

nicht wegwerfen, sinnvoll verwerten

heißt Nahrungsmitteln Achtung zollen.

 

Die Natur zeigt uns auf ihre Art

vor allem mit Beispielen bei Tieren,

die ihr Fressinstinkt davor bewahrt,

die Balance nicht zu verlieren.

Frevelhafte Vogelschützen

 

Aus unbedachten Motiven haben Jugendliche Singvögel erschossen; die Kindererziehung im Sinne eines aktiven Tierschutzes ist noch unvollkommen.

 

 

Vor der Tierarzt – Praxistür

steht weinend ein kleiner Junge,

hält in der Hand ein kleines Tier

mit aus dem Schnabel hängender Zunge.

 

Der Vogel ist schon tot.

Das Kind hat ihn hierher gebracht;

es hoffte in seiner großen Not,

dass man Unmögliches noch möglich macht.

 

Der Finder ist traurig,

fühlte sich elend und verdrossen;

am Fundort ist es sehr schaurig,

man sieht etliche Singvögel: Erschossen.

 

Flegel, unbekannt entkommen,

waren die kriminellen Schützen,

unentdeckt an ein Gewehr gekommen

konnten sie damit frevelhaft unnützen.

 

Schnell wurden sie aber gefasst.

Was haben sie jedoch zum Motiv gesagt?

„Wir haben die Vögel einfach gehasst!“

Damit sich und ihre Erziehung angeklagt.

 

Beispielhaft aber wies

der Junge mit seinem Hilfsbestreben,

wo sich in der Erziehung ansetzen ließ

beim Beschützen von tierischem Leben.

Mann und Frau in der Natur

 

In der Mehrzahl sind in der Natur die männlichen Wesen prachtvoller ausgestattet und werben damit um die Weibchen. Wie ist es beim Menschen?

 

 

Es gab dereinst ein Löwenpaar;

Der eine hat `ne Mähne,

Der andere hatte ke´ne.

Kein Zweifel wer der Mann da war;

die Natur zeigt´s immerdar:

männlich ist das Brillante,

weiblich aber das Galante.

Bei Vögeln der zoologischen Klasse

werben Männchen immer wieder

mit sehr auffallendem Gefieder,

dass das Weibchen sich bezirzen lasse.

Gilt für Mann und Frau desgleichen?

Der Mensch ist Teil der Natur;

aber lassen sich mit Juwelen nur

auch immer Partnerherzen erweichen?

Das bleiben ganz intime Sachen,

um eigene Erfahrungen zu machen.

                        Die innere Uhr

 

In der Chronobiologie, eine junge Wissenschaft, wird das Funktionieren der inneren Uhr in der Natur erforscht. Wir können uns ihr nicht entziehen.

 

 

 

In der Chronobiologie

fragen wir sehr oft wie

innere Uhren funktionieren,

ohne je den Rhythmus zu verlieren?

 

Der Februar kaum anfing,

ein Schneeglöckchen ging

mit seinen Blüten aus der Erde,

auf dass es nun bald Frühling werde.

 

Eine Schneedecke kam

aber auch diese nahm

dem Pflänzchen nicht die Kraft,

die die innere Uhr nachdrücklich schafft.

 

Aber auch wir spüren

wie uns Kräfte führen,

die im Frühjahr neu erwachen

und spontan uns glücklich machen.

Guter und hilfreicher Mensch

 

Die Forderung Goethes in einem brillanten Gedicht nach einem edlen, hilfreichen und guten Menschen findet im Leben nicht allseitige Verwirklichung.

 

„Edel sei der Mensch

hilfreich und gut.“

Was ist aber heut nach diesen Goethe – Worten

aus dem auserwählten Wesen Mensch geworden?

Häufig unanständig ist der Mensch

hartherzig und egoistisch;

das müssen dann unsere Mitgeschöpfe erleben,

wenn Menschen nach Überlegenheit streben.

Oft rücksichtslos ist der Mensch,

unvernünftig und kurzsichtig,

wenn Naturressourcen genutzt werden,

denn die gibt es nicht grenzenlos auf Erden.

Ausschließliche pessimistische Aussicht

widerspräche aber Goethes brillantem Gedicht.

Osterlamm ein Festtagsgericht

Zum Osterfest werden oft die Schaf- und Ziegenlämmer für den Festtagsbraten geschlachtet. Leider wird beim Essen nicht an die muntren, quirligen Tiere gedacht.

 

Geburt heißt: Leben schenken;

das gilt auch Osterlämmern.

Jedoch muss ich dabei daran denken:

Geschlachtet dienen sie zum Schlemmern.

Lämmerbraten schmeckt manchen gut,

weil er auch zum christlichen Osterfeste

auf einem althergebrachten Brauch beruht.

 

Selten gibt’s schlechtes Gewissen.

Man verdrängt beim guten Gerichte

meist vom ersten bis letzten Bissen

die sehr traurige Lebensgeschichte

von den muntren, quirligen Tieren,

die geboren wurden, um jung zu sterben,

für unseren Genuss das Leben verlieren,

uns aber kaum den Appetit verderben.

Glück zum Maskenball gefunden

 

 

Früher wurde geunkt, dass Faschingsbekanntschaften nur Strohfeuer sind. Ich lernte vor 60 Jahren zu einem Maskenball die Frau fürs Leben kennen.

 

Man früher zum Fasching

gern zum Maskenballe ging,

man verdeckte sein Gesicht

denn alle Leute sollten nicht

erkennen, wer die Larve trug

und mit Klatschen um sich schlug.

 

Er, sie schauen sich eindringlich an,

ist´s eine Frau oder ist´s ein Mann?

Es ist halt Fasenacht

wo man gar manches macht

um Schabernack zu treiben,

und um nicht allein zu bleiben.

 

Vor über 60 Jahren es geschah,

dass ich eine hübsche Maskierte sah.

Als Mann merkte ich sehr genau

es ist bestimmt eine junge Frau.

Ich tanzte dann sehr viel mit ihr

und beim Demaskieren gefiel sie mir.

 

Wir entdeckten viele Berührungspunkte.

obwohl´s zu einem Maskenball funkte

heirateten wir bald und sind bis heut

über dieses Kennenlernen sehr erfreut.

Unsere diamantene Hochzeit markiert

dass oft Maskerate zum Glück auch führt.

Gesichter der Kartoffeln

 

Die einzelnen Kartoffelknollen sind in ihrem Aussehen sehr verschieden, ihre Keimansätze heißen Augen. Der Name Kartoffel findet sich in Redewendungen.

 

Kartoffeln auf dem Acker verteilt,

aus der Erde brutal herausgerissen,

große, kleine, nun hat es alle ereilt

auf Bänder, in Behälter geschmissen.

 

Keine Knolle einer anderen gleicht,

jede hat ihr besonderes Gesicht;

sie haben die Verkaufsstelle erreicht

liegen in Netzen dicht an dicht.

 

Wenn die Kartoffeln reden würden

könnten sie uns vieles erzähl´n:

Von ihrem Aussehen und Bürden,

auch, wie wir Menschen sie quäl´n.

 

Manche sind glatt oder bucklig, faltig,

Keimansätze – Augen - haben sie alle,

ihre Inhaltsstoffe sind sehr mannigfaltig,

sehen können sie aber in keinem Falle.

 

Menschen würden es nicht übersteh´n

so wie Kartoffeln weich zu kochen,

bei dieser Redewendung ist nicht zu überseh´n

mit Beredsamkeit wird der Standpunkt gebrochen.

 

Sehr bekannt ist auch der Spruch:

„Wie n´e heiße Kartoffel lass ich dich fallen“,

der uns zeigt einen Freundschaftsbruch

wie Weichgekochtes schnell kann zerfallen.

Nicht nur Schlanke sind gesund

 

Trotz dicken Bauchs braucht man nicht krank zu sein. Auf das Wohlfühlen kommt es immer an, auch Dicke können alt werden.

 

Alle Menschen haben einen Bauch,

einige sogar einen dicken, runden,

woher, das weiß man wohl auch,

sie sind des Konditors gute Kunden,

doch man muss es auch erwähnen

unschuldig werden manche dick,

bei ihnen liegt es an den Genen

als unumgängliches Missgeschick.

 

Warum sagt man: „Schön schlank“

aber kaum „wunderbar beleibt“

dick verbindet man gern mit krank,

für gesund, dann nur hager bleibt?

Gilt das auch für die dicken Alten,

die allzeit wenig krank nur waren?

Die immer als lebensfroh galten,

sich wehrten gegen „Essensgefahren“.

 

Alt, dick und noch sehr beweglich

sind keine Ausnahmen mehr,

solange die Pfunde erträglich

geht´s mit Wohlfühlen einher.

Kontrolliert wird mit Waagen,

besser geschieht´s mit ansehen,

wenn wir zuviel Fett in uns tragen

wollen wir es uns kaum eingestehen.

 

Eine Frau hatte ein „Abnehmziel“

Sie ging in eine Fleischerei.

Wollte genau wissen wie viel

eine bestimmte Fettmenge sei.

Verlangte 5 kg Schweinespeck

Schaute sichs an und meint:

„Bringt die Masse wieder weg,

die mir als viel zu viel erscheint.“

 

Und die Moral von dem Gedicht:

Wichtig bleibts „Wohlfühlgewicht“

Der Mensch im Mittelpunkt

 

Besonders in der DDR hieß es immer: „Der Mensch steht im Mittelpunkt.“ Zyniker sagten: „Das ist so, damit man ihn von allen Seiten treten kann.“

 

 

„Im Mittelpunkt“, so wird gesagt,

„sollte der Mensch stets stehn“,

damit auch keiner darüber klagt,

wie Reiche auf die Armen sehn.

 

Das Volk aber hört man reden:

In der Mitte stehen, das ist halt so

man kann den Mensch dann treten

von allen Seiten und in den Po.

 

In der DDR kam es zuweilen vor,

überall Gleiches zu verlangen

und dann im „DDR – Männerchor“

meistens nur noch Frauen sangen.

 

Ganz früher waren Hosenrollen

nur möglich beim Theaterspiel,

jedoch heute die Frauen oft grollen,

Röcke tragen ist ihnen jetzt zu viel.

Tiernamen als Schimpfwort

 

Häufig werden Tiernamen als Schimpfworte gebraucht, die aber nicht immer für die richtigen Eigenschaften der Tiere zutreffen.

 

 

 

Ein Schimpfwort

am falschen Ort

können sich leisten

nur die Dreisten.

 

Was zählt zu diesen Wörtern?

Das ist nur schwer zu erörtern,

es ist nach Gegenden verschieden

was hier erlaubt wird dort gemieden.

 

Alle wissen ganz genau,

beleidigend ist „Du Sau“,

„Du Saue“ heißt im Dialekt

wenn man erstaunt, entdeckt.

 

Es sollte jedoch absolut nicht sein

benutzt man das Wort Schwein

für Leute, die sehr schmutzig seien,

Schweine sind oft sauber und rein.

 

Die Moral von der Geschichte:

Man doch lieber darauf verzichte

mit Namen der Tiere zu schimpfen,

um sie auch nicht zu verunglimpfen.

Yak bedrohte Wildtierart

 

Yaks werden in Deutschland in Zoos gehalten, die Wildarten sind vom Aussterben bedroht. Frage: „Ist Einsperren für Wildtiere die richtige Haltungsform?“

 

Der Yak, Grunzochse genannt,

auch mit J geschrieben bekannt,

ist eine zentralasiatische Rinderart,

die sich auch mit Hausrindern paart.

Obzwar es sie als Wildtiere gibt

sind sie auch als Haustiere beliebt.

Weltweit gibt es jedoch die gleiche Not:

Wildarten sind vom Aussterben bedroht

 

Will man Yaks in Deutschland sehen

muss man in die Tiergärten gehen,

wo man zur Erhaltung der Wildart

offensichtlich keine Mittel spart;

in Zoos, in großen oder kleinen Gehege,

sieht man sie in ansprechender Pflege;

dabei bleibt jedoch immer ungeklärt,

ob man mit Einsperren richtig verfährt.

Alles was Federn hat fliegt

 

„Alles was Federn hat fliegt“, ist ein sehr unterhaltsames Gesellschaftsspiel, das aber auch zum Nachdenken über Federn anregen soll.

 

„Alles was Federn hat fliegt“,

nur der Aufmerksamste siegt,

denn es ist das erstrebte Ziel

bei diesem Gesellschaftsspiel,

werden Vogelnamen genannt,

die man haargenau erkannt

sofort die Arme hoch zu reißen

schnellste Reaktionen zu beweisen.

 

Ein schönes Spiel für die Kinder,

die vor allem im trüben Winter

Wissen und das Hirn trainieren

und ihr Gedächtnis strapazieren.

Es gibt aber auch eine Falle:

Federn haben die Vögel alle,

nur beim Fliegen sieht es anders aus,

denken wir an Pinguin und Strauß.

 

Das Spiel ist lustig und sehr nett

Alte denken bei Federn aber an´s Bett

in dem in warmen Bezügen und Kissen

sich Federn befinden, die geschlissen;

sie werden aus Gänsekörpern gerupft

zuweilen brutal aus lebenden gezupft;

die Tiere erleiden dabei Schmerz

und Tierschützern bricht´s das Herz.

Vögel, die Feinde werden

 

Im Film „die Vögel“ von Hitchcock wird gezeigt, wie Vögel plötzlich Menschen angreifen. Parallelen zu Luftangriffen werden u. a. im Gedicht genannt.

 

 

 

Muss ich an „die Vögel“ denken

sich meine Gedanken sofort lenken

auf einen Film von Alfred Hitchcock,

der war für mich ein großer Schock.

 

Vögel, die in unserem Leben

uns stets sehr viel Freude geben,

immer als sehr friedlich galten

änderten unerwartet ihr Verhalten.

 

Mir dabei auch in diesen Rahmen

Gedanken an Luftangriffe kamen,

vergleichbar wie die Vögel kreischten

hässliche Töne mein Ohr erreichten.

 

Im Film die Vögel Feinde werden.

Typisch für Menschen auf Erden,

die bei jedem Kriegsgeschehen

abrupt Freunde als Feinde sehen.

 

Es zeigt sich aber auch in dieser Welt,

der Mensch hat sich über Tiere gestellt.

Mit seiner Überlegenheit im Denken

will er sie in seinem Sinne lenken.

X eine bekannte Unbekannte

 

Es gibt wenig Worte mit dem Anfangsbuchstaben X. Deshalb ist er bei Ratespielen unbeliebt, in der Mathematik wird er als „Unbekannte“ genutzt..

 

Mancher Kleine

hat X-Beine

bei den Großen

verdecken´s Hosen.

 

X als eine Zahl

wird bei der Wahl

gern als Plus gegeben

um Ergebnisse zu heben.

 

Im Matheunterricht

fehlt die X-achse nicht

Sie ist wichtig in dem

Koordinatensystem.

 

Oh verdammt, verflixt

ein Wort wurde durch-geixt

das bedeutet auszuweichen

auf modernes Durchstreichen

 

Beim Ratespiel ist es eine Pein

zum X fallen wenige Worte ein

gefordert als Anfangsbuchstaben

möchte es niemand gerne haben

 

Bei den Mathe Symbolen

wird das X gern empfohlen

hier wird es – wie gut bekannt -

oft gemeinsam mit Y angewandt.

 

X der Buchstabe

hat auch die Gabe

ob groß oder klein

x-beliebig zu sein.

Melancholischer Unkenruf

 

Unken heißt umgangssprachlich Unglück prophezeien. Die Vermehrung dieser Froschlurche ist durch Umweltmaßnahmen zu unterstützen, sie dienen als Storchennahrung.

 

Unken heißt schon allezeit,

dass man Unglück prophezeit.

Feuerkröten, das war Brauch,

nannte man Unken früher auch.

Für manchen Poeten war auch schon

inspirierend der typische Unken – Ton.

Dies Rufen sich melancholisch anhört

und damit manch Unken-Partner betört.

 

Von Störchen werden sie verspeist,

was damit leider oft auch heißt,

sie könnten ihr Dasein verlieren,

sich in ihrer Anzahl reduzieren;

ohne Unterstützung ihrer Vermehrung

verliert dann der Storch die Ernährung,

wenn der Mensch nicht aufhört

und weiterhin Biotope zerstört.

Eine Gefahr für Igel

 

Igel halten ihren Winterschlaf gern in Abfallhaufen in Gärten. Beim Frühjahrsputz werden diese häufig abgebrannt. Viele Tiere kommen dabei ums Leben.

 

Ein Igel spricht:

„Im Winter schlafe ich

fresse auch nicht

und verkrieche mich.

 

Günstig für mich gemacht,

sind Abfallhaufen im Garten,

das ist vorausschauend gedacht,

darin kann ich den Lenz erwarten.“

 

Mit dem Frühlingserwachen

wird geboren neues Leben,

alles will man sauber machen

frischen Glanz soll es geben.

 

Um den Igel wird es heftig heiß

er wacht auf, ist angsterfüllt;

ob der Mensch gar nicht weiß

dass Laub ihn noch umhüllt?

 

Der große Abfallhaufen brennt,

verantwortungslos was man da tut,

obwohl man zur Genüge kennt,

dass Lebendiges noch darin ruht.

Dummer Esel

 

Um dumme Esel ranken sich viele Sprichworte. Die Gedächtnisstützen Eselsbrücke, Eselsohr beweisen, dass sich nicht nur Dummheit mit diesem Namen verbindet.

 

Warum

sei der Esel dumm?

Ich weiß:

Er tanzt auf dem Eis!

Wiewohl?

Es geht ihm oft zu wohl.

Er macht´s aber nicht alleine,

hat manchmal auch nur 2 Beine

und muss in allen Lebenslagen

deshalb oft Spöttisches ertragen.

 

Wozu

sagt man zu jedem Esel „Du“?

Das ist bekannt:

Jeder Dumme wird Esel genannt.

Eselsbrücke und Eselsohr

man aber dafür auserkor,

sie sollen als beliebte Stützen

unserem Gedächtnis nützen.

Und die Moral von dem Gedicht:

Nur dumme Esel gibt es nicht.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Appell an die Menschen

 

Nach dem Maja – Kalender soll am 21.12.2012 die Welt untergehen.

Dieser Untergang scheint unwahrscheinlich; er ist aber gewiss, wenn wir das Leben nicht ändern.

 

Fachwelt und Laien

hört man prophezeien:

„Bis zum Weltuntergang

ist es nicht mehr lang;

in Kalendern sei bestätigt,

unser Dasein wär erledigt.“

Müssen diese Aussagen

unser Gewissen plagen?

 

Ja, nicht wegen Kalendern,

Lebensstil müssen wir ändern,

denn Jahrmillionen schon

verläuft nun die Evolution

nach strengen Gesetzen,

die wir sehr oft verletzen,

wenn wir weiter erlauben,

die Natur auszurauben.

 

Tier- und Pflanzenreich

sind noch an Arten reich,

um sie in den nächsten Jahren

zu schützen und zu bewahren,

müssen wir unser Denken

auf neue Werte lenken:

Ein Leben ohne Profitgier führen

und Glück in der Natur erspüren.

DDR - Humor

 

Die Partei- und Staatsoberen in der DDR waren empfindlich gegenüber Kritik. Bei mancher Satire durften sie und die Genossen öffentlich nicht lachen.

 

Parteiboss Honecker hieß Erich,

darum war es auch gefährlich

im üblichen DDR- Alltagsleben

Schweinen diesen Namen zu geben

 

Es war deshalb auch gewagt

was unser Opa damals sagt:

Er rief sein kleines Schwein:

„Komm Erich, ich sperr dich ein!“

 

Sei es aber, wie es allzeit sei

humorlos gab sich die Partei;

dagegen waren polit´sche Witze

in der Bevölkerung stets Spitze.

 

Über missliche politische Sachen

sollte man öffentlich nicht lachen

das war durchaus und auch

sogar im Kabarett der Brauch.

 

Fast jeder Genosse aber fand,

meist mit vorgehaltener Hand,

dass es bestimmt viel schöner wär´

mit `nem heit´ren Generalsekretär.

DDR ein Schweineland

 

Für harte Devisen exportierte die DDR billige und gute Waren. Auch Schweine, die in großen Mengen „produziert“ (DDR-Sprache) wurden, gehörten dazu.

 

Ich fand:

Die DDR war ein Schweineland.

Warum?

Nicht wegen des drum herum.

Aber inwiefern?

Die DDR nahm harte Devisen gern.

Für Schweine?

Ja, auch und für diese nicht alleine.

Aber weswegen?

Der Staat war einem Zwang erlegen.

Was musste er machen?

Exportieren gute, preisgünstige Sachen.

Was war zu beachten?

Dass Waren global Absatz brachten.

Auch Schweinefleisch?

Was, das war Weltmärkten gleich.

DDR also Schweineland?

Weil man hier überall Schweine fand?

Die musste man produzieren?

Um Weltanschluss nicht zu verlieren!

Gedanken einer Weihnachtsgans

 

Wir vermuten Tiere und Gänse können nicht denken. Es bleibt uns aber frei, uns in die

„Gedankenwelt“, einer Weihnachtsgans zu versetzen.

 

Als ich geschlüpft aus dem Ei

war Weihnachten in weiter Ferne.

Schlimmes ging an mir vorbei

ich flatterte, fraß und lebte gerne.

 

Da wurde es winterlich kalt

und ich bekam eine Gänsehaut,

ich hörte es wäre Zeit nun bald

dass man mir den Kopf abhaut.

 

Ungerecht ist´s auf der Welt;

ich wuchs und war gut geraten,

dadurch den Menschen es gefällt

aus mir zu machen einen Braten.

 

Ein frohes Fest heißt Weihnachten,

Menschen werden sentimental

für mich geht´s aber ans Schlachten

das scheint der Welt jedoch egal.

Der Aal

 

Aale sind als schmackhafte Speisefische geschätzt. „Sich winden und glatt wie ein Aal“ sind sinnvolle Vergleiche für menschliches Verhalten.

 

Für die Aale ist es keine Qual

sich problemlos zu winden;

für uns ist sich winden fatal,

es lässt Haltung verschwinden.

 

Auch: „Du bist glatt wie ein Aal“,

ein Spruch mit sehr viel Sinn,

er klingt durch und durch banal

sagt aber wer und was ich bin.

 

Aale sind auch schmackhafte Fische;

sie sterben für sehr genussvolles Essen.

Steht aber die Speise auf dem Tische

wird Achtung vor dem Tier vergessen.

Die Ziegen

 

Die Ziegen, einst Nutztiere, wurden Heimtiere und werden sogar in Wohnungen gehalten.

Ziegenmilch ist gesund aber gewöhnungsbedürftig.

 

 

Die Ziegen, ich meine

nach Dialekt die Ziechen,

haben schlanke Beine,

und die Böcke riechen.

 

Zu Nutztieren Ziegen zählten

bis Einige sich Gedanken machten;

Ausgefallenes auswählten:

Sie zu Heimtieren machten!

 

Sie haben Hörner oder keine,

diese sind glatt oder geschraubt;

Die Tiere ausführen an der Leine

ist modern und heute erlaubt.

 

Ziegenmilch, sagt´s ehrlich,

sie schmeckt nicht allen,

sie ist aber nicht gefährlich,

doch Ziegenkäse findet Gefallen.

Die Natur mahnt

 

 

Immer größere Eingriffe der Menschen in die Natur bedingt die Gefahr, dass die Vielfalt in der Tier- und Pflanzenwelt verloren geht. Es ist Zeit zur Besinnung.

 

Es wächst, es blüht, es schwärmt,

dass unsere Herzen es erwärmt.

Als großes Wunder der Natur

begreifen wir dieses aber nur,

wenn wir zum Schutz bereit,

erkennen, es ist höchste Zeit

Pflanzen und Tiere zu bewahren,

damit wir in den nächsten Jahren

die große Vielfalt nicht zerstören

und die Rufe zur Vernunft erhören.

 

Habgierige Menschen glauben,

sie dürften die Natur ausrauben;

die Regeln von Evolutionsgesetzen

willkürlich außer Kraft gar setzen.

Erinnern wir uns an Darwins Lehren,

versuchen, die Menschen zu bekehren:

„Der Überlebenskampf ist zu gewinnen,

wenn wir uns auf die Werte besinnen,

nach denen wir in unserem Streben

als Teil der Natur handeln und leben“.

 

Nur Nachhaltiges planen und verwalten

kann die Zerstörung der Natur aufhalten.

Wie erkenne ich Hundestimmung

 

Am Bellen, Haltung des Schwanzes und dem Blick erkennt man bei Hunden Aggressivität oder Gutmütigkeit. Wer dies vermag, versteht mit Hunden umzugehen.

 

Vieles wissen wir vom Hund,

er kläfft, knurrt, fletscht und bellt,

er tut uns damit vermutlich kund,

wie es im Augenblicke ihm gefällt.

Behagt es ihm gerade nicht ganz

lässt er hängen seinen Schwanz.

Vielleicht verrät er uns allezeit

mit typischer Bewegung der Rute:

„Ich bin sofort zum Angriff bereit

oder der Sanftmütige, der Gute.“

Oder ist es auch der Hundeblick,

etwa wie sieht das Tier uns an;

sagen Augen: „Zieh dich zurück

oder ich lass dich an mich heran.“

Hunde lassen sich nicht betrügen

sie spüren an unserem Gebaren,

wenn wir versuchten zu lügen

und Worte Heucheleien waren.

Und die Lehre aus dem Gedicht:

Nähere dich keinen Hunden,

die mit Rute und Gesicht

ihre Abneigung bekunden.

Tiere verlangen kein Gold

 

Menschen erfreuen sich an Schmuck und Dingen im Haus aus Gold. Sie wollen damit ihren Reichtum demonstrieren. Tiere mit Gold zu umgeben bleibt überflüssig.

 

Der Gockel sitzt stolz

auf der Sitzstange aus Holz.

Eine solche aus Gold

hätte er gewiss nicht gewollt.

Die Tiere vermissen im Stall

bestimmt kein Edelmetall

mit dem wir gern alles zieren,

um Reichtum zu demonstrieren.

Artgerechte Haltung, Nahrung,

möglichst natürliche Paarung

ist für Haustiere das Leben,

das sie allein für sich erstreben.

Die goldne Kette um den Hals

ist für den Hund doch allenfalls

gleiches quälendes Instrument

wie er es auch aus Eisen kennt.

Nur an uns selbst wir denken,

wenn wir Tiere so beschenken.

Heikle Eingriffe in die Natur

 

Bei Haustieren kommen moderne Mittel zur Steuerung der Fortpflanzung zum Einsatz. Die Tiere erleben hierbei nichts Natürliches mehr.

 

Auch die „tierische Weiblichkeit“

wird, wenn sie zur Paarung bereit,

auf gesunde, männliche Tiere warten,

die eine arttypische Werbung starten.

 

Weibliche und männliche bekamen

in jeder Tierart spezifische Namen.

Sau, Eber, Häsin, Bock, Kuh, Stier

sind typische Beispiele hierfür.

 

Wir Menschen denken aber allemal:

„Wir steuern der Tiere Partnerwahl“,

die Züchtung bestimmt dann immerzu

welcher Stier passt zur jeweiligen Kuh.

 

Um die Produktion aber weiter zu steigern

galt: Haustieren Natürliches zu verweigern.

Tiere müssen auf Naturtriebe verzichten,

künstliche Besamung soll vieles richten.

 

Dazu Einsatz von Hormonpräparaten

lässt in gefährliche Bereiche geraten.

An Gesundheitsrisiken ist zu denken

weil wir Fortpflanzungszyklen lenken.

 

Sollten sich diese Eingriffe mehren

könnte die Natur sich sogar wehren;

das Gleichgewicht gerät ins Wanken

Natur verwiese uns in die Schranken.

O weh: Tiernamen mit C

 

Bei Ratespielen finden sich wenige Tiernamen mit C. Zwei bekannte sind Chamäleon und Chinchilla. Letztere sind Heimtiere und eine Kaninchenrasse.

 

 

 

„Nenne Tier, Stadt, Name, Land“

ist als beliebtes Ratespiel bekannt;

erscheint jedoch der Buchstabe C,

rufen immer alle gleich o weh.

Hilfe bekommt man jedoch bestimmt,

wenn man „Google“ in Anspruch nimmt;

bei Tieren erscheint da schon

meistens die Echse Chamäleon;

wer glaubte, das sei es gewesen

kann weitere 14 Namen lesen.

Chinchilla will ich davon wählen,

weil sie zu den bekanntesten zählen;

ihre Heimat sind die Anden,

Eroberer sie einst dort fanden,

das silbern glänzende Fell

gefiel ihnen sehr schnell,

geldgierig schätzten sie ein:

Der Pelz könnte wertvoll sein

für Reiche, die sich kleiden

sehr modisch in allen Zeiten.

Sie kannten die direkten Kniffe,

brachten die Nager auf Schiffe

und zum europäischen Kontinent,

wo man sie nun als Heimtiere kennt.

Der Name ist ferner aber auch bekannt,

eine Kaninchenrasse wurde so benannt.

Das Zebra

 

Steppenzebras sind Wildtiere, die trockene Halbwüsten als Lebensraum bevorzugen. In Zoos haben diese Tiere zu wenig Auslauf.

 

 

Das Zebra schüttelt die Mähne

fletscht die Zähne,

scharrt mit den Hufen

als wollte es rufen:

„Ich bin ein Tier der Herden,

will nicht in Zoos gezüchtet werden,

will galoppieren über Stock und Stein,

Sieger in jedem Wettkampf sein;

möchte über große Strecken rasen

auf sonnigen Savannen grasen.

Stattdessen steh ich hinter`m Zaun,

kann alles begrenzt nur schaun.“

Mensch, was tust du an der Kreatur,

du vergewaltigst die Natur.

Affen hinter Gittern

 

Affen sind unsere direkten Vorfahren, wenn wir sie in Käfige sperren berauben wir sie ihrer Freiheit und deuten ihr Getue als würden sie sich wohl fühlen.

 

 

Im Zoo waren immer schon

Affen die große Attraktion;

aber bereits im Mittelalter

gab es etliche Affenhalter,

die auch Vorstellungen wählten,

in denen sie dann Tiere quälten.

Sieht man Affen hinter Gittern

müsste uns das sehr erschüttern,

indessen deuten wir ihre Faxerei,

dass das alles für sie Freude sei;

es ist und bleibt aber unbenommen

Tieren ist ihre Freiheit genommen

 

Man ist sich heute darüber im Klaren,

Affen sind unsere direkten Vorfahren

in ihnen sehen wir uns im Ebenbilde

denn auch wir waren einst Wilde;

durch die Evolution erwarben wir

unsere Überlegenheit über das Tier.

 

Nur durch stets einsichtiges Verhalten

können wir diese Stellung uns erhalten.

Gegenüber Tieren gilt für alle Zeiten,

dass wir Überheblichkeit vermeiden,

nur Besonnenheit und Vernunft

garantiert uns eine sichere Zukunft.

Bulle ist mehr als ein Tier

 

Mit dem Namen Bulle verbindet man sofort die Bezeichnung für den Stier. Das Wort wird aber auch für einige andere Bedeutungen verwendet.

 

            

Bulle nennt man einen starken Stier,

ein männliches geschlechtsreifes Tier.

Das Wort ist aber manchmal auch

für andere Bedeutungen im Gebrauch.

 

Jedermann den kräftigen Ausdruck kennt,

wenn man den Polizist einen Bulle nennt.

Bulle hört man Leute auch oft sagen

zu einem gigantischen Lastkraftwagen.

 

Bulldozer nennt man ferner Maschinen,

die schweren Lastbewegungen dienen.

Allerdings freundlich ist jemand nicht,

zieht er ein finsteres, bulliges Gesicht.

 

An der Börse wird optimistisch reagiert,

wenn der Bullenmarkt gerade gut floriert.

Urkunde im Mittelalter Bulle genannt,

damals als Name auch für Siegel stand.

 

Eine Schrift kann auch der Papst verfassen

und damit eine päpstliche Bulle erlassen.

Bulle nennt man in Filmen einen Mann,

der sich als Kraftprotz durchsetzen kann.

 

Außerdem wird die Hunderasse Bullterrier

charakterisiert durch ein kräftiges Tier,

Bulldogge, Dalmatiner, die Ursprungsrassen

sich im Aussehen hier wiederfinden lassen.

Lebende Austern schlürfen

 

Wir Menschen verspeisen lebende Austern und sind oft sehr empört, wenn Schlangen lebende Mäuse verschlingen.

 

Wir saßen in einem Restaurant

lebende Austern schlürfend.

In der Ecke in einem Terrarium

eine Schlange Mäuse verschlang.

Wir fragten uns: „Warum

dürfen wir Lebendiges schlürfen,

unsere Proteste aber nicht ruh´n

wenn Tiere Ähnliches tun?“

 

Wir schauten in unserer Esskultur

sehr vieles ab von der Natur

wobei wir aber oft unser Denken

auf ein Benehmen lenken,

das sich von Tieren unterscheide

weil das menschliche sonst leide.

Denn es soll absolut nicht sein,

dass wir schmatzen wie ein Schwein.

 

Wir brauchen Werkzeuge zum Essen

und haben schon vergessen,

dass es auch oft zweckmäßig ist,

wenn man mit den Fingern isst.

Beim Fressen gibt es bei Tieren

kein Überlegen kein Zieren,

sie handeln immer instinktiv,

deshalb geht selten etwas schief.

Katzen Pillen verabreichen 07.09.12

 

Es ist schwierig Katzen Pillen zu verabreichen, schon beim Fangen der Tiere gibt es große Probleme – beste Methode: Arznei mit dem Futter geben.

 

Verabreicht man Katzen Pillen,

muss man brechen deren Willen,

denn sie wollen es nicht verstehen,

alles soll zu ihrem Wohl geschehen,

dass sie – behütete Lebewesen -

durch die Arzneien schnell genesen.

Groß die Schäden oft schon waren

riskierten Unkundige dies Verfahren,

das mit dem Fangen der Katzen startet,

die meist schon ahnen was sie erwartet.

 

Wählt man keinen sicheren Ort

ist gar schnell die Katze fort

oder sie hängt in den Vorhängen,

kann sich hinter Schränke zwängen,

springt über Sofa, Sessel, Tisch,

ins offene Aquarium zu `nen Fisch

um dessen Leben muss man bangen,

die Katze nass, ist aber nun gefangen.

Das alles war das Vorspiel nur,

jetzt beginnt die richtige Tortour:

 

Schützen muss man sich vor allem

vor den scharfen Katzenkrallen,

es ist deshalb sehr vorteilhaft

die Tiere in einem Stiefelschaft

sicher und fest so zu arretieren,

um am Kopf nun zu hantieren.

Im Übrigen ist noch zu erwähnen

das Katzengebiss mit spitzen Zähnen.

Man sollt´ es deshalb unterlassen

schutzlos ins Katzenmaul zu fassen

 

Zweckmäßig ist es stattdessen,

man gibt die Pillen in das Fressen!

Man erobert dann mit diesem Trick,

der Katze Gunst sehr schnell zurück.

Glücklich sind nun Mensch und Katze,

die zeigt ohne Krallen ihre Tatze,

ihr ist die große Angst genommen

und lässt sich mühelos beikommen.

Und die Moral von der Geschicht´,

     martere deine Katze nicht!

Dürfen Katzen Vögel fangen?

 

Wir verbieten Katzen, Vögel zu fangen und brauchen sie aber, dass Mäuse- und Ratten nicht zur Plage werden. Begreifen die Tiere diesen Unterschied?

 

Warum, warum und warum?

fragt ganz traurig eine Katze,

nehmen es die Menschen krumm,

wenn ich einen Vogel tatze.

 

Dabei muss ich deutlich sagen,

das ist wiederholt bewiesen,

wenn Menschen Tiere jagen

geht’s immer ums totschießen.

 

Wir Katzen aber spielen gern

mit dem, was wir gern speisen,

drum haltet euch mit Worten fern,

die uns Katzen grausam heißen.

 

Wir fangen Mäuse und Ratten,

die man auch Schädlinge nennt,

freie Jagd wir hierbei hatten,

bei der man unsere Erfolge kennt.

 

Verwehrten wir den Katzen die Lust

am dienlichen „Schädlinge fangen“,

dann hätten wir gar manchen Frust,

müssten um sichere Vorräte bangen.

Tiere, unsere Mitgeschöpfe

 

Bei der Anschaffung eines Tieres muss gründlich nachgedacht werden, man erwirbt keine Sache sondern ein Mitgeschöpf.

 

Ich schaffe mir ein Haustier an,

ein Satz, der sehr leicht gesagt,

es hängt jedoch sehr viel daran,

wenn man diese Gedanken wagt.

 

Was ist für dich das richtige Tier?

Warum, wofür soll es wohl sein?

Zu Beginn stell diese Fragen dir,

sonst stell´n sich später Sorgen ein.

 

Tiere als Mitgeschöpfe anerkennen

ist und bleibt immer sehr wichtig,

sie niemals als Ware zu benennen

ist beim Tierkauf immer richtig.

 

Exoten, wilde Tiere sind heut beliebt,

man beachte aber immer und allewege

welche Besonderheiten es dabei gibt:

Wohnungen taugen nicht als Gehege.

 

Bei Hund und Katze ist zu bedenken:

„Vermenschlichung“ bei diesen Tieren,

wird ihnen kein Wohlbehagen schenken,

weil wir gesunden Realismus verlieren.

 

Welch genereller Rat ist opportun,

ein Tier ward angeschafft, gehalten,

man sollte nun rundweg alles tun

und das Umfeld tiergerecht gestalten.

Falschaussage: „Dummer Hund“

 

Es ist falsch Tiere als dumm zu bezeichnen; gerade Hunde beweisen mit ihren ausgeprägten Geruchssinn das Gegenteil.

 

 

Dummheit ist für mich ein albernes Wort

wenn dieses auch für Tiere gelten sollte;

denn Erklärungen sucht man immerfort,

was die Natur mit ihrer Vielfalt wollte.

 

Wir sagen unbesonnen: „Dummer Hund, “

sehen nicht, wie die Tiere sich überbieten;

ungelöst wäre manch schwieriger Fund,

hätten die Hunde die Gefahren gemieden.

 

Wenn es gilt Schwieriges aufzuklären

sind Hunde bekanntlich unübertroffen,

wenn ihre Riechleistungen nicht wären,

wäre so manche Falllösung noch offen.

 

Wir sollten deshalb immer acht geben,

wenn wir die Umwelt beurteilen wollen.

Tieren, die in unserer Umgebung leben

sollten wir große Hochachtung zollen.

Schwein flieht vorm Fleischer

 

Auch Haustiere fürchten sich vor dem Töten, dem Schlachten – nur gelingt es ihnen meistens nicht, dauerhaft zu entfliehen.

 

 

Man kann es nicht ändern auf Erden,

dass Nutztiere geschlachtet werden.

„Für mich braucht das nicht zu sein“,

sagte sich ein ganz fettes Schwein;

„für mich ist es gewiss das allerbeste,

wenn ich vor dem Hausschlachtfeste

mich des Fleischers Griff entzieh

und von dem Bauernhof entflieh.“

Es konnte sogar auf Vorteile hoffen,

denn das Hoftor stand immer offen.

Es vermochte bis in das Dorf zu gelangen

wurde jedoch gleich wieder eingefangen.

Es wehrte sich, es wollte nicht zurück

der Ausflug war deshalb kurzes Glück.

Die Menschen waren dennoch aufgebracht,

das Tier zu bestrafen aber nicht angebracht;

Flucht gehört zu den Angstreaktionen,

die Tieren natürlicherweise innewohnen.

Fressgier unseres Dackels

Es ist schwer Hunden die Fressgier abzugewöhnen. Hiermit können sie in den Familien manche Schwierigkeit heraufbeschwören.

 

Unser Dackel hat alles vergessen,

wenn es ihm ging um das Fressen.

Eines Tages, er kann es nicht fassen,

er wurde im Zimmer allein gelassen,

wo Duft vom Tisch, der schon gedeckt,

des Hundes große Fressgier weckt.

Ein Kuchen, ganz vorzüglich gelungen,

wurde vom Hund im Nu verschlungen.

Mit Gästen, gut gelaunt wie immer,

betreten wir zusammen das Zimmer.

Unfassbar: Die gedeckte Tafel zerstört!

der Dackel fraß dort ganz ungestört.

Unsere gute Stimmung war verflogen,

wer hatte das Tier nur so falsch erzogen?

Tiere als Katastrophenopfer

 

Im Krieg und bei Katastrophen leiden Tiere ebenso wie Menschen, sie sind stets unschuldige Opfer, aber werden zweitrangig gerettet.

 

 

In Kriegen, die von Menschen gemacht

wird viel zu wenig an die Tiere gedacht,

die dabei stets und zu allen Zeiten

genau wie alle Lebewesen leiden.

Die Tiere, die bei Katastrophen betroffen

genau wie Menschen auf Rettung hoffen.

 

Tiere als Opfer, meist ganz unschuldig,

ertragen ihre Leiden ruhig und geduldig

die Menschen dagegen oft wehklagen,

die Unheilursachen selten hinterfragen

und bei allen gefährlichen Geschehen

Tierrettung immer zweitrangig sehen.

Artgerechte Katzenhaltung

 

Die artgerechte Haltung der Katzen verlangt, ihnen genügend Auslauf und Freiheit zu gewähren, sie zu erziehen und nicht zu quälen.

 

Empirisch habe ich festgestellt:

Wir wollen oft in unserer Welt,

Katzen viel zu fest an uns binden,

lassen sie die Freiheit nicht finden,

die sie nach natürlichen Trieben

verlangen, benötigen und lieben.

Sind sie im engen Raum gefangen,

werden wir nie ihre Gunst erlangen.

 

Zur Frage, wie man Katzen richtig hält?

Die Antwort: Man tut was ihnen gefällt!

Sie sagen uns Menschen auf ihre Art

mit Krallen oder schmusend und zart,

ins lächelnde oder finstere Gesicht,

dieses mag ich gern, jenes aber nicht.

Artgerechte Haltung ist deshalb wichtig,

erziehen, nicht quälen, das ist richtig.

Sprache der Tiere

Von der Kuh hört man Muh,

von der Katze ist´s Miau,

drum wüst ich gern genau

was hört man von der Sau?

Auch von all den vielen Tieren,

die schwimmen, laufen, jagen

sich hoch in die Lüfte verlieren

aber nichts mit Worten sagen?

 

Oder ist es „tierisches Sprechen“,

was da unser Ohr erreicht?

Trotz großem Kopfzerbrechen:

Alles mündet in: „Vielleicht?“

Eine Ausnahme ist aber bekannt,

die macht uns oft sogar betreten

Papageien werden sie genannt,

die mit gelernten Worten reden.

 

Wie viele Tierarten gibt es auf der Welt?

Kann man zu richtigen Zahlen gelangen?

Wichtig, dass man diese Fragen stellt,

weil wir heut um Veränderungen bangen.

Verringern Menschen und Klimawandel

die Tierartenzahl auf unserem Erdenball?

Mit der Natur treiben wir argen Handel

und bringen das Gleichgewicht zu Fall.

 

Für dieses Tun haben Tiere keine Worte,

uns fehlen sie auch nach unserem Verstand;

Tiere vertreibt man vom gewohnten Orte;

leichtsinniges Handeln durchzieht unser Land.

Der Hunde-, Katzenkonflikt

 

Hunde schließen Freundschaft, wenn sie sich beschnuppert haben. Die Feindschaft zwischen Hunden und Katzen schwindet, wenn die Tiere gemeinsam aufwachsen.

 

Wenn sich fremde Hunde treffen

fangen alle tüchtig an zu kläffen.

Mit jedem unbekannten Artgenossen

wird Freundschaft erst geschlossen,

wenn man geschnuppert und gerochen

und in Hundetönen hat gesprochen.

Dann: Schwanzwedeln, der Hund bellt,

Gemeinsamkeiten werden festgestellt!

Wenn allerdings Hunde Katzen sehen,

beginnen die Haare zu Berge zu stehen,

bellen bekommt einen besonderen Ton,

man hört und spürt große Aggression.

Diese Beiden können sich nicht leiden,

das stammt schon aus uralten Zeiten,

beide bevorzugten wie damals und heute

häufig fast gleiche Nahrung und Beute.  

Trotzdem lassen sich Wege finden,

um diese Feindschaft zu überwinden:

Zusammensein ab den ersten Lebenstagen

bringt, dass Hund und Katze sich vertragen.

Warum lieben wir Hauskatzen?

 

Hauskatzen sind sehr eigenwillig aber auch anhänglich, zwei Eigenschaften, die uns Menschen immer äußerst gut gefallen.

 

Beobachtetes Katzenleben

kann uns Antwort geben

warum Katzen vor allem,

uns äußerst gut gefallen,

uns ihre Eigenwilligkeiten

sehr häufig Freude bereiten,

weil sie uns klar offenbaren

sie sind die Unnahbaren,

die aber auch immer bereit

zu großer Anhänglichkeit.

Sie vor Unheil zu schützen

wird uns immer viel nützen.

 

Wo man die Katze streichelt,

da ist sie gern!

 

 

Fliegende Hauskatze

 

Die Natur hat jedem Tier Angriffs- und Verteidigungswaffen gegeben – Katzen können vor stärkeren Hunden auf Bäume flüchten und sich mit Krallen wehren.

 

Großer Hund hetzt Katze hinterher,

sie flüchtet auf den Baum ins Geäst.

Sie sinnt aber auf schnelle Rückkehr,

wenn der Böse sie nicht in Ruhe lässt.

Unten bellt dieser nun ganz abscheulich,

die Katze aber denkt: „Ich bin geschützt,

was die Natur hier tut ist sehr erfreulich,

wenn dies dazu einem Schwachen nützt.“

 

Die Katze kann klettern und rennen,

oben gesichert wird sie triumphieren,

aber der Hund muss Grenzen erkennen,

denn diesen Kampf wird er verlieren.

Wenn die Katze nach gekonntem Fluge

sich festkrallt in des Erzfeindes Genick

bleibt sie die Stärkere und die Kluge,

die ihre Waffen einsetzt mit Geschick.

Der bedrohte Fischbestand!

 

Auch Fische spüren wie alle Lebewesen auf dieser Welt

Schmerzen! Es ist allerhöchste Zeit, ihren Bestand zu schützen.

 

Der Fischreichtum im Meere schwindet rapid.

Die Ursache ist die ungebremste Raubfischerei

erschreckend, dass die Welt so tatenlos zusieht,

denn bald ist es mit normalem Fischfang vorbei.

 

Fische gelten als empfindungslos und kalt

ohne Betäubung werden sie geschlachtet,

das ist die aus Habgier gesteuerte Gewalt,

richtigerer Umgang wird sträflich missachtet.

 

Bekanntlich essen wir Menschen gern Fisch,

dabei gelingt es uns, die Gedanken abzulenken,

an das schmackhafte Fischfilet auf dem Tisch

und nicht an die getöteten Fische zu denken.

Geschichten Auswahl

Rückblicke auf die 30er Jahre

 

Während meiner Kindheit in den 1930er Jahren umgab mich in unserer Familie eine friedliche Geborgenheit; die „feindliche Politik“ erreichte aber auch mich.

 

Retrospektiv wird mir bewusst, dass mich während meiner Kindheit in den 1930er Jahren trotz der herrschenden Diktatur des Nationalsozialismus in unserer Familie eine friedliche Geborgenheit umgab. Wahrscheinlich versuchten meine Eltern und Großeltern, die wir in einer „Generationsgemeinschaft“ zusammenlebten, die „feindliche Außenwelt“ von unserm häuslichen Leben fern zu halten; was ihnen aber trotzdem nicht vollständig gelang.

 

Für das mögliche Abschotten trug allerdings bei, dass in jener Zeit die Medien die politischen Meldungen weniger intensiv in die Familien tragen konnten. Der Rundfunk befand sich in den Anfängen und bei uns wurde z. B. nur die örtliche Tageszeitung gelesen. Ich konnte noch nicht lesen und in dieser Zeitung gab es keine Bilder, über die ich eventuell hätte etwas Politisches erfahren können. Dass eine nationalsozialistische Hetzzeitung, „Der Stürmer“, existierte, erfuhr ich erst Ende der 30er Jahre in der Schule. Ich weiß, dass mich damals selbst als Kind die Karikaturen in dieser Zeitung über Juden und Untermenschen abstießen.

Ich kannte in unserer Kleinstadt keine Juden, weil sie hier bis 1941, als sie dann den „Judenstern“ offiziell tragen mussten, für mich keine erkennbar anderen Menschen waren. Ebenso waren für mich die Plakate mit Fratzenbildern von Juden, die man besonders ab Anfang 1938 an den offiziellen Aushängen vorm Rathaus, anderen öffentlichen Gebäuden und Litfaßsäulen sah, abstoßend; aber ich erinnere mich, dass wir Kinder all dieses kaum wahrnahmen. Wir bestaunten z. B. in der größeren Stadt Gera diese praktischen Säulen, die es in unserem kleinen Ort nicht gab und an die so viele Bekanntmachungen geklebt werden konnten. Die Reklamebilder, die man hier sah, zeigten manchmal „hoch - geschürzte Frauenbeine“ – diese Freizügigkeit brachte uns sogar etwas in Verlegenheit. Außerdem machte es uns Spaß, um diese Einrichtungen herum Fangen und Verstecken zu spielen.

 

Mit persönlichen Empfindungen einher gingen aber Ereignisse der „Kristallnacht“ 1938, die in die Zeit meines ersten Schuljahres fielen. Ich erinnere mich, dass in meinem Elternhaus damals darüber gesprochen wurde und bruchstückweise bei mir folgendes haften blieb: In Gera gab es das in meinen Kinderaugen riesengroße Kaufhaus Dietz. Besonders Weihnachten 1937 hatte ich dort eine schöne Märchenwelt ausgestellt gesehen. Nun hörte ich, dass in diesem Haus am 9.November 1938 die Schaufenster eingeschlagen und vieles zerstört worden sei, weil die Besitzer Juden waren. Ich verstand das Warum nicht und war enttäuscht, dass die SA meine phantasievolle Märchenwelt zerstört hatte.

Ich fragte meinen Vater: „Warum sind Juden schlechte Menschen, die man bekämpfen muss?“ Was er mir antwortete behielt ich sinngemäß im Gedächtnis: „Juden sind gute Geschäftsleute und unter ihnen gibt es sehr viele intelligente Menschen. Das ruft Neid bei all denjenigen hervor, die nicht so viele Fähigkeiten besitzen. Aber du solltest über diese Themen außerhalb unseres Hauses möglichst gar nicht reden.“

Mit heutiger Erkenntnis weiß ich, dass dies eine seiner sehr vorsichtigen Kritiken an den Nationalsozialisten war. Als Schulkind ließ ich mich damals aber von unserem Lehrer, einem überzeugten Anhänger des Nationalsozialismus, stark beeinflussen. Dabei erkannte ich später als Erwachsener, der selbst Kinder in der DDR zu erziehen hatte, welche Gratwanderung ich als Kind meinen Eltern und Großeltern manchmal abverlangte; sie lehnten, das erfuhr ich erst nach dem Krieg, das NS-Regime ab.

Sie konnten also nicht verhindern, dass ich damals begeistert war von Uniformen, Gewehren, Zinnsoldaten und allem Spielzeug für das „Kriegsspiel“. Es war mir eine Freude, wenn ich beim Spielen die meisten Zinnsoldaten umwerfen und damit außer Gefecht setzen, oder eine Burg erobern konnte – ich hatte eine solche als Modell aus Holz. Ich suchte mir gern Spielkameraden, denen ich überlegen war. Dies alles gehörte zum Geist dieser Zeit. Die Eigenschaft, immer der Überlegene sein zu wollen, ist dem Menschen angeboren und findet im Egoismus ihren Ausdruck. Der Philosoph Kant sah hierin bekanntlich u. a. eine der Ursachen für die Entstehung von Kriegen.

Und mein Vater und vor allem meine Großmutter sagten schon vor 1939 mit vorgehaltener Hand, trotz Hitlers Friedensbeteuerung steuert Deutschland auf einen grausamen Krieg zu. Ich glaubte aber meinem Lehrer, der sagte: „Deutschland muss die Schmach des Versailler Friedensvertrages tilgen und wenn notwendig mit Krieg.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wedelnde Hundeschwänze

 

Es ist noch nicht umfassend geklärt, was Hunde mit Schwanzwedeln wirklich ausdrücken. Erlebnisse hierzu werden dargestellt.

Als Kinder haben wir gern und häufig das Schnaderhüpfl gesungen:

 

„Es wackelt der Hund

mit dem Schwanz hin und her,

der Schwanz kann das nicht,

der Hund ist zu schwer.“

 

Text und Melodie sind mir noch heute nach über 70 Jahren im Ohr. Als ich damals meinen Onkel, der sich mit Hunden gut auskannte, diesen Spottgesang vortrug, lachte er, fand aber damit gleich einen Ansatzpunkt mir die Bedeutung der Tierschwänze an Beispielen zu erklären:

 

„Pferde benutzen ihren Schweif, um lästige Insekten abzuwehren. Es gibt aber unvernünftige Pferdehalter, die diesen Wedel abschneiden d. h. kupieren, sie meinen, das sähe besser aus, verkaufen die Schwanzhaare oder wollen nicht belästigt werden, wenn sie das Geschirr anlegen oder die Tiere putzen und striegeln. Manchmal werden auch bei Turnieren und Tierschauen den Pferden die Schwänze kunstvoll als Zopf gebunden und mit Bändern umwickelt. All das ist wider die Natur. So erlebte ich, dass ein Pferd ohne langen Schwanz zu Tode kam, weil es in einer sumpfigen Gegend Zugdienste leisten musste und dort von tausenden stechenden Insekten belästigt wurde.“

 

„Wenn z. B. Hauskatzen aus großen Höhen herab springen, landen sie immer auf ihren 4 elastischen Beinen und sind in der Regel unverletzt. Der Schwanz dient ihnen u. a. beim Sturz als Steuerinstrument, um sich in die gewünschte Landeposition zu bringen. Diese Tatsache wurde einem Hund zum Verhängnis. Er verfolgte eine Katze und sah, wie diese von einem sehr hohen Baum herunter schnellte, unten heil angekommen war und weiter flüchtete. Der Hund besaß nur einen kleinen Stummelschwanz, mit dem er beim Sturzflug nicht steuern konnte. Jedenfalls fiel er, unten angekommen, auf den Rücken und zog sich erhebliche Verletzungen zu.“

 

Nun aber erzählte meine Onkel im Weiteren ein Erlebnis zum Schwanzwedeln des Hundes: „Viele glauben, wenn diese Tiere heftig mit ihrer Rute wedeln, dann wären sie friedlich und würden einem nichts tun. Das stimmt nur teilweise. Man weiß, dass ein stärkeres Wedeln eine bestimmte Gemütsbewegung anzeigt. Stärkeres Ausschlagen des Schwanzes nach rechts deutet dabei auf Freude und friedliches Verhalten hin. Dagegen zeigen heftigere Bewegungen des Schwanzes nach links Angriffslust und Feindlichkeit. Dabei wurde mir einmal zum Verhängnis, dass ich zwar wusste was rechts und links ist, aber nicht berücksichtigte, dass ich vor dem Hund stand. Ich ordnete die Seitenverhältnisse von meinem Blick aus deshalb falsch ein. Ich sah, der Schwanz des vor mir stehenden Hundes schlägt stark nach rechts aus und ich glaubte, ich könne mich ihm ohne Schaden nähern. Das Tier machte aber richtigerweise die stärkeren Bewegungen nach links, es griff mich an und biss mich in den Arm. Dieses Erlebnis hat mir außerdem gezeigt, dass es nicht nur auf das Schwanzwedeln ankommt. Man braucht viel Erfahrung, um die wirklichen Gefühle eines Hundes richtig fachkundig zu deuten.“

 

Die bisherigen Studien über die Bedeutung des Schwanzwedelns des Hundes konnten die von meinem Onkel vor mehr als 70 Jahren geäußerte Auffassung weder bestätigen noch völlig widerlegen. Tierpsychologen sind sich nicht einig und es sind offensichtlich weitere Untersuchungen erforderlich. Einige ernst zunehmende Testergebnisse sind aus Triest in Italien bekannt. Persönliche 70jährige Erfahrungen im Umgang mit Hunden zeigten mir, dass sich auch diese Tiere individuell sehr unterschiedlich verhalten. Ich habe mich in der Beurteilung der Aggressivität eines Hundes nie allein auf die Schwanzbewegungen verlassen.



Aberglaube und Harry Potter

 

Erlebter Aberglaube in der Kindheit zieht sich durchs Leben. Auch im Buch „Harry Potter“ sind Aspekte des Aberglaubens beschrieben.

 

Gotthold Ephraim Lessing lässt Nathan den Weisen sagen: „Der Aberglaube, in dem wir aufgewachsen, verliert, auch wenn wir ihn erkennen, darum doch seine Macht nicht über uns.“   In den 1930/40er Jahren hörte ich von meiner Großmutter die Aussage, die ich noch sinngemäß im Gedächtnis habe: „Wer Vorzeichen und Vorahnungen ernst nimmt, kann manches Missgeschick verhindern. Wir können aber auch immer nur die Daumen drücken, wenn etwas gut ausgehen soll.“ Verstanden habe ich diese Worte damals nicht, aber die vielen Geschichten, die besonders meine Großeltern in jener Zeit über Gespenster und Übernatürliches erzählten, beeindruckten mich.

 

Dabei lernte ich Oma und Opa als gläubige Christen kennen, die viel in der Bibel lasen – der Macht des Aberglaubens konnten sie sich damit nicht entziehen. Viele Erzählungen blieben mir in Erinnerung und beeinflussten oft mein Handeln. Als Kind glaubte ich fest daran, dass ich mir manch Böses ersparen würde, wenn ich bestimmte Regeln des Aberglaubens beachte. An diesen Kindheitsglauben wurde ich besonders erinnert, als das Buch „Harry Potter“ zum Bestseller wurde. Es zeigte mir, dass meine Enkel und die Kinder von heute, die diese Lektüre verschlingen, einem Aberglauben auf neuem höherem Niveau verfallen. Sie lassen sich von den Geistergeschichten beeindrucken, lachen dagegen über meinen simplen Aberglauben.

 

Wenn ich z. B. mit dem rechten Fuß über einen Stein stolpere, dann gehe ich nochmals zurück, von links um ihn herum und erst dann wieder weiter, weil ich damit meine, ein Unheil zu verhindern. Geschieht das Stolpern mit dem linken Fuß, weiß ich mich auf einem glücklichen Weg.

 

Fast jeder kennt die Bedeutung der „schwarzen Katze“ im Aberglauben, auch darüber spottet die junge Generation. Ich habe aber an vielen Beispielen in meiner Einbildung erlebt, dass bei der Begegnung mit diesen Tieren althergebrachte Verhaltensregeln Unglück heraufbeschwören oder verhindern konnten.

Ein Beispiel: Wir wollten 1974 mit dem Auto einen Auslandurlaub antreten und ich fuhr vorher nochmals zu einer Besorgung in die Stadt. Zum Fahrtbeginn lief vorm Auto eine schwarze Katze von links nach rechts über den Weg. Ich hatte es eilig und missachtete den Hinweis: „Schwarze Katze von links nach rechts, ist was Schlechts – von rechts nach links Glück brings.“ Ich fuhr trotzdem weiter und es musste geschehen: Ein unachtsamer Fahrer rammte meinen PKW, die Weiterfahrt wurde passee und eine aufwendige Reparatur notwendig.

Erschwerend kam hinzu, dass es in jener Zeit in der DDR lange Wartezeiten für Autoreparaturen und nur schwierig Ersatzteile gab; dafür war allerdings die schwarze Katze nicht verantwortlich zu machen. In meiner Wohnumgebung streunen derzeit schwarze Katzen mit weißen Pfoten, die ich aber deshalb nicht in meine „Aberglaubensregeln“ einbeziehe.



Unternächte und Aberglaube

 

Von den Unternächten sind viele Bräuche bekannt. Ich erlebte als Kind in den 1930er Jahren eintreffende jedoch auch nicht in Erfüllung gehende Prophezeiungen.  

 

 

Etwa 400 Jahre nach unserer Zeitenrechnung hat der abendländische Kirchenvater

Aurelius Augustinus gesagt: „Wo das Wissen aufhört, fängt der Glaube an.“ Das gilt erfahrungsgemäß auch für den Aberglauben. Meine Großeltern, die mir vieles lehrten, hatten weniger Möglichkeiten sich Wissen anzueignen als die Menschen heute. Wahrscheinlich waren sie deshalb auch empfänglicher für vieles Übernatürliche. Die Bedeutung der Unternächte wurde bisher in der Literatur umfangreich beschrieben. Nur noch wenige Jugendliche kennen aber derzeit die abergläubischen Bräuche, die unser Handeln in diesen 12 Nächten (24. Dezember bis 5. Januar) bestimmen sollen. Die wichtigsten mir als Kind in den 1930er Jahren in meiner Ostthüringer Heimat bekannt gewordenen Bräuche der Unternächte, auch Raunächte genannt, waren: „Das Befragen von Orakeln – Ofenhorchen“, „Bleigießen“, „Sprechende Tiere“, „Erstellung von Wetterprognosen“, „die in den 12 Nächten geträumten Ereignisse sich zu merken, denn sie würden in Erfüllung gehen“, und wer in den Unternächten wäscht, muss mit Unglück rechnen“ Hierzu blieben mir außerdem einige Erlebnisse in Erinnerung. Während meiner Kindheit erfuhr ich in unserer Familie, dass die Eheschließung von Otto und Elfriede einen besonderen Umstand zu verdanken war, der als Geheimnis weitererzählt wurde, den aber alle, außer den unmittelbar Beteiligten, kannten. Otto war Großknecht und wollte gern das hübsche Mädchen Elfriede, eine Magd, freien; diese hatte aber viele andere Verehrer. Er wusste, sie würde in den Unternächten in den Ofen in der Herrschaftsstube horchen, um ihre Zukunft zu erfahren. Otto versteckte sich im Nebenzimmer und als er merkte, Elfriede horcht, raunte er mit verstellter Stimme: „Ach, Gott, nimm Ott, er ist en rechter Knecht, wennsten nimmst dann tuste recht.“ So gab die Maid allen Verehrern den Laufpass, heiratete Otto und hatte damit Glück. Nachdem ich in der Schule einigermaßen Schreiben gelernt hatte führte ich in den Unternächten ein heimliches Tagebuch, ich schrieb meine Träume auf. Ich wusste, dass die erste Unternacht dem Januar des folgenden Jahres und alle weiteren 11 Nächte jeweils den folgenden Monaten zuzuordnen waren. Ende Januar kontrollierte ich meine Aufzeichnung und war enttäuscht, dass mein Traum nicht in Erfüllung gegangen war. Ich hatte z. B: von viel Schnee geträumt und dass ich mit meinen Schneeschuhen ohne Schwierigkeiten über eine große Schanze fliegen konnte. Eingetroffen war ein schneearmer Januar und auch meine Schisprungkünste blieben bescheiden. Als auch in den folgenden Monaten nichts von meinen Träumen eintraf offenbarte ich es meinem Großvater, der sagte mir: „Du darfst nicht alles wörtlich nehmen, denn alle Prophezeiungen werden auch von Orakeln häufig nur verschlüsselt angedeutet. Vielleicht hast du aber auch nur die für dich schönen Träume aufgeschrieben und das Schlimme, das sich dann vernachlässigt fühlt, vergessen. In diesen Fällen trifft gar nichts ein.“ Das war mir zu kompliziert und ich gab fortan mein Vorhaben auf. Allerdings blieb mir eine Geschichte aus meiner Kindheit über „sprechende Tiere“ in den Unternächten in Erinnerung. Mein Großvater behauptete, in den Unternächten, um Mitternacht, während der Geisterstunde, immer in den Stall zu gehen, um von seinen Tieren zu hören, was sie sich wünschten und was die Zukunft bringen würde. Auch Beschwerden über bisherige ungerechte Behandlung würden sie vorbringen. Meine Begleitung lehnte er strikt ab, weil Kinder angeblich das Ganze stören würden. Ich hatte als 10jähriger einige Hühner und Kaninchen in Betreuung und Pflege bekommen, damit sollte ich zum   selbständigen Arbeiten angehalten werden. Da erzählte mir mein Opa am ersten Weihnachtstag, dass er gestern am Heiligen Abend, den ersten Tag der Unternächte, auch meine Tiere hätte reden hören. Ich protestierte, dies würde nicht stimmen, denn die Tiere sprechen nur zu ihrem Besitzer und ich war nicht dabei. Er erwiderte aber, von meiner besten Häsin gehört zu haben, dass ich verbotener Weise heimlich in ihr Nest zu den Jungen geguckt hätte. Das hatte ich aber so unauffällig getan, dass mich bestimmt niemand hat beobachten können. Ich ließ mich also überzeugen, die Tiere können in den Unternächten ihr Leid offenbaren – ich konnte nie ergründen wie mein Vergehen herausgekommen war. 

Der Menschenknochenfund

 

Bei Schachtarbeiten gefundene Menschenknochen waren noch in den 1930er Jahren in einer Kleinstadt Anlass den Aberglauben zu schüren.

 

Während meiner Kindheit in den 1930er Jahren gab es noch kein Fernsehen und auch nur wenige Familien hatten ein Radio. Die Informations- und Bildungsmöglichkeiten waren für einfache Leute sehr gering. Meine Eltern hatten ab Mitte der 1930er Jahre einen Radioapparat. In der Regel wurde aber das Gerät nur für Nachrichtensendungen, die mich weniger interessierten, angeschaltet. So lauschte ich gern den Erzählungen meiner Großeltern, die mir damit, das weiß ich heute, auch Lebensweisheiten beibringen wollten. In jener Zeit war besonders unter älteren Menschen der Aberglaube sehr verbreitet, womit sie bei uns Kindern oft auch Ängste schürten. Mein Opa war da anders, er begründete alles mit natürlichen Ereignissen. Er belehrte auch nicht nur, sondern packte seine Erlebnisse meistens in Geschichten, an die ich mich noch gut erinnere und die er mit aktuellen Ereignissen verknüpfte. Seinerzeit hatte man bei Schachtarbeiten für den Heizungseinbau in unsere Kirche Gräber aus vergangenen Zeiten entdeckt. Wir Kinder bestaunten die vielen ausgegrabenen Menschenknochen, die keine vollständigen Skelette mehr ergaben. Uns war bei diesem Anblick etwas grauslich, weil wir auch von einigen Erwachsenen hörten, dass durch diese Ausgrabungen die Totenruhe gestört und damit Unheil heraufbeschworen würde. Einige alte Frauen sagten sogar, die Verwandten dieser Verstorbenen würden auf dem Friedhof aus ihren Gräbern auferstehen, wenn man mit diesen Menschenresten nicht würdevoll umgeht und sie wieder richtig bestattet. Der robuste Umgang der Bauarbeiter mit den Menschenknochen fand die Missbilligung besonders von vielen abergläubischen Leuten. Ich war auch nicht ganz damit einverstanden, dass einige Schüler sich besonders mutig zeigten und mit Totenköpfen Fußball spielten. Ich fragte meinen Großvater: „Darf man mit ganz alten menschlichen Knochen spielen und können Tote auferstehen?“ Mein Opa erzählte mir daraufhin eine Geschichte, die er selbst erlebt hätte: „Vor einiger Zeit, als die ersten menschlichen Knochen bei den dir bekannten Ausgrabungen gefunden wurden ging ich mit Bekannten in stockdunkler, regnerischer Nacht am Friedhof vorbei. In der Leichenhalle brannte Kerzenlicht, aber wir wussten, es war niemand in unserem Ort gestorben. Wir hörten auch den ständig sich wiederholenden Spruch: ´Das ist mein, das ist dein, das ist jenen. ´ Wir mutmaßten, dass dort drin Verstorbene ihre Knochen sortierten. Der Grund zu dieser Annahme war ja aktuell, weil man aus den Fundknochen bei der Kirche bisher keine vollständigen Skelette mehr zusammenfügen konnte und wollte. Mein Freunde und ich nahmen allen Mut zusammen und wir schauten durch die Fenster in den Raum mit dem unerklärlichen Geschehen. Dort saßen 3 Landstreicher im Kreis auf dem Fußboden, die ihre erbettelten Pfennige aufteilten. Du siehst, alles hat eine natürliche Ursache; tote Menschen können nicht auferstehen, das konnte bisher nur Jesus. Aber man muss den Toten ihre Ruhe lassen. Knochen, auch wenn sie von Menschen stammen, die vor sehr vielen Jahren begraben wurden, sind kein Spielzeug.“

Beerdigung von Backpflaumen

Meine Oma wollte mir als Kind meine Angst vorm Sterben nehmen. Sie erzählte dazu sogar eine gruselige Geschichte über die Beerdigung eines falschen Sarges.

 

Das Thema Sterben und Beerdigung beschäftigte mich während meiner Kindheit in den 1930er Jahren ganz ungemein. Während meiner Volksschulzeit war ich sehr bewegt von den Todesfällen eines Schulkameraden und einer Schulkameradin. Der Junge hatte sich im Alter von 10 Jahren das Leben genommen, und das Mädchen war mit 13 Jahren an Blutarmut bzw. Tuberkulose gestorben. Die aufgebahrten Toten schaute ich mir nicht an, nahm aber an den Trauerfeiern teil. In meinen Träumen beschäftigte ich mich sehr oft mit diesen Todesfällen. Ich war immer sehr in Ängsten, dass einer meiner nächsten Anverwandten sterben könnte und Geschichten um das Sterben hörte ich nicht gern. Ich mied es auch über den Friedhof zu gehen, wenn ich nicht unbedingt mit musste, um die Gräber zu pflegen. Meine Großmutter versuchte mir diese Angst zu nehmen und als gläubige Frau hat sie selbstverständlich an ein Fortleben der Seele nach dem Tod geglaubt. Mir hat sie immer wieder eingeschärft, dass gute, anständige Menschen in den Himmel kommen und dort wäre es sehr schön. Meine Angst sei deshalb unbegründet, wenn ich immer folgsam wäre; aber auch ich war manchmal unartig – ich denke, das kommt bei jedem Kind vor - ich hatte dann häufig im nachhinein Zweifel, ob ich vom lieben Gott auch in die Kategorie der „Guten“ eingereiht werde. Im Übrigen versuchte meine Großmutter mir meine Ängste auch zu nehmen, indem sie gruselige Geschichten erzählte. Sie meinte, mir damit außerdem verständlich zu machen, dass letztlich alles natürliche Hintergründe hat. Noch in Erinnerung habe ich in diesem Zusammenhang eine etwas makabre Erzählung. Früher kauften die Bauern häufig schon zu Lebzeiten vorsorglich ihre Holzsärge, die sie auf dem Hausboden aufbewahrten. Sie dienten einstweilen für die Lagerung von getrockneten Lebensmitteln. Unter diesen Umständen soll deshalb die folgende wahre Geschichte passiert sein: „Vor einigen Wochen war der alte Großvater gestorben und in allen Ehren beerdigt worden. Aus ungenannten Gründen wurde der Sarg bereits im Trauerhaus verschlossenen. Viele älterer Leute wollten damals als Tote nicht zur Schau gestellt, also öffentlich aufgebahrt werden. Sie trauten den Bestattern nicht zu, sie als Leichnam einigermaßen ansehnlich herrichten zu können. Nach einiger Zeit bemerkten die Hausbewohner einen üblen Geruch, den sie einfach nicht erklären konnten. Schließlich fanden sie einen abgestellten Sarg, aus dem es abscheulich roch. In ihm fand man die Leiche des Opas und man hatte versehentlich Backpflaumen beerdigt.“

Der Flohzirkus

 

Ein Flohzirkus gehörte während meiner Kindheit in den 1930er Jahren zur Attraktion auf Volksfesten. Als 9jähriger versuchte ich einen solchen zu betreiben.

 

 

Weil Flöhe auch zu den Tieren gehören, veröffentliche ich diese Geschichte ebenfalls unter “Tiergeschichten“.

Ein Flohzirkus gehörte während meiner Kindheit in den 1930er Jahren zur großen Attraktion auf Jahrmärkten und Volksfesten. Auf den jährlich bis 1940 stattfindenden Schützenfesten meines Heimatortes in Ostthüringen gab es diese Sensation auch. In einem Glaskasten, etwa in der Größe einer Wäschetruhe, tummelten sich mehrere Flöhe, die uns größer erschienen als die, die wir als Hühner- oder Hundeflöhe kannten. Die Hühner in unserem Bauernhof hatten damals durchweg Flöhe, die uns hin und wieder anfielen und stachen; besonders wenn wir den Stall säuberten schleppten wir die sich in den Kleidern verkrochenen Tierchen anschließend auch mit ins Wohn- und Schlafzimmer. Die Stiche juckten und auf der Haut zeigten sich kleine rote Flecken; uns gelang es aber sogar, ab und zu lästige Flöhe zu fangen; sie waren durchweg sehr klein und wir zerdrückten sie mit den Fingernägeln. Erst nach dem Krieg, so erinnere ich mich, wurden auch bei unseren Hühnern Puder und in den Ställen Spritzmittel zur Flohbekämpfung eingesetzt. Trotzdem gibt es diese Parasiten z. B. in sehr unsauberen und ungepflegten Hühnerhaltungen bis heute.

Wir Kinder, ich glaube, ich war damals 9 Jahre alt und meine Freunde etwas älter, wollten einen Flohzirkusdirektor, der mit seinem Kleinunternehmen auf unserem Schützenfest gastierte, über die Herkunft seiner Tiere und deren Dressur ausfragen. Zunächst gab er uns auch breitwillig Auskunft bis er stutzig wurde und deshalb plötzlich darauf verwies, wir könnten doch alles sehen, welche Kunststücke seine Flöhe vollbringen würden. Vielleicht vermutete er in uns Konkurrenten. Was wir sahen war tatsächlich frappierend, die nur einige Millimeter großen Tiere schaukelten an kleinen Trapezen, bewegten winzige Kutschen und Karussells, kletterten an Stangen hoch, spielten sogar mit minikleinen Bällen, die sie in Tore schossen und ähnliches mehr. Erfahren hatten wir aber vom Direktor, dass sich für einen Zirkus nur Weibchen von Menschen- oder Igelflöhen eignen, alle anderen Arten und die Männchen wären zu klein.

Meine Freunde und ich hatten uns doch tatsächlich ausgemalt, selbst einen Flohzirkus aufzubauen und zu betreiben, man brauchte dazu doch wirklich nur so viel Platz wie für ein Fischaquarium. Die Mitteilung des Flohzirkusbesitzers, dass sich Hühnerflöhe, die wir hätten leicht beschaffen können, nicht eigneten, war deshalb für uns zunächst ein Rückschlag. Blieben Igelflöhe, aber wie erkennt man Weibchen, wie fängt man sie und wer kann uns Unterstützung in der Dressur geben? Ich bat meinen verständnisvollen Großvater um Hilfe, die er uns auch versprach, uns aber darauf hinwies, dass er in der Abrichtung so kleiner Tiere auch ein Laie sei. Er meinte, das sei doch etwas ganz anderes als das Anlernen von Zug- und Reitpferden oder von Rindern und Schafen in der Herde zu gehen, worin er sich durchaus gut auskennen würde. Er half uns aber ein Netz herzustellen, wie es Forscher benutzen, wenn sie damit über Wiesen gehen und Insekten einfangen. An Igeln mangelte es in unserem Garten nicht, wir mussten nur die Zeit abpassen, in der sie auf Wanderschaft waren. Schwieriger wurde es wieder, die Flöhe, die sich auf den Igelkörpern wahrscheinlich sehr wohl fühlten, aufzuscheuchen, damit sie ins Netz sprangen. Niemand traute sich die stacheligen Tiere anzufassen, nur unser junger Hund wollte mit ihnen spielen und verletzte sich immer wieder seine Nase an den Stacheln der Igel, die sich zur Abwehr zusammenrollten und damit angriffssicher waren. Vermutlich gefielen aber diese Attacken einigen Flöhen nicht oder sie wollten den Hund als Wirt ausprobieren, jedenfalls gingen während dieser Spielereien des Hundes einige Exemplare in unser Netz. Bei der gemeinsamen Begutachtung fanden wir tatsächlich sehr große und sehr kleine Flöhe, womit sich eine weitere Geschlechtsbestimmung erübrigte, die Großen waren die Weibchen. Die von uns gefangenen Tierchen sprangen wahllos im Glasbehälter herum, sie vollführten Sprünge von mehr als einem Viertelmeter Länge und Höhe. An der glatten Glaswand konnten sie sich aber nicht festhalten, weil sie an ihren Beinen keine Haftpolster haben, das erfuhr ich von meinem Onkel, einem Biologen. Weitere Kunststücke konnten wir ihnen leider nicht beibringen. Mein Großvater, der gern mit beobachtete, meinte: „An den weiten Sprüngen dieser kleinen Quälgeister erkennt ihr, dass man sich nicht schämen braucht, wenn man Flöhe hat. Unsere Hunde, Katzen und das Geflügel sind nicht ungezieferfrei, wenn man sich deshalb in ihrer Nähe aufhält ist es verständlich, dass die Sprungkünstler ohne Schwierigkeiten zu uns gelangen. Vielleicht stammt daher auch die Redensart, dass Flöhe zu bändigen gleich schwierig ist wie eine lebhafte Kinderschar zu beaufsichtigen“.

Ich glaube, seit meiner Kindheit hat sich bis heute nichts daran geändert, dass Kinder etwas Neues immer nur für kurze Zeit interessant finden, man bezeichnet dieses auch im übertragenen Sinn als Strohfeuer. Nach einigen Wochen, als die Flöhe nach und nach starben, weil wir sie nicht füttern konnten, vollendete sich auch unser Vorhaben, einen Flohzirkus zu betreiben.

Kastrierter Kater Moritz

 

Ein Kater, ein Weihnachtsgeschenk für Kinder, wird ausgesetzt, nachdem ein Kind Katzenallergie bekam. Das Tier beginnt ein neues Leben auf dem Lande.

 

„Irgendetwas stimmt nicht mehr in dieser Familie“, dachte sich ein junger Kater, den ich wie in einem Märchen denken und sprechen lassen will, obwohl er etwas Wirkliches erlebte: „Alle gucken jetzt traurig, wenn sie mich sehen; sie meiden meine Nähe. Der Vater, das Familienoberhaupt, schaut mich sogar böse an, als wollte er mich vergiften! Dabei hatte auch der geschmunzelt und sich gefreut, als ich vor ungefähr einem halben Jahr unter den Weihnachtsbaum gesetzt wurde und nicht wusste, was mit mir geschieht. Jetzt werde ich aber kaum noch in die Arme genommen oder zärtlich gestreichelt. Schnell begriff ich damals, dass ich Moritz hieß, alle riefen immer diesen Namen, wenn sie mich sahen und ich konnte gar nicht anders als darauf zu reagieren. Ich war ein Geschenk für die beiden Kinder, die noch keine Schulkinder sein konnten, denn ich musste immer ein „Ersatzschulkind“ darstellen, wenn sie mit ihren Minischulbänken und Schultafeln spielten. Dieses Spielzeug hatten sie auch vom Weihnachtsmann bekommen. Na, dieser maskierte Mensch, der die Weihnachtsgeschenke brachte, war vielleicht komisch. Nachdem er mich aus dem Kasten, mit dem er mich in die Wohnung geschleppt hatte, herausließ, ärgerte er mich dauernd mit seinem Besen. Die Kinder schmiegten sich an ihre Eltern und ich war schutzlos. Wahrscheinlich sollte ich wie in einem Zirkus umher springen oder mich anfassen und streicheln lassen, diesen Gefallen tat ich den fremden Mensch aber anfangs nicht. Ich hockte mich ängstlich in die Stubenecke; da passierte es mir tatsächlich, dass sich meine Blase entleerte – verrückt, selbst das wurde damals vom Hausherrn toleriert – er lachte sogar und sagte: „Erzieht nur den kleinen Moritz, dass er stubenrein wird, sonst kommt ihr mit dem Saubermachen nicht mehr nach.“ Ich grüble also darüber nach, was könnte die Ursache dieses Gefühlswandels sein? Hin und wieder hörte ich den Ausdruck: „Katzenallergie.“ Ich kann mir zwar nichts darunter vorstellen, aber es soll eine Krankheit sein, die angeblich durch meine Harre und meinen Speichel bei einigen Menschen ausgelöst werden könnte. Das erscheint mir wahrscheinlich, denn das Mädchen niest viel, bekommt einen Hautausschlag und ganz rote Augen, wenn sie mit mir geschmust hat. Nun dachten diese Menschen neuerdings, ich würde nicht verstehen, was sie beratschlagten; sie wollen mich los werden. Vom Vater aus soll ich sogar ins Tierheim; schrecklich: Dort sind Katzen hinter Gittern und man ist niemals allein. Mutter und Kinder plädieren dafür, dass sie mich mit zur Großmutter aufs Land nehmen. Im Dorf würde es viele frei herumlaufende Katzen geben, auf eine mehr oder weniger käme es dort nicht an. Außerdem sei ich kastriert und stelle deshalb keine Gefahr für die dortige Katzenvermehrung dar. Als ich eines Tages mit ins Auto genommen wurde, spürte ich instinktiv, das ist deine letzte Fahrt mit der Familie, hierher in die Stadt kommst du nicht wieder zurück. Traurig hing ich meinen Gedanken nach, denn ich hatte hier ein gutes Leben, wenn auch durch die Wohnungshaltung eine gewisse Freiheit fehlte. Aber die Kinder gingen fast täglich mit mir in den Park, wo ich zwar meistens an einer Leine ausgeführt wurde. Wenn sie mich aber mal losließen bin ich nicht ausgerissen, weil ich ja wusste, ich würde mein gutes bequemes Leben verspielen. Wir fuhren nun schon eine ziemlich lange Zeit, es wurde angehalten, der Vater musste mal „austreten“, die Kinder sagten „pippi machen“. Die Autotür war offen und ich sprang unbemerkt raus, aus dem Wald kamen so viele ungewohnte Gerüche in meine Nase, die weckten meine Neugier. Ich war unter einen Busch gekrochen und plötzlich sah ich das Auto wegfahren. Was diese Menschen sich dabei gedacht hatten erfuhr ich nie, aber wahrscheinlich habe ich sie von einem Problem erlöst, sie konnten sagen: ´Der Kater ist ausgerissen und wir haben ihn nicht wiedergefunden´.“

Ein Jahr später: Moritz hat ganz vergessen wie er heißt, niemand ruft ihn mehr mit diesem Namen, er ist auf einem Bauernhof einer unter vielen. Wenn er jetzt in der Scheune, umgeben von weichem Stroh, liegt und schläft, träumt er häufig von seinen Erlebnissen nachdem ihn die unverantwortlich handelnde Familie ausgesetzt hatte und er, ein in der freien Natur völlig unerfahrener Kater, nun auf sich allein gestellt war. Alles war neu: Kein fertig zubereitetes Fressen, kein Dach über den Kopf, keine Menschen, kein Schmusen und Streicheln und dazu Töne, Gerüche und Tiere in der Umgebung, die er noch nie in seinem Leben gesehen hatte. Für all das Zeug benutzten die Menschen Namen, die den Kater aber nicht interessierten. Es war Sommer, er war gesund und er begann an das Überleben zu denken. Stolz war Moritz, als er eine Waldmaus fing, die köstlich schmeckte, viel besser als seine bisherige Fertignahrung. Als es Nacht wurde, bekam er Angst. Er sah einen Fuchs über eine Wiese schleichen, den er nachgehen wollte, vielleicht führte der ihn zu einem Dorf? Plötzlich ertönte ein fürchterlicher Knall, der Fuchs überschlug sich und blieb liegen. Da kamen auch schon Hunde angehetzt und Moritz war froh, dass er sich noch in Sicherheit bringen konnte – er rannte, rannte und rannte, wohin wusste er nicht. Da sah er in der Nähe Häuser – dort musste er hin, das kannte er aus seinem bisherigen Leben und er wollte dort Unterschlupf suchen. Aber schrecklich, er fand sich plötzlich in einem Hühnerstall wieder, das aufgeregte Hühnervieh machte derartigen Spektakel, dass er sofort wieder Reißaus nehmen musste. Aber in einer Scheune fand er schließlich einen ruhigen Platz im Stroh, wo er sich ausruhen konnte. Welch ein Glück, am nächsten Morgen sah er einen großen Hof und einen Fressnapf, an dem sich einige Katzen eine Güte taten. Als sich Moritz näherte wurde er immer wieder weggejagt aber hier schien es genügend Futter zu geben, nachdem die Einheimischen satt waren, konnte er die Reste vertilgen. Nun galt es sich mit den anderen Katzen anzufreunden, denn hier wollte er eine neue Bleibe finden. Das ist zwar schon einige Zeit her aber noch immer ist er Außenseiter. Die anderen nichtkastrierten Kater scheinen zu riechen und zu spüren, dass er nicht mehr für Nachwuchs sorgen kann und attackieren ihn oft. Noch schlimmer sind aber die Katzen, die ihn ständig mit Verachtung strafen, wenn er schon mal Annährungsversuche macht. Jetzt scheint aber für ihn eine Glückssträhne zu kommen, die Bäuerin wurde auf ihn aufmerksam. Moritz durfte sogar schon einmal mit in die Wohnung und wurde gestreichelt. Nur ruft sie ihn nicht Moritz sondern Kater. Vielleicht kommt ihm nun aber zu Gute, dass er als junger Kater den Umgang mit Menschen lernte. Er kann auf diesem Gebiet seine „halbwilden Artgenossen“ hier auf dem Lande ausstechen. Die fühlen sich ihm überlegen und wissen gar nicht, dass ihr Nachwuchs oft grausam getötet wird.  

Die schwarze Martinsgans

 

Eine „Martinsgans“ war in der Kriegszeit schwer zu beschaffen. Ein „Laubenpieper“ zog eine Gans auf, die aber seine Kinder vorm Schlachten retteten.

 

Es begab sich vor mehr als 70 Jahren. Es war Krieg und die Lebensmittel waren rationiert. Die Menschen wollten aber nicht auf bestimmte Traditionen, z. B. auch auf die Martinsgans, verzichten. Dabei waren den meisten die Hintergründe dieses Brauches, der wenig mit den Geschichten um den heiligen St. Martin zu tun hat, gar nicht bekannt. Am Martinstag, am 11. November beginnt die 40-tägige vorweihnachtliche Fastenzeit, vor der man nochmals schlemmern wollte, wozu ein deftiger Gänsebraten diente. Im Übrigen waren früher an diesem Tag die bäuerlichen Pachtzahlungen, die oft in Naturalien in Form von Gänsen erfolgten, fällig. Auf diesen Tag, an dem man sich in der Kriegszeit, in der das Essen immer knapp war, deshalb ausnahmsweise einmal richtig satt essen konnte, freute man sich schon lange Zeit vorher. Woher sollten aber die Städter eine Gans bekommen? Hierfür Lebensmittelmarken zu opfern, wäre ein zu großer Einschnitt bei den ohnehin ständig schmalen Essensportionen gewesen. Ein „Laubenpieper“ griff zur Selbsthilfe und beschaffte sich ein Gössel, das er in seinem Schrebergarten aufzog. Die ganze Familie, Vater, Mutter und 2 Schulkinder sorgten für Futterbeschaffung und gute Pflege des heranwachsenden Tieres. Man baute eigens für die Gans, die Marie getauft wurde, ein kleines Wasserbecken und einen zugfreien Stall. Der Taufname wurde wahrscheinlich gewählt, weil auch die auf dem Lande wohnende Oma, von der man bei Besuchen hin und wieder einige Kartoffeln und ein wenig Getreide bekam, ebenso hieß. Schweren Herzens zweigte man von dem Mitgebrachten immer etwas für die Gänsefütterung ab. Nun rückte der Martinstag immer näher und die Stimmung in der Familie wurde immer bedrückter, ohne dass man über die Ursache sprach. Die Gans war inzwischen fast ein Familienmitglied geworden und keiner wollte sich vorstellen, ihr Fleisch essen zu können. Der Vater fasste Mut und sagte: „Am Martinstag besucht uns Oma Marie und da muss ich vorher die Gans schlachten, denn schließlich haben wir von Großmutter auch vielfach Futter bekommen.“ Als er am nächsten Tag abends nach der Arbeit in der Laube nach der Gans schaute, war sie weg und in der Umgebung nicht zu finden. Bestürzt lief er nach Hause und rief schon an der Korridortür: „Marie wurde gestohlen!“ Alle zeigten sich äußerst schockiert und beratschlagten sofort über die weiteren Schritte. Der zehnjährige Sohn sagte aber so nebenbei: „Eigentlich bin ich ein wenig erleichtert, wenn wir Marie nicht töten müssen.“ Das brachte ihm aber einen Tadel der Eltern ein. Gegen eine Anzeige bei der Polizei wehrten sich vor allem die Kinder, sie meinten, dass die Gänsehaltung in der Laube vielleicht illegal sein könnte. Sie wollten auch selbst Detektive spielen. Oma Marie war wieder einmal die gute Fee, sie brachte bei ihrem Besuch ein geschlachtetes Hauskaninchen mit und so gab es anstelle der Gans Kaninchenbraten; der schmeckte auch viel besser, weil man das lebende Tier nicht gekannt hatte. Die Mutter war erstaunt, dass seit dem Verschwinden von der Gans Marie, die Kinder im Haushalt sehr hilfsbereit waren und immer darauf achteten, alle Kellergänge unverzüglich zu erledigen. Früher gab es doch immer Streit und Murren, wenn Briketts geholt werden sollten. Nach einigen Tagen wollte sie doch mal nach der Ursache schauen. In der Kellerbox fand sie ein schwarzes Federvieh – es war Marie, die auf dem Kohlenhaufen herumturnte. Die Kinder hatten das Tier vorm Schlachten retten wollen und keinen anderen Platz als den Keller gefunden. Sie hatten sogar von ihren knappen Essensportionen immer noch etwas für Marie abgezweigt, die bestimmt keinen Hunger gelitten hatte. Nun war guter Rat teuer! In der Familienaussprache gab es strenge Ermahnungen. Der Aufenthalt in dem kleinen Kellerraum, in dem das Tier häufig herumflatterte und den Kohlestaub aufwirbelte, war keineswegs tiergerecht. Konnte man die Kinder, die so viel Mitgefühl für ein Tier gezeigt hatten, überhaupt bestrafen? Prügelstrafe lehnten die Eltern grundsätzlich ab, obwohl in jener Zeit in vielen Familien die Kinder körperlich gezüchtigt wurden. Was sollte man tun? Zunächst entschied man sich zur großen Freude der Kinder, Marie wieder in die Laube zu bringen und ihren dortigen Aufenthaltsort mit Stroh und allerhand Hilfsmitteln winterfest zu machen. Die vom Kohlenstaub schwarze Gans wurde gebadet und den Kindern anheimgestellt, dass sie fortan immer für eine sachgerechte Haltung und Pflege des Tieres verantwortlich wären. Sollte es einmal daran fehlen, würde dies Marie ans Messer liefern. Diesen Denkzettel nahmen die Beiden gern an und die Gans wurde ihr liebstes Haustier. Die Geschichte endet wie ein Märchen: „Wenn Marie nicht gestorben wäre, lebte sie noch heute.“

 

Der Fuchs in der Falle

 

Besonders im vorigen Jahrhundert gehörte die Fallenjagd oft zum Geschäft der Wilderer. Wenn z. B. Wildtiere in Tellereisen kamen, mussten sie grausam leiden.

 

Über 70 Jahre ist es her und ich muss seitdem noch manchmal an dieses Erlebnis, das mich noch heute sehr bedrückt, denken. Ich war ungefähr 12 Jahre alt und stromerte allzu gern in Wald und Flur meiner Ostthüringer Heimat umher. Erfreut und stolz führte ich sehr häufig den Hund Senta, eine französische Dogge, an der Leine mit mir. Eines Tages zog mich das Tier plötzlich derart, dass ich bald hingefallen wäre; ich musste in der vom Hund gewählten Richtung mitlaufen, hatte nicht die Kraft, ihn zurück zu halten. Rasch waren wir an seinem Ziel, Senta stand vor einem Fuchs und bellte wütend. Sie wollte sich auf das Tier stürzen, dessen Bein in einer Falle festgehalten wurde. Ich konnte den Hund bändigen, stürzte aber in eine Situation, aus der ich keinen Ausweg wusste. Meine Gedanken rasten, überschlugen sich und Fragen über Fragen taten sich auf: Laut um Hilfe rufen? Das hörte bestimmt niemand – ich war mitten in einem großen Wald, in dem selten Menschen anzutreffen waren. Versuchen, den Fuchs zu befreien? Das traute ich mir nicht, da ich auch wusste, dass diese Tiere zubeißen können und dabei die gefährliche Tollwut übertragen. Außerdem kannte ich den Mechanismus der Falle nicht. Das auf diese grausame Art gefangene Tier erschlagen? Dazu fühlte ich mich zu schwach, weil ich mir auch nicht sicher war, gezielte tödliche Schläge ausführen zu können und Angst hatte, einen langen Todeskampf sehen zu müssen. Es einfach seinem Schicksal überlassen? Da plagte mich mein Gewissen. Woher ich dann die Kraft nahm, Senta an der Leine mit mir fort zu ziehen, weiß ich nicht mehr. Jedenfalls entschied ich mich, mit ihr nach hause zu rennen und Erwachsenenhilfe zu holen. Außer Reichweite des Fuchses lief Senta auch wieder brav mit. Wem sollte ich mich nun anvertrauen, oder vermochte ich auch - das benebelte jedenfalls meine Gedanken - selbständig zu handeln? In der Scheune unterm Stroh hielt ich heimlich eine Pistole versteckt, die ich mit meinem Freund zusammen nach einem Manöver in unserer Flur in einer Erdgrube gefunden hatte. Wir hatten sie einfach behalten, aber noch nicht ausprobiert, weil nur 7 Schuss Munition dabei waren und wir noch auf eine günstige Gelegenheit warteten. Wir beratschlagten lange und waren stark im Zweifel, ob wir uns vielleicht ohne Gefahr unserem Hitlerjugendführer anvertrauen könnten. Im Jungvolkdienst hatten wir schon mehrfach gehört, dass man sich im Gebrauch von Waffen gar nicht früh genug üben kann. Vielleicht dürfen wir dann die Pistole sogar behalten? Aus Kriegsberichten hatte ich im Übrigen erfahren, dass ganz schwer verletzen Tieren, denen nicht mehr zu helfen war, der „Gnadenschuss“ gegeben wurde. Das traute ich mir jedoch nicht, zumal ich auch befürchtete, beim Mitnehmen und Benutzen der Waffe entdeckt zu werden. Kurzum: Ich ging aufgeregt zu meinem Großvater und berichtete mein Erlebnis. Unverzüglich begab er sich mit mir zum Ort des Geschehens, doch wir wurden der Sorge des Handelns enthoben. In der Falle steckte noch ein Stück Bein, aber der Fuchs war fort; er hatte wahrscheinlich den Rest des stark gequetschten Beines durchgebissen und war geflüchtet. Ob er überlebte oder unentdeckt schmerzvoll starb konnte ich nie erfahren. Nun war guter Rat teuer, sollte man melden, dass ein illegaler Fallensteller in unserem Wald sein Unwesen treibt? Mein Opa bestärkte mich, ich ging zum Ortspolizisten und wurde enttäuscht; ich erhielt die Auskunft, dass man sich jetzt im Krieg um wichtigere Sachen als um tote Füchse zu kümmern hätte. Anders erging es mir beim zuständigen Förster, den durfte ich die Stelle, wo die Falle aufgestellt war, zeigen; er versprach der Sache nachzugehen, ob er den illegalen Fallensteller ermitteln konnte, erfuhr ich nicht. Dieses Ereignis und weitere Erlebnisse, nach denen Menschen grausam mit Tieren umgingen, ließen mich Tierschützer werden. Ich bin noch heute Ehrenvorsitzender in einem Tierschutzverein. Die Falle, in der damals der Fuchs steckte, war ein so genanntes Tellereisen, in denen fast immer die Tiere mit nur einem Fuß, der sehr stark gequetscht wird, festgehalten werden. Seit Jahrzehnten waren diese grausamen Waffen zum Raubtierfang erlaubt; durch fortwährende Einflussnahme der Tierschutzorganisationen, an denen auch ich mich beteiligte, gelang es ab 1. Januar 1995, den Einsatz von Tellereisen EU-weit zu verbieten.             

Henne Paula - Jahrgang 1943

 

„Wie alt können Hühner werden, bevor sie eines natürlichen Todes sterben?“ Diese Frage wollte ein 10jähriger Junge in einem Experiment klären.

 

 

Ein zehnjähriger Junge war sehr an Naturwissenschaften interessiert. Als ihn niemand genau sagen konnte wie alt Hühner tatsächlich werden können, entschloss er sich zu einem Experiment, das sein Großvater unterstützte. Eine Legehenne, als Küken im Jahre 1943 aus dem Ei geschlüpft, wurde nicht nach der Legerperiode wie sonst üblich - im Alter von 3-4 Jahren – geschlachtet. Sie wurde auf den Namen Paula getauft und durfte sich frei im Anwesen bewegen. Paula war nicht bei allen Bewohnern beliebt und auch Rinder und Ziegen sahen es nicht gern, wenn sie auf deren Futter herumstolzierte. Sie hinterließ überall ihre Häufchen, sie erledigte dieses Geschäft wo sie gerade ging oder stand. Nur die Schweine fraßen wahrscheinlich sogar das mit, was sie zurückließ. Sehr schnell lernte sie, dass einige Orte zu meiden waren. Sie traute sich nicht in die Nähe des angeketteten Hundes, des getüterten Schafbocks und des Fressnapfes der Katzen. Sehr freundlich gingen die Kinder mit ihr um, nur wenn fremde Leute den Hof oder Garten betraten, flatterte sie davon. Sieben Jahre lang, da war sie nun schon über 9 Jahre alt, kontrollierte der Junge, ihr Beschützer, die Anzahl der von ihr gelegten Eier, er beurteilte außerdem ihr Aussehen und ihre Vitalität. Er schrieb das Ergebnis auf, das kurz gefasst folgendes ergab: Im 3. Lebensjahr legte sie 120 Eier und das nahm fast kontinuierlich ab, so dass es im 7. Legejahr nur noch 2 Stück waren. Ihr Aussehen war auch nicht mehr das beste, sie hatte Federausfall und manch kahle Stelle am Körper. Paula sah alt aus und der nun erwachsen gewordene über 20 Jahre alte junge Mann ging fort zum Studium, er fand niemand, der sein Experiment fortführen wollte. Trotzdem wehrte man sich dagegen, dass sie in den Kochtopf landen sollte, wie der Großvater forderte. Er war ein Bauer der betonte, dass es keine Ausnahme für die Bestimmung der schlachtbaren Haustiere geben dürfe, alle müssten der Ernährung zugeführt werden. Sonst bestimmende Autorität, konnte er sich im Falle der Verwertung Paulas nicht durchsetzen, sie lebte recht und schlecht weiter in ihrer vertrauten Umgebung bis die gesellschaftliche Entwicklung eine ungewollte Lösung herbeiführte. 17 Jahr alt war die Henne, als 1960 der Besitzer des kleinen Landwirtschaftsbetriebes LPG – Mitglied werden musste. Sie gehörte nun zwar zur individuellen Tierhaltung, aber auf dem Gehöft wurden Genossenschaftsstallungen für Rinder und Schweine eingerichtet und mit der Ruhe und dem gewohntem Umfeld war es vorbei.

Paula war 1962 im Alter von 19 Jahren eines Tages verschwunden – sie wurde nicht gefunden, ihr Ende konnte trotz eifrigen Bemühens nicht aufgeklärt werden. Ebenfalls unbeantwortet blieb damit die bei diesem Experiment gestellte Frage: Wie alt können Hühner werden, bevor sie eines natürlichen Todes sterben? Bekannte Tierphysiologen schrieben aber schon vor vielen Jahren, dass ein Huhn durchschnittlich 20 Jahre alt werden könnte. Paula hätte aber wahrscheinlich einen Altersrekord aufgestellt, wenn sie nicht in den Strudel der politischen Verhältnisse gekommen wäre; die genetische Veranlagung und beste Umweltbedingungen in ihren anfänglichen Lebensjahren unter althergebrachten bäuerlichen Verhältnissen waren vorhanden gewesen. Die Bio – Bauern der Neuzeit lassen aber ihre Hühner auch nicht so lange leben bis sie eines natürlichen Todes sterben, das bringt absolut keinen Gewinn, auf den kein Mensch verzichten will. Noch immer gilt der Spruch: „Junge Hühner, alte Kühe sind des Bauern Reichtum!“

 

 

Ein betrunker Ochse

 

Alkohol kann auch in der Tierheilkunde als Medizin eingesetzt werden. Allerdings war in einem Falle die Biermenge für einen Ochsen zu groß.

 

In meinen ersten Berufsjahren als Tierarzt erlebte ich in den 1950er Jahren eine amüsante Geschichte. Ein älterer sehr erfahrener Tierarzt, bei dem ich mir hin und wieder durch Praxisvertretung einige Mark hinzuverdiente, gab mir den Ratschlag: „Darmverstopfungen sind bei Rindern sehr wirksam mit Bier zu behandeln.“

Ich wurde im Nachtdienst zu einem Bauern gerufen, in dessen Stall sich ein Ochse mit Bauchschmerzen quälte. Meine Untersuchung ergab, dass eine sehr kompakte Verstopfung im Dickdarm vorlag. Ich erinnerte mich an die Anweisung des Kollegen und beauftragte den Tierbesitzer, einen Eimer Bier zu besorgen. Es war ein ca. 600 bis 700 kg schwerer Ochse. Diese Tiere waren zu damaliger Zeit beliebte Zugtiere. Sie verursachten bei Feldarbeiten mit ihren Klauen einen geringeren Bodendruck als Pferde oder gar Traktoren. Es gelang, den Wirt der Dorfkneipe aus den Federn zu holen und die größere Biermenge in diesem Notfall auch außerhalb der Sperrstunde zu verkaufen. Mit Nasenschlundsonde und Trichter war es ein leichtes, das Getränk einzuflößen. Mit dem Hinweis, dass der Behandlungserfolg bald eintritt, fuhr ich nach Hause. Nach ca. einer Stunde kam ein aufgeregter Anruf: „Kommen Sie schnell, der Ochse stirbt“. Ich fuhr hin und stellte fest: Das große Tier war betrunken und schlief in einem wahrscheinlich angenehmen Rausch, außerdem schnarchte es sehr laut. Der hinter dem Ochsen liegende große flüssige Kothaufen zeigte: Das Bier hatte gewirkt und der Darm war wieder frei. Nach einer kurzen Untersuchung konnte ich beruhigt feststellen: „Das Tier ist nach dem Ausschlafen wieder gesund; offensichtlich war aber die eingeflösste Biermenge zu groß gewesen“.

Bello der „Hühnerbeißer“

 

Wenn junge Hunde falsch erzogen werden, kann es Geschehen, dass sie Hühner fangen und ohne Grund tot beißen. Diese Unart ist nicht wieder abzugewöhnen.

 

In der DDR durften die Jäger zu hause keine Waffen aufbewahren, sie mussten sie zu jedem „Jagdgang“ in einem Waffendepot abholen. Nur ganz wenigen besonders Privilegierten war ein privater Jagdwaffenbesitz erlaubt. Dagegen war aber allen gestattet, persönlich einen Jagdhund zu halten. Ein Bauer, passionierter Jäger, hatte mit seinem Hund allerdings kein Glück und mir wurde aus den 1970er Jahren eine Geschichte von Bello, einem Haus- und Jagdhund, bekannt. Er machte seinem Namen alle Ehre, er bellte unentwegt. „Warum?“ Ganz einfach: „Der Hund hatte seine Freiheit verloren!“ Würden wir z. B. nicht auch immer schreien, wenn wir den ganzen Tag ein Halsband tragen müssten, das an einer 1,5 m langen Kette befestigt ist? Ja, gewiss! Aber unter uns Menschen gibt es wohl kaum „Hühnerbeißer“, denn dafür wurde Bello bestraft. Diese Unart, die er seit einem Alter von 6 Monaten hatte, konnte ihm einfach nicht abgewöhnt werden. Auf dem Bauernhof, wo er aufwuchs, liefen stets zahlreiche Hühner umher und jedes Huhn, das er erwischen konnte, biss er tot und ließ es liegen. Deshalb musste dieser reinrassige   „Deutsche Jagdhund“ an die kurze Kette. Dabei waren seine Eltern so hervorragende gut erzogene Jagdhunde, die sich nie an Beute vergriffen. An den Genen konnte es also nicht liegen! Vielleicht hat Bello aber auch beim Erziehen die menschliche Sprache nicht verstanden. Hunderte Male wurde ihm gesagt: „Lass die Hühner in Ruh.“ Es soll ja sogar kleine Kinder geben, die die Sprache der Eltern zwar begreifen und trotzdem nicht gehorchen. Letztlich gelingt es aber meistens, mit beispielhaftem Verhalten auch Widerspenstige zu erziehen. Wahrscheinlich gibt es hier sogar Parallelen zu den Ursachen für den Erziehungsmisserfolg des Hundes. Er verlor schon im Alter von 8 Wochen durch einen Autounfall seine Mutter. Die Menschen, die ihn erzogen, behandelten ihn liebevoll, aber sie beherrschten die Tiersprache nicht. In der Erziehung fehlte aber besonders die „hundeeigene Vorbildwirkung“. Auch wenn Menschen Rudelführer werden können, so lernen Hunde von Hunden noch immer am Besten. Zu allem Verdruss kam vom Tierschutz eine Anzeige wegen Verstoßes gegen die Hundehaltungsverordnung. Der Jäger schenkte schließlich diesen wertvollen Jagdhund einem Städter, der ihn künftig als Wohnungshund hielt. Die größte Freude für Bello war es aber, wenn er an Wochenenden mit zum umzäunten Wochenendgrundstück seiner neuen Familie durfte. Dort konnte er im Garten herumtollen und sich einigermaßen artgerecht bewegen. Allerdings gab es dort kein Geflügel in der Nähe. Aber trotzdem klang hier sein Bellen ganz anders, gewiss sogar freudiger als auf dem Bauernhof, wo er angekettet war.

Vorahnung eines Hundes

 

Besonders beeindruckt war ich während des Krieges von der Geschichte, in der ein Hund ahnte oder vielleicht wusste, dass sein ehemaliger Herr gefallen war.

 

 

Während des Weltkrieges wurden viele Ereignisse als Prophezeiungen gedeutet und ich erinnere mich an einige noch sehr genau. Besonders beeindruckt war ich aber von einer Geschichte, in der ein Hund ahnte oder vielleicht sogar wusste, dass mit seinem ehemaligen Herrn etwas Schreckliches geschehen war. Vater und Sohn einer Bauernfamilie waren an der Front. Der Schäferhund lief tagsüber frei im Gehöft umher und kümmerte sich nicht darum wer ein- und ausging, wenn er wusste, dass seine Herrschaft im Hause war. Eines Tages erfasste er den Briefträger am Rockärmel und ließ nicht wieder los. Dem Befehl der Herrin, abzulassen, kam er allerdings nach und der aufatmende Mann sagt: „Ich bringe einen Einschreibebrief, als ich den aus der Tasche zog, griff mich das Tier plötzlich an. Der Hund kennt mich doch und hat mir noch nie etwas getan.“ In diesen Brief teilte der Kompaniechef ihres Mannes der Frau mit, dass der Ehemann gefallen war. Vertrauensvoll spricht die Frau mit dem Pastor, der auch versucht ihr Trost zu spenden und hilft, eine Erklärung zu dem eigenartigen Verhalten des Hundes zu finden. Übersinnliche Deutungen oder Aberglauben kann der Kirchenmann nicht zugestehen, aber gemeinsam finden sie eine Auslegung, die letztlich niemand beweisen aber auch nicht widerlegen kann: „Der Briefträger ahnte, eine schlimme Nachricht zu überbringen und war ängstlich, das spürte der Hund und griff deshalb an.“ Mein Großvater deutete allerdings das Verhalten des Hundes anders; er sagte: „Tiere spüren, auch über weite Entfernungen hinweg, wenn ihr Herr stirbt.“ War es Zufall oder nur für uns Menschen nicht erklärbar? Als etwas später der Sohn der Familie im Krieg ebenfalls ums Leben kam, spielte sich mit dem Hund, der vorher schon immer die Sachen des gefallenen Sohnes beschnuppert hatte, Ähnliches ab.

Hundeangst vorm Tierarzut 06.08.2012

 

Er hieß Canis und war ein Hund der Rasse Münsterländer. Er wusste nicht, dass Canis eine Unterart der Hunde ist, die lateinisch Canidae heißen. Jedenfalls wusste Canis nichts von Latein und zoologischer Systematik, denn wenn man ihn „Hund“ rief, reagierte er nicht. Er gehörte einem 30jährigen Single, einem Mann, der als Beamter in eine Stadt versetzt worden war, wo er in einem Neubaublock eine 3 Zimmerwohnung bezog. Für den Hund war deshalb das bisherige freie Leben in einem Anwesen mit großem Garten vorbei. Der Hundebesitzer war beruflich stark in Anspruch genommen und musste das Tier tagsüber – etwa 8 bis 10 Stunden - allein in der Wohnung lassen. Er hatte viel für Tiere übrig und suchte nach einem Ausweg. Ich war in jener Zeit als bisheriger Amtstierarzt in Rente gegangen und eine Stadtangestellte machte den Hundebesitzer auf mich aufmerksam, da auch ich in eine Wohnung ohne Garten umgezogen war, keinen Hund mehr hatte und viel spazieren ging. Ein Gespräch kam zustande und ich übernahm eine Beschäftigung als „Hundebetreuer“ indem ich von Montag bis Freitag bei Sonnenschein oder Winter- Wolken- und Regenwetter 2 - 3 Stunden mit Canis in die Natur ging. Das ist wohl im weitesten Sinne mit der Tätigkeit der Tagesmütter für Kinder vergleichbar! Ich war mehrere Jahre als Vorsitzender eines Tierschutzvereines tätig und unterstütze auch jetzt als Ehrenvorsitzender noch aktiv die Tierschutzarbeit. Ich wünschte mir deshalb auch, dass mehr Senioren solche Aufgaben der Tagesbetreuung von „Wohnungstieren“ auch im privaten Bereich übernehmen würden. Im Tierheim sind ehrenamtlich so genannte Gassigänger für Hunde im Einsatz, die erfreulicher Weise mit dafür sorgen, dass den Tieren hin und wieder die notwendige Bewegung zuteil werden kann. Auf alle Fälle müssen diese Leute aber fachkundig geschult werden, sonst kann bei Laien im Umgang mit Tieren auch mancher Unfall geschehen. Beschreiben will ich aber einige Erlebnisse, die ich als „Fachkundiger“ mit dem Hund Canis hatte. Sein Besitzer sagte mir, dass der Hund eine unbeschreibliche Angst vorm Besuch einer Tierarztpraxis hätte. Ich war nicht mehr berufstätig und trotzdem merkte ich beim ersten Zusammentreffen mit dem Tier, dass es sich eigenartig verhielt. Wenn ich Canis streicheln wollte zitterte er merklich; sein Herr war ganz erstaunt, dass der ansonst Fremden gegenüber niemals ängstliche aber auch nicht aggressive Hund sich mir gegenüber zunächst richtig „duckmäuserisch“ verhielt. Erstaunlich, welchen Spürsinn Hunde haben, denn ich brauchte einige Zeit, um mit Canis einen normalen „Mensch – Hund“ Umgang pflegen zu können. Das wurde sogar für einige Zeit wieder gestört, als ich ihm wegen leichter Erkrankung eine Spritze verabreichen musste. Als er die Vorbereitung sah, fing er derart an zu zittern, dass ich Angst bekam, er könne kollabieren, aber ich konnte die Behandlung erfolgreich durchführen. Das Tier war 11 Jahre alt und hatte wie ein älterer Herr seine Eigenarten; wir Beiden hatten u. a. manche schönen Spaziergänge. Auf unserem Weg befand sich ein kleiner Wassertümpel, in dem das Tier jedes Mal ein kleines Bad nahm. Selbst wenn ich die Strecke so wählte, dass wir etwas weiter von dieser Stelle entfernt waren, verließ mich Canis, wenn ich ihn nicht an der Leine führte. Sonst gehorsam, half an dieser Stelle kein Rufen oder Befehlen, er badete und kam anschließend als wäre nichts geschehen zu mir zurück. Canis gehorchte eigentlich immer, außer bei einer 2. typischen Situation. In unserer Nachbarschaft liefen einige Katzen frei herum. Wenn wir aus dem Haus kamen und ich hatte ihn nicht angeleint, setzte er den Tieren nach. Selbst diesem gutmütigen Hund, der sich z. B. um unsere Wellensittiche in der Wohnung gar nicht kümmerte, steckte die Erzfeindschaft zu Katzen im Blut. Sein Besitzer wohnte in einem Mehrfamilienhaus im 4. Stock ohne Fahrstuhl. Im Alter von 14 Jahren bekam der Hund Probleme mit Hüften und Wirbelsäule und konnte keine Treppen mehr steigen. Mehrere Monate trug ihn sein Herr die Treppen rauf und runter. Das Tier bekam eine Schmerztherapie, die aber nicht viel half. Kurzum, der Hund wurde eingeschläfert, das ich nicht ausführen konnte, weil mir das Tier zu stark ans Herz gewachsen war. Er musste letztmalig in eine Tierarztpraxis gebracht werden, wo ihm die die letzte Spritze verabreicht wurde. Beerdigt wurde Canis in einem Garten, weil es damals in unserer Stadt noch keinen Tierfriedhof gab.  

Hunde haben einen ausgeprägten Spürsinn. Nach einem Beispiel hat ein Hund Angst vor Tierarztpraxen und erkennt einen Tierarzt auch ohne Praxistätigkeit.

Haus- mit Wildschwein gepaart

 

Ein Hausschwein entflieht in den Wald und paart sich mit einem Wildschwein. Ein Förster fängt das Tier mit seinem Nachwuchs und macht es wieder zum Haustier.

 

Im zeitigen Frühjahr 1956 war in einer LPG (Landwirtschaftliche Produktions-Genossenschaft) in der DDR in Mitteldeutschland infolge unplanmäßigen Wirtschaftens alles Winterfutter aufgebraucht und die neue Ernte noch weit weg. Selbst die Schweine mussten hungern und waren dazu noch im Freien in Schweinehütten untergebracht – sie froren deshalb auch. Einer „Jungsau“, das sind die weiblichen geschlechtsreifen Schweine, die noch nicht gedeckt wurden, aber künftig für die Zucht vorgesehen sind, war die Not zu viel geworden. Sie suchte und fand ein Loch im Gartenzaun, der ihre „Gefängniseinfriedung“ war.

Sie entkam, wusste jedoch noch nicht, was sie in der Freiheit zu erwarten hatte. Sie lief zunächst Richtung Wald und fand im Gebüsch Unterschlupf. Als nächstes galt es für die Sau – nennen wir sie Zahme - etwas Fressbares zu finden, obwohl an Hunger gewöhnt, konnte sie trotzdem nicht gänzlich ohne Futter auskommen. Da kam der Zufall zu Hilfe, in der Nähe war eine Miete mit Saatkartoffeln. An diesen wertvollen Vorrat machten sich nachts Wildschweine zu schaffen. Als diese weg waren, versuchte das hungrige Tier sein Glück und nie mehr im Leben schmeckten dem Tier rohe Kartoffeln, an denen man sich dazu noch satt fressen konnte, so gut. Freilich, die nächsten Stunden rumorte es ganz schön im Magen und Bauch, aber das Schwein besaß noch genügend Widerstandskraft mit den neuen Ernährungsumständen fertig zu werden. Am nächsten Tag war die Futterquelle weg, aber es fanden sich in der weiten Flur gepflanzte Erdäpfel, Rübenpflänzchen, Eicheln, zart aufsprießender Klee und ähnliches. Immer wieder beobachtete Zahme im gebührenden Abstand ein Rudel Wildschweine, traute sich aber noch nicht näher an die Verwandten heran. Diese schienen auch keine Notiz von dem abartigen Lebewesen zu nehmen. Zahme fühlte sich aber in der neu gewonnen Freiheit, selbst wenn es einsam war, sehr wohl. Der natürliche Drang, wieder in Gesellschaft mit anderen zusammen sein zu wollen wurde aber immer stärker und sie schließt sich doch einem Wildschweinrudel an. Das wird zum Verhängnis oder auch ihr Glück. Der junge Keiler, der von den Älteren noch immer stark abgedrängt wurde, fand gefallen an dem weißen für ihn komisch aussehenden Tier, das jedoch hinsichtlich Geruch und Gebaren seiner Art durchaus ähnlich erscheint. Er lässt sich mit Zahme ein und macht sie zur trächtigen Sau.

Als es mit der Geburt so weit ist, begibt sie sich ins Gebüsch unter einen Berg von Streu und Laub, sie schenkt 8 Ferkeln - oder muss man sie Frischlinge nennen? - das Leben. Die anderen Wildschweine kümmern sich nicht um sie und auch den jungen Keiler scheint es nicht zu interessieren, dass er Vater geworden war. Von der Kondition her ist sie trotz des Aufenthaltes in der freien Natur noch kein Wildschwein geworden. Wieder ist das Glück ihr hold. Auf seinem Pirschgang entdeckt sie der Förster, der sofort feststellt, ein Hausschwein hat sich mit einem Keiler gepaart. Ein mögliches aber seltenes Phänomen, dessen weiteren Verlauf er gern verfolgen möchte. Es gelingt ihm, Zahme mit ihren Nachkommen in einen Käfig einzufangen und sie im Stall der Försterei unterzubringen. Jetzt kennzeichnet der vergebene Name die Eigenschaft des Tieres, das trotz seines bisherigen wilden Lebens das Wesen eines Hausschweins beibehielt. Die Nachkommenschaft ist im Aussehen, Vitalität und Verhalten schon eher zum großen Teil mit Wildschweinen identisch. Die Farbschattierungen ihrer Haut reichen von schwärzlich, braun bis hell, Wild- und Hausschweinborsten sind zu sehen und die Kleinen überspringen bis 1,5 m hohe Buchtenabtrennungen. Sie bevorzugen Eicheln, kurzum alles Futter, das auch ihren wilden Artgenossen schmeckt. Damit werden sie auch in der Försterei gut versorgt, während Zahme sich sehr schnell und gern wieder auf Hauschweinkost umstellen lässt. Trotz reichlicher Nahrung nehmen sie vergleichsweise weniger an Körpergewicht zu als Ferkel und Läufer der Hausschweinrassen. Alle Acht werden in der Försterei bis zur Schlachtreife gehalten. Im weiteren kann dann Menschen, die emotional unterschiedlicher Auffassung zum Ende der Haustiere sind, nur schwer erklärt werden, was verstandesmäßig geschehen muss. Klar, eine weitere Zucht mit den Abkömmlingen ist nicht möglich, Tiere aus solchen Paarungen sind nach bisherigen Erfahrungen unfruchtbar. Bleibt die Schlachtung, die, das wird im vorliegenden Fall vorausgesetzt, mit Betäubung ordnungsgemäß erfolgt. Auch in der Natur wären sie Ziel der Jagd geworden. Das Fleisch der Mischlinge, das sei im Nachhinein betont, besaß trotz artgerechter Fütterung keine Wildschweineigenschaften. Zahme wurde nach dem Absetzen der „wilden Ferkel“ nicht gleich geschlachtet, sondern sorgte noch für weiteren Nachwuchs „echter Hausschweine“, die letztlich aber auch der Fleischversorgung dienten.

 

 

Ein aggressiver Gockel

 

Haushühner werden heute nur noch bei Kleintierhaltern artgerecht gehalten. Hierbei gibt es noch Hähne, die früher auch schon aggressiv waren.

 

Nur die Kleintierhalter halten heute ihre Hühner noch artgerecht und nicht in Käfigen als Legemaschinen. Und ungefähr je 8 - 10 Hennen werden von einem Hahn oder auch Gockel genannt, beschützt, der auch für befruchtete Eier sorgt. Er bringt es dabei fertig beim Bespringen keine seiner Schutzbefohlenen auszulassen, denn nur ganz selten gibt es aus diesen Hühnergruppen unbefruchtete Eier. Ein Unterschied zu früher besteht jedoch: Damals suchte die Hühnerschar sehr oft auf dem Misthaufen in den Bauernhöfen nach Würmern und der Hahn thronte meist wie eine Wächter oder Herrscher an höchster Stelle auf dem Haufen. Heute müssen die Hühner auf dem Rasen in den Gärten scharren und Futter suchen. Die Geschichte, die ich schon vor über 70 Jahren erlebte, könnte sich aber gegenwärtig in ähnlicher Weise zutragen: Woran der Gockel auf unserem Bauernhof Fremde erkannte, wenn sie den Hof betraten, konnten wir nicht aufklären. Sobald diese in seine Nähe kamen, gackerte er ganz gefährlich. Sollten diese Eindringlinge gar auf ihn zugehen, rüstete er zum Angriff. Er war ungefähr 4 Jahre alt und im letzten Jahr war seine Angriffslust, besonders gegenüber fremden Kindern, immer stärker geworden. Ein achtjähriger Junge und ein gleichaltriges Mädchen, Verwandte aus der Großstadt, besuchten uns. Die Kinder beäugten neugierig den Umgang mit den landwirtschaftlichen Tieren, sie wagten sich sogar manchmal allein in deren Nähe. Niemand hatte sie vor dem Gockel gewarnt.   Sie gingen allein auf den Hof, wollten den prächtigen Hahn, der auf der Mistumrandung thronte aus der Nähe anschauen, vielleicht sogar streicheln. Als die Beiden, keine 5 m von ihm entfernt, immer näher kamen flatterte er auf, spreizte die Flügel und stürzte sich zuerst auf das Mädchen, das er mit seinem spitzen Schnabel auf dem Kopf bearbeitete. Der Junge wollte ihr helfen, er wurde sein nächstes Opfer, ihn hackte er ins Gesicht, nur gut, die Augen blieben verschont. Die Wunden bluteten sehr stark. Durch das große Geschrei und den Tumult eilte mein Großvater herbei, der das Tier mit geübtem Griff fasste und von weiteren Attacken zurück hielt. Der Weg ins Krankenhaus blieb den 2 Geschädigten erspart. Der chirurgisch ausgebildete Hausarzt behandelte die Kinder ambulant. Vor nicht all zu langer Zeit hatte der Hahn schon einmal einen 12 Jährigen angegriffen, der sich aber wehrte und unverletzt rettete. Mein Großvater entschied deshalb, das war die letzte Untat des Gockels, der seinen Wachdienst zu unqualifiziert versah. Das Tier vermochte es mit seinem Hühnerverstand einfach nicht lernen zwischen Freund und Feind zu unterscheiden. Die Stadtkinder waren trotz ihrer Wunden und Schmerzen traurig, dass der Hahn im Kochtopf landete und wollten von der entsprechenden Suppe nichts mit essen. Sie erfuhren aber insgesamt eine interessante Aufklärung über den Umgang mit landwirtschaftlichen Nutztieren, womit sie bei ihren Mitschülern in der Stadt künftig mit Insiderwissen aufwarten konnten.

Maus und Rostbratwurst

 

In einer Fabel wird ein „menschenähnliches Zusammenleben“ von Rostbratwurst und Maus gezeigt. Jeder kann nur die Aufgabe erfüllen, wofür er geschaffen wurde.

 

Vor mehr als 75 Jahren – ich war 6 Jahre alt – erzählte mir meine Großmutter eine Geschichte von einer Maus und einer Rostbratwurst. Die Story wurde in unserer Familie von Generation zu Generation weitererzählt und findet auch bei den heutigen Kindern noch immer Anklang.

Eine Rostbratwurst lebte zusammen mit einer Maus in einer Wohngemeinschaft. Bei der Erledigung der hauswirtschaftlichen Aufgaben gab es keine Probleme, sie verwirklichten die Gleichberechtigung. Diese Feststellung ergänze ich erst heute. Sie waren beide gläubig, konnten jedoch sonntags nicht zusammen zur Kirche gehen, weil jeweils eine zu Hause für das Mittagsmahl zu sorgen hatte. Die Suppe, die die Maus kochte, schmeckte nie so gut wie die von der Rostbratwurst. Um hinter das Geheimnis zu kommen ging das Tier eines Sonntags nicht wie gewöhnlich zum Gottesdienst, sondern spähte heimlich durchs Fenster und guckte beim Kochen zu. Als die Speise fast fertig war, sprang die Wurst in den Topf schwamm einige Male hin und her, schüttelte sich und hüpfte wieder heraus. Das werde ich bei meinem nächsten Kochdienst auch tun, überlegte die Maus und wartete sehnsüchtig auf diese Gelegenheit. In der nächsten Woche ging die Rostbratwurst wie gewohnt zur Kirche. Als sie nach hause kam war die ganze Küche voller Brodel, die Suppe kochte über und die Lebensgefährtin war nicht zu finden; bei einem Blick in den Topf sah sie diese tot auf der Flüssigkeit schwimmen. Da war die Rostbratwurst sehr traurig und wollte auch nicht weiterleben, sie ließ sich von einem Menschen essen. Die Moral von der Fabel: „Jeder kann im Leben nur die Aufgaben erfüllen wofür er geschaffen wurde.“

Blindenführhund rettet Frau

 

Der Blindenführhund – Alf - fühlte sich in seiner Umgebung und mit seiner Aufgabe unbeschreiblich wohl. Die junge blinde Frau, der er gehörte, sagte manchmal: „Ich gehe gern abends, wenn es dunkel ist, spazieren, ich sehe ohnehin nichts und ich habe ja auch meinen Beschützer immer bei mir“. Dieses Verhalten wäre der hübschen Frau fast zum Verhängnis geworden. Abends spazierte sie durch einen großen Park und merkte plötzlich, ihr folgte jemand. Sie ging wie gewohnt weiter. Unvermittelt spürte sie einen heftigen Schmerz am Hinterkopf, ihr wurde schwindlig und ohne Hilfe schreien zu können, fiel sie bewusstlos hin. Als sie aus der Ohnmacht erwachte spürte sie Alfs Nase auf ihrer Hand, sie lag, das merkte sie, auf einem Sandweg; um sie herum ein lautes Stimmengewirr. Eine sympathische Frauenstimme, eine Polizistin, spricht sie an: „Da haben sie ja noch mal Glück gehabt, wäre ihr Hund nicht gewesen, dann könnten sie jetzt vergewaltigt und vielleicht tot sein. Der vermutliche Verbrecher hatte nicht mit der Intelligenz und Schnelligkeit ihres Tieres gerechnet.“ Noch ganz benommen, aber so viel Kraft hat sie bereits wieder, drückt sie zuerst ihren Hund liebkosend ganz fest an sich. Ihr wird eröffnet, sie muss, sobald sie sich in der Lage dazu fühlt, vernommen werden und kommt ins Krankenhaus, der Wagen ist unterwegs. „Nicht ohne meinen Beschützer“ ist ihre spontane Reaktion; das wird ihr zugebilligt. Schade, das Tier kann nicht befragt werden, damit könnte mehr Licht in das gesamte Geschehen, das sich wie folgt zusammenfassen lässt, gebracht werden: Von dem Täter ist anfangs wenig Brauchbares zu hören, er behauptet, der Hund habe ihn beim Vorübergehen angegriffen und deshalb habe er sich gewehrt. Er hat wenig Aussicht, dass man ihm das glaubt. Ein Blindenführhund greift niemand ohne Grund an. Die Fakten: Eine Polizeistreife hörte im Park lautes Hundebellen, dem geht sie nach, sie findet einen am Boden liegenden etwa 30jährigen Mann, auf dessen Brust steht ein Hund mit seinen Vorderfüßen. Sobald der Kerl sich bewegt, droht das Tier zuzubeißen. Der Hund trägt das weiße Geschirr des Blindenführhundes. In unmittelbarer Nähe auf dem Weg liegt eine bewusstlose Frau. Der geschulte Hund spürt sofort, Retter sind gekommen, er lässt sie ungehindert den von ihm Überwältigten die Hände fesseln und begibt sich sofort neben seine Herrin. Von einer Aggressivität gegenüber Menschen, die er als Helfer einschätzt, keine Spur. Der Hauptwachtmeister konstatiert als erstes: Es ist ein Blindenführhund, der kennt sich aus, der hat die Gefahr, die durch den Überfall auf die Frau Gewissheit wurde, gewittert, er konnte dem zweiten Schlag, der ihm galt, geschickt ausweichen und deshalb den Burschen dingfest machen. Nachbetrachtung: Auf der in ca. 200 m entfernten Straße waren noch zahlreiche Passanten unterwegs. Einige schienen bemerkt zu haben, dass sich im Park etwas ereignet, denn im Nu haben die 2 Polizisten alle Mühe, Schaulustige fernzuhalten, obwohl zuerst nur Weniges im kleinen Bereich der Scheinwerfer des Polizeiautos zu sehen ist. Unterstützung erhalten die Polizisten sehr schnell durch herbeigerufene weitere Beamte und auch der Krankenwagen ist im Nu zur Stelle. Die Frau erholte sich im Krankenhaus relativ schnell von ihrer Gehirnerschütterung. Alf blieb in den Folgejahren ständig ihr treuer Begleiter, auch wenn sie Einkaufen oder zu ihrer Arbeitsstelle ging. Sie hatte großes Glück, medizinischer Fortschritt ermöglichte es, sie erhielt nach einer Operation, das war 10 Jahre nachdem der Hund zu ihr gekommen war, eine eingeschränkte Sehkraft zurück. Sie brachte es nicht über das Herz das Tier, für das nun die Krankenkasse nicht mehr aufkam, abzugeben. 20 Jahre alt wurde Alf, starb in ihrer Wohnung an Altersschwäche und wurde auf einem Tierfriedhof beigesetzt.

Das desertierte Pferd

 

Es gibt Geschichten von Pferden, die im 2. Weltkrieg über lange Wegstrecken nach hause fanden. Ein solches desertiertes Tier wurde zum Tode verurteilt.

 

Mich bewegten während meiner Kindheit Anfang der 1940er Jahre die erschütternden Geschichten über das Leiden der Pferde im Kriegsgeschehen; Beschreibungen nach denen diese Tiere über weite Strecken hinweg von selbst wieder nach Hause fanden, beeindruckten mich besonders stark. Noch heute, nach über 70 Jahren, sehe ich jedoch die Bilder der Pferdemusterung in unserer Kleinstadt vor mir, als wäre es gerade gewesen. Freilich erinnere ich mich, dass ich damals als 10/11jähriger Junge das Auftreten und die Arbeit der Stabsveterinäre bewunderte. Die Tiere wurden gründlich untersucht und nur gesunde für die Wehrmacht ausgewählt. Mir schien es nach der allgemeinen Auffassung in jener Zeit auch wichtig, dass unsere Soldaten die besten Pferde bekamen. Andererseits prägte sich mir ein, dass eine ältere Nachbarsfrau bitterlich weinte, als 2 ihrer Pferde für fronttauglich erklärt wurden. Ähnlich wie die Männer, mussten sie im Krieg an die Front. Die zurück gebliebenen Tiere hatten an der so genannten Heimatfront Dienst zu tun. Auch unsere Verwandten im Nachbardorf, die eine größere Bauernwirtschaft besaßen, mussten ein Pferd zum Bahnhof bringen, wo die Verladung im Güterwaggon zum Abtransport ins Armeelager erfolgte. Die Geschichte dieses 5jährigen Wallachs wurde oft in unserer Familie erzählt. Er ließ sich kaum bändigen, biss sogar einen Soldaten in den Arm und randalierte im Güterwagen derart, dass er andere Tiere verletzte, er war nicht zu beruhigen. Trotzdem wurde das unbändige Pferd mitgenommen. Ungefähr eine Woche nach diesem Abtransport stand eines Morgens der Wallach abgehetzt vorm Hoftor seines Heimatgehöftes. Was sollte nun mit diesem „Deserteur“ geschehen? Er konnte nicht berichten, wie er entkommen war. Desertierte Soldaten wurden hart bestraft – aber was konnte man mit einem Pferd tun? Unser Verwandter musste den Vorgang melden, denn das Tier zu verstecken wäre zu gefährlich gewesen. Er durfte es auch nicht behalten – es wurde von einem Rossschlächter abgeholt – also auch Todesstrafe für ein desertiertes Pferd?